Vor dem Ausbruch?
Analysten sehen den US-Dollar vor einer Rallye
Der US-Dollar steht laut Wall-Street-Strategen vor einem möglichen Ausbruch. Mehrere Großbanken haben ihre Prognosen angehoben.
- US-Dollar vor möglichem Ausbruch nach Konsolidierung
- Restriktive Fed und Zinsvorteil stützen Dollar
- Ausbruch könnte Fehlsignal bei Fed-Politikwechsel sein
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Nach fast einem Jahr ohne klare Richtung mehren sich an der Wall Street die Anzeichen, dass der US-Dollar vor einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung stehen könnte. Mehrere führende Investmenthäuser sehen sowohl aus technischer als auch aus fundamentaler Sicht gute Chancen, dass die Weltleitwährung ihre monatelange Seitwärtsphase beendet und in einen neuen Aufwärtstrend übergeht.
Im Mittelpunkt steht dabei der US-Dollar-Index. Dieser bewegte sich in den vergangenen elf Monaten in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Analysten sehen nun einen bevorstehenden Ausbruch.
Technischer Ausbruch könnte Rallye auslösen
Kristian Kerr, Makrostratege bei LPL Financial, sieht den US-Dollar an einem entscheidenden Wendepunkt. Nach einer fast einjährigen Konsolidierung könnte ein nachhaltiger Anstieg des US-Dollar-Index über 103 Punkte den Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung markieren.
Zudem ist die Volatilität am Devisenmarkt auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gefallen – ein Umfeld, das häufig größeren Kursbewegungen vorausgeht.
Federal Reserve bleibt ein wichtiger Rückenwind
Aus Sicht der Analysten sprechen auch fundamentale Faktoren für den US-Dollar. Dazu zählen insbesondere: Die vergleichsweise restriktive Haltung der US-Notenbank Federal Reserve, Robuste Konjunkturdaten aus den USA und der weiterhin bestehende Zinsvorteil der Vereinigten Staaten gegenüber anderen Industrieländern.
Diese Kombination macht den US-Dollar für internationale Investoren attraktiver und könnte zusätzliche Kapitalzuflüsse in den US-Währungsraum begünstigen.
Bank of America erkennt bullisches Chartmuster
Auch die Strategen der Bank of America kommen zu einer positiven Einschätzung. Aus technischer Sicht habe der US-Dollar-Index zuletzt eine rund einjährige Handelsspanne nach oben verlassen und dabei ein sogenanntes inverses Schulter-Kopf-Schulter-Bodenmuster bestätigt – ein klassisches Kaufsignal in der technischen Analyse.
Die aktuelle Entwicklung erinnere stark an den Verlauf der Jahre 2016 bis 2018. Damals folgte auf eine längere Korrektur ebenfalls eine kräftige US-Dollar-Rallye in der zweiten Jahreshälfte 2018.
Sollte sich dieses Muster erneut wiederholen, erwartet die Bank of America einen Anstieg des US-Dollar-Index in Richtung 103 bis 105 Punkte im weiteren Jahresverlauf.
Risiken bleiben bestehen
Trotz der zunehmenden Zuversicht warnen die Analysten vor möglichen Rückschlägen. Aus Sicht von LPL Financial wäre die größte Gefahr für das bullische Szenario ein Kurswechsel der Federal Reserve hin zu einer neutraleren oder sogar lockereren Geldpolitik.
Auch die Bank of America mahnt zur Vorsicht. Sollte der US-Dollar-Index wieder unter wichtige Unterstützungsmarken zurückfallen, könnte sich der jüngste Ausbruch erneut als Fehlsignal erweisen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

