Goldmarkt bebt
Goldpreis-Prognose: Gold startet Wende – geht es auf 4.800 USD?
Gold zeigte in den letzten Tagen bemerkenswerte Comeback-Qualitäten. Den Auguren zum Trotz stemmte sich das Edelmetall erfolgreich gegen den drohenden Abverkauf. Der Grundstein für eine radikale Wende scheint gelegt.
- Gold erholt sich nach kurzem Rutsch unter 4000
- Schwacher US-Arbeitsmarkt beflügelte Edelmetalle
- ETF-Bestände und Renditen bestimmen Goldrallye
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Aktuelle Goldpreisentwicklung: Warum die Trendwende jetzt an Fahrt gewinnen dürfte
Unmittelbar vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts rutschte der Goldpreis unter die 4.000-Dollar-Marke – nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen. Einmal mehr gelang es dem Edelmetall jedoch, den Schaden zu begrenzen und den Kontakt zu diesem psychologisch wichtigen Preisbereich zu halten. Aus charttechnischer Sicht ist der erneute Rücksetzer von großer Bedeutung: Das Edelmetall ist stark überverkauft. Mit dem kurzen Rutsch unter die 4.000 US-Dollar könnte die finale Marktbereinigung erfolgt sein. Die kräftige Erholung im Anschluss stützt diese Erwartung.
Schwacher US-Arbeitsmarktbericht lässt Edelmetalle und Aktienmärkte beben
Der überraschend schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht löste einen knackigen Preisanstieg bei den Edelmetallen aus. Der Silberpreis explodierte regelrecht, doch auch Gold und Platin legten kräftig zu. Die Wirkung blieb jedoch nicht auf die Edelmetalle begrenzt. Auch Dax, Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und andere Aktienindizes reagierten positiv, traten doch die bis dato dominierenden und limitierenden Zinssorgen mit den verhältnismäßig schwachen Jobdaten in den Hintergrund. Dass das Ganze von rückläufigen Ölpreisen begleitet wurde, verstärkte den Effekt zunächst.
Gold im Würgegriff von Anleiherenditen und US-Dollar
Die US-Notenbank schürte mit ihren Zinsprojektionen die Sorgen vor einer restriktiven Geldpolitik. Anziehende Anleiherenditen und ein Erstarken des US-Dollars machten Gold in den letzten Wochen zu schaffen. Mit dem US-Arbeitsmarktbericht für Juni bekamen die Zinssorgen einen Dämpfer. Der Anstieg der Anleiherenditen ist erst einmal gestoppt. Die Renditen der 2-jährigen US-Staatsanleihen kamen zuletzt nicht über die 4,2 Prozent hinaus. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen notieren noch immer unter 4,5 Prozent. Trotz dieser für Gold positiven Entwicklung ist festzustellen, dass eine deutliche Korrektur der Renditen, die den Goldpreis anschieben würde, noch auf sich warten lässt. Ganz ähnlich ist die Situation beim US-Dollar. Der Höhenflug des US-Dollar-Index ist zwar gestoppt, aber auch hier wartet man noch auf einen kräftigen Rücksetzer.
Gold-ETF-Investoren stehen jetzt im Fokus
Einmal mehr richten wir an dieser Stelle den Blick auf die Entwicklung der Bestände des SPDR Gold Shares. Die Bestandsentwicklung dient uns als rudimentärer Stimmungsindikator. In der letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle thematisierten wir den deutlichen Rückgang der Bestände. Im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts setzte sich der Aderlass beschleunigt fort. Das stützt die vorherige Annahme einer möglichen Marktbereinigung.
Wie reagieren die ETF-Investoren nun aber auf den US-Arbeitsmarktbericht? Gewinnt Gold nach den Jobdaten wieder an Strahlkraft? Der Bestandsentwicklung in den nächsten Tagen kommt daher eine große Bedeutung zu. Ein Kapitalzufluss und damit einhergehend anziehende Bestände würden die Erholung des Goldpreises stützen. Sollte sich der Bestandsabbau jedoch weiter fortsetzen, wäre das ein Warnzeichen, das man nicht ignorieren sollte.
Fazit – Gold startet Trendwende und könnte nun auf 4.800 US-Dollar steigen
Hat Gold die Trendwende eingeläutet? Abschließend lässt sich die Frage zwar noch nicht beantworten, doch der Anfang scheint gemacht. Aus charttechnischer Sicht sieht es nach einer kräftigen Erholung aus. Mögliche Bewegungsziele für den Goldpreis liegen bei 4.500 US-Dollar und 4.800 US-Dollar. Die Chancen auf eine Sommerrallye bei Gold stehen so schlecht nicht. Dennoch sollte man die Unterseite im Auge behalten. Die 4.000 US-Dollar in Verbindung mit den 3.950 US-Dollar sollten nicht deutlich unterschritten werden, anderenfalls wäre das Thema Trendwende vom Tisch.
Die Kursentwicklung der Produzentenaktien stützt ebenfalls das Szenario einer Trendwende bei Gold. Barrick Mining, Newmont Corp., Kinross Gold oder aber Agnico Eagle Mines drehten in entscheidenden Kursbereichen nach oben ab. Eine Erholung des Goldpreises könnte auch bei den Goldminen für enormen Auftrieb sorgen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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