Gewinner steigen früh aus
SpaceX ist eine "2,75 Billionen Dollar schwere Meme-Aktie", warnt Krugman
Die Bewertung sei vor allem eine Wette auf Elon Musk, sagt der Nobelpreisträger Paul Krugman. Anleger sollten vor dem nächsten Stimmungsumschwung vorsichtig sein.
- Wertung als Wette auf Musks Strahlkraft und Hype
- Privatanleger kauften in den ersten Tagen massiv
- Geringer Streubesitz und mögliche Verkaufswellen
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Der Nobelpreisträger Paul Krugman hat die milliardenschwere Börsenrallye von SpaceX scharf kritisiert und das Unternehmen mit dem "Trump-Krypto-Trade" verglichen. Die Bewertung des von Elon Musk geführten Raumfahrt- und KI-Konzerns werde weniger von Fundamentaldaten als von der Hoffnung getrieben, dass Musk Anleger auch künftig für visionäre Zukunftsprojekte begeistern könne.
Nach dem spektakulären Börsengang in der vergangenen Woche war die Marktkapitalisierung von SpaceX zeitweise auf bis zu 2,75 Billionen US-Dollar gestiegen. Damit überholte das Unternehmen zwischenzeitlich Amazon und zog kurzzeitig sogar an Microsoft vorbei.
Krugman sieht darin jedoch vor allem eine Wette auf Musks Strahlkraft. Ähnlich wie bei der Rallye am Kryptomarkt nach Donald Trumps Wahlsieg 2024 würden Anleger auf Erwartungen setzen, die sich langfristig womöglich nicht erfüllen ließen.
"Die Lehre daraus ist also, dass es bei SpaceX im Wesentlichen nur um Hype geht. Es handelt sich faktisch um eine 2,75 Billionen US-Dollar schwere Meme-Aktie. Die einzigen Gewinner werden diejenigen sein, die früh eingestiegen sind, eine Markthysterie angeheizt haben und aussteigen, bevor der Kurs unweigerlich einbricht", schrieb Krugman.
Tatsächlich war die Nachfrage von Privatanlegern in den ersten Handelstagen außergewöhnlich hoch. Laut Vanda Research kauften Retail-Investoren in den drei Tagen nach dem Börsengang SpaceX-Aktien im Wert von knapp 370 Millionen US-Dollar. Das war etwa viermal so viel wie die Nettokäufe des Nasdaq-100-ETF QQQ und deutlich mehr als bei Nvidia.
Am Mittwoch endete die anfängliche Euphorie zunächst. Die Aktie verlor fast fünf Prozent und verzeichnete damit den ersten Rückgang seit dem Börsengang. Dennoch notierte das Papier zuletzt noch rund 58 Prozent über dem Ausgabepreis.
Nicht alle teilen Krugmans Skepsis. Shaun Maguire, Partner beim Wagniskapitalgeber Sequoia Capital, kündigte an, seine SpaceX-Anteile "für immer" halten zu wollen. "Das ist die größte Vision, die größte Mission eines Unternehmens in der Geschichte, das mit dem größten Wettbewerbsvorteil in die größten Märkte eines Unternehmens in der Geschichte vorstößt", zitiert Stocktwits Maguire.
Zusätzliche Risiken sehen Marktbeobachter im geringen Streubesitz von nur rund 4,2 Prozent. Zudem könnten auslaufende Haltefristen für Insider in den kommenden Monaten zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

