Europas Industrie im Fokus
Deutsche Telekom startet KI-Offensive mit Milliardenpotenzial
T-Systems und SupplyOn bündeln ihre Kräfte. Die neue KI-Plattform soll Lieferketten beschleunigen, Prozesse automatisieren und Daten in Europa halten.
- KI-Plattform verbindet T-Systems und SupplyOn
- Datenverarbeitung und Souveränität bleiben in Europa
- KI-native Sourcing unterstützt Einkauf und Bewertung
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Die Telekom-Tochter T-Systems und das Lieferkettennetzwerk SupplyOn gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ziel ist der Einsatz künstlicher Intelligenz in industriellen Lieferketten. Dafür verbindet SupplyOn seine Plattform mit der Industrial AI Cloud von T-Systems. Unternehmen sollen dadurch Beschaffungs-, Logistik- und Lieferantenprozesse automatisieren und beschleunigen können.
Die Kooperation reagiert auf die steigende Komplexität globaler Lieferketten. Unternehmen müssen heute schneller Entscheidungen treffen und gleichzeitig strengere regulatorische Vorgaben erfüllen. Die Partner wollen dafür eine technologische Grundlage schaffen, die leistungsfähige KI mit europäischer Datensouveränität verbindet.
Daten bleiben unter europäischer Kontrolle
Die KI-Anwendungen laufen auf der Industrial AI Cloud von T-Systems. Einkaufs-, Produktions- und Lieferantendaten werden dabei nach Angaben der Unternehmen innerhalb einer europäischen Infrastruktur verarbeitet. Damit sollen Datenschutz-, Sicherheits- und Souveränitätsanforderungen erfüllt werden.
SupplyOn digitalisiert bereits heute die Zusammenarbeit von rund 140.000 Unternehmen in mehr als 100 Ländern. Über die Plattform werden Beschaffung, Lieferantenmanagement, Qualitätssicherung, Logistik und Risikomanagement gesteuert. Durch die Anbindung an die Telekom-Infrastruktur sollen KI-Anwendungen künftig direkt in diese Prozesse integriert werden.
Manager sehen Datensouveränität als Schlüssel
SupplyOn-Chef Markus Quicken betont die Bedeutung gemeinsamer Datenräume für den erfolgreichen KI-Einsatz. "Supply Chains sind heute globale Wertschöpfungsnetzwerke. Entscheidend ist, dass Unternehmen, Lieferanten und Partner auf einer gemeinsamen, vertrauenswürdigen Datenbasis zusammenarbeiten können", sagt er.
Auch T-Systems-Chef und Telekom-Vorstand Ferri Abolhassan sieht in der Zusammenarbeit einen strategischen Vorteil für die Industrie. "KI wird zum Betriebssystem der Wirtschaft. Wer das Potenzial dieser Technologie ausschöpfen will, muss die Kontrolle über seine Daten, Anwendungen und Prozesse behalten", erklärt Abolhassan. Gemeinsam mit SupplyOn schaffe man die Voraussetzungen für Innovationen auf Basis souveräner und sicherer Infrastrukturen.
Erster Anwendungsfall startet im Einkauf
Als erstes Projekt setzt SupplyOn auf die Lösung "AI-native Sourcing". KI-Agenten sollen Einkaufsabteilungen künftig bei der Lieferantenauswahl, der Bewertung von Angeboten und der Vorbereitung von Beschaffungsentscheidungen unterstützen. Die dafür benötigte Rechenleistung wird vollständig im KI-Rechenzentrum der Telekom in München bereitgestellt.
Langfristig wollen die Partner weitere Anwendungen entwickeln. Geplant sind KI-Lösungen für Planung, Qualitätssicherung, elektronische Rechnungsverarbeitung und Risikomanagement.
KI-Ökosystem wächst weiter
Mit der Integration von SupplyOn erweitert T-Systems das Ökosystem seiner Industrial AI Cloud. Bereits heute nutzen Unternehmen wie EDAG, Agile Robots, Wandelbots, PhysicsX, Noxtua, SOOFI und Quantum Systems die Plattform für KI- und Robotik-Anwendungen.
Nach Angaben von T-Systems verfügt die seit Februar 2026 betriebene Anlage in München über 10.000 NVIDIA-Hochleistungsprozessoren sowie enorme Rechen- und Speicherkapazitäten für anspruchsvolle KI-Anwendungen. Die Inbetriebnahme habe die verfügbare KI-Rechenkapazität in Deutschland um rund 50 Prozent erhöht.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Deutsche Telekom Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,11 % und einem Kurs von 26,92EUR auf Tradegate (18. Juni 2026, 12:58 Uhr) gehandelt.

