Telekoms, Bau und Pharma
32 Aktien gegen den KI-Kater: Berenbergs Rezept für nervöse Anleger
Rechenzentren werden gestrichen, Gesetze gegen KI häufen sich, die Bewertungen bleiben hoch. Berenberg zeigt, mit welchen 32 Aktien Anleger dem Tech-Trubel entkommen können.
- Rechenzentren im Wert von 130 Milliarden gestrichen
- Mehr als 1.560 KI-Gesetzesvorhaben auf Staatsebene
- Berenberg empfiehlt 32 Aktien abseits des KI-Hypes
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Die KI-Rallye war lange die Party, auf der niemand fehlen wollte. Jetzt mehren sich die Fragezeichen bei vielen Anlegern. Die Analysten der Hamburger Privatbank Berenberg haben daher 32 Aktien ausgewählt, die vom KI-Hype möglichst unabhängig sind. Im Fokus stehen dabei europäische und britische Titel aus den Bereichen Telekommunikation, Energie, Pharma und Bau.
Die Analysten begründen ihren Rat mit der wachsenden Konzentration der Marktrenditen. Zwar legten globale Aktien 2026 bislang um rund zehn Prozent zu, ohne Halbleiter- und Hardwarewerte blieben davon aber nur 3,5 Prozent übrig.
Diese Wette auf die Zukunft ist nach Einschätzung der Bank zunehmend riskant. Allein im ersten Quartal 2026 wurden in den USA Rechenzentren im Wert von 130 Milliarden Dollar verzögert oder gestrichen, mehr als 1.560 KI-bezogene Gesetzesvorhaben wurden auf Bundesstaatenebene eingebracht, nach rund 1.200 im gesamten Vorjahr. Hinzu kommen sinkende Free-Cashflow-Renditen und steigende Schuldenlast bei den großen Cloud-Anbietern.
Als besonders widerstandsfähig gegenüber möglichen KI-Rückschlägen gilt der Telekomsektor. Die britische BT Group sehen die Analysten mit einem Kurspotenzial von rund 60 Prozent, gestützt auf das Ende des Glasfaserausbaus und ein aus ihrer Sicht unterbewertetes Openreach-Netz. Auch beim deutschen Anbieter 1&1 sehen die Experten Luft nach oben, rund 50 Prozent, dank des Ausbaus eines vierten deutschen Mobilfunknetzes und möglicher Übernahmefantasie. Aus dem deutschen Anlageuniversum haben die Experten außerdem die Aktien von Puma, Vonovia, ProCredit Holding und Deutz ausgewählt.
Im Baugewerbe setzt Berenberg auf Saint-Gobain mit rund 25 Prozent Potenzial sowie auf den britischen Infrastrukturspezialisten Costain mit etwa 15 Prozent. Bei Rohstoffwerten fällt die Wahl auf den Goldproduzenten Endeavour Mining, dem die Bank ein Volumenwachstum von 26 Prozent bis 2029 sowie rund 25 Prozent Kurspotenzial zutraut.
Auch im Pharmasektor sehen die Analysten Chancen abseits der KI-Story. Beim schwedischen Unternehmen Sobi rechnen sie für 2026 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 20 Prozent, deutlich über der eigenen Unternehmensprognose und der Konsensschätzung von 17 Prozent.
Wertorientierte Titel abseits der großen Technologiekonzerne böten derzeit die geringste Korrelation zum globalen Tech-Sektor, während die Bewertungen am US-Markt historisch betrachtet bereits in Blasenterritorium liegen.
Hier die komplette KI-sichere Aktien-Auswahl der Analysten:
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

