Samsung drückt die Stimmung
DAX leicht im Minus erwartet - TKMS, Samsung und SpaceX im Fokus
Nach einem gelungenen Start in die Woche, sorgt Samsung für lange Gesichter in Asien. Obwohl die Zahlen gut waren, ist die KI-Angst zurück an den Märkten. Dem kann sich der DAX auch nicht entziehen.
- Samsung mit Rekordgewinn, Aktie verlor deutlich
- DAX nach Rekordhoch leicht zurück, Markt überkauft
- Kanada bestellt bei TKMS bis zu zwölf U-Boote
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Nach dem starken Lauf der vergangenen Tage dürfte der DAX am Dienstag zunächst etwas nachgeben. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent tiefer auf 25.745 Punkte.
Am Montag hatte der DAX bei 25.900 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte er seinen knapp sechs Monate alten Höchststand übertroffen. Charttechnik-Experte Christoph Geyer hatte jedoch schon am Wochenende vor einem überkauften Markt gewarnt. Er rechnete deshalb mit einem möglichen Rücksetzer.
US-Börsen mit gelungenem Start in die Woche
Starke Kursgewinne in der Halbleiterbranche haben der Nasdaq zum Wochenauftakt deutlichen Rückenwind gegeben. Der Dow Jones Industrial erreichte zum Handelsschluss zwar ebenfalls eine Rekordmarke. Mit dem Tempo der Technologiewerte konnte der US-Leitindex aber nicht mithalten.
Der Dow schloss 0,29 Prozent höher bei 53.055,91 Punkten. Sein Rekordhoch lag mit gut 53.060 Punkten nur knapp darüber. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann dagegen 1,26 Prozent auf 29.697,87 Punkte. Der marktbreite S&P 500 rückte um 0,72 Prozent auf 7.537,43 Punkte vor.
Asiatische Börsen unter Druck
Der japanische Nikkei-Index hat am Dienstag nachgegeben. Belastet wurde der Markt vor allem von Verlusten bei großen Halbleiterwerten. Auslöser waren Kursverluste bei Samsung Electronics in Südkorea, die auch andere Technologiewerte in der Region unter Druck setzten.
Der Nikkei lag um 01:33 Uhr GMT 1,35 Prozent im Minus bei 68.798,93 Punkten.
Der breiter gefasste Topix sank um 0,21 Prozent auf 4.093,39 Punkte. Zuvor hatte er im Handelsverlauf bei 4.137,62 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Anleger griffen vor allem bei Finanzwerten und anderen Value-Titeln zu, die zuletzt stärker zurückgeblieben waren.
"Der Markt hat auf die Aktien von Samsung Electronics geschaut. Sie fielen, obwohl die Prognose des Speicherchip-Herstellers die Markterwartungen übertroffen hat", sagte Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities.
Chinesische Aktien sind am Dienstag schwächer in den Handel gestartet. Belastet wurden die Kurse von Prognosen, die auf ein nachlassendes Wirtschaftswachstum hindeuten.
Der Shanghai Composite, der wichtigste Index für chinesische Aktien, eröffnete 0,5 Prozent tiefer bei 4.019,49 Punkten. Der Shenzhen Component verlor ebenfalls 0,5 Prozent und fiel auf 15.345,39 Punkte.
Das chinesische Bruttoinlandsprodukt dürfte im Zeitraum von April bis Juni nur noch um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen sein. Im Vorquartal hatte das Plus noch bei fünf Prozent gelegen. Das geht aus einer vierteljährlichen Umfrage von Nikkei und Nikkei Quick News hervor.
Als Gründe für die Abschwächung nannte Nikkei eine schwache Binnennachfrage, den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, Handelskonflikte mit westlichen Staaten sowie einen globalen Schock bei der Energieversorgung.
TKMS: Das Gerücht wird bestätigt
Die Spatzen pfiffen es zu Wochenbeginn von den Dächern, jetzt ist es amtlich. Kanada setzt bei der Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auf Deutschland und Norwegen. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS soll bis zu zwölf U-Boote liefern. Das sagte Premierminister Mark Carney in Halifax vor seiner Abreise zum Nato-Gipfel in Ankara.
Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Entscheidung. „Dies ist ein großes, strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet“, sagte der CDU-Politiker. Die kanadische Regierung setze damit vor dem Nato-Treffen ein starkes Zeichen für die transatlantische Zusammenarbeit.
Für TKMS wäre es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Kanada soll U-Boote des Typs 212CD erhalten. Das Modell wurde von Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Die Buchstaben „CD“ stehen für „Common Design“, also ein gemeinsames Design. Die baugleiche Konstruktion soll die Kosten senken und die Zusammenarbeit erleichtern. Mit Kanada käme nun ein dritter großer Partner hinzu.
Samsung-Aktie nach Top-Zahlen unter Druck
Samsung bleibt im KI-Boom auf Rekordkurs. Der südkoreanische Elektronikkonzern erzielte im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von etwas mehr als 89 Billionen Won. Das entspricht rund 51 Milliarden Euro. Damit verdiente Samsung operativ so viel wie nie zuvor. Das teilte der Konzern am Dienstag in Seoul auf Basis vorläufiger Zahlen mit.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg das operative Ergebnis um das 19-Fache. Es lag zudem etwas über den Erwartungen der Analysten. Die Aktie, die in diesem Jahr bereits stark gelaufen war, gab dennoch um neun Prozent nach.
Samsung erreichte damit zum dritten Quartal in Folge einen neuen Höchstwert in der Unternehmensgeschichte. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 hatte der operative Gewinn nur knapp 44 Billionen Won betragen. Das war weniger als die Hälfte des Ergebnisses aus dem zweiten Quartal. Der Umsatz habe sich auf 171 Billionen Won mehr als verdoppelt.
Den Nettogewinn und Details zur Ergebnisentwicklung will Samsung Ende des Monats veröffentlichen.
SpaceX ab heute an der Nasdaq
Die Aktie des Raumfahrt- und KI-Konzerns SpaceX wird seit Dienstag im Nasdaq 100 geführt. Das teilte die Nasdaq bereits am 26. Juni in New York mit. SpaceX war Mitte Juni mit einem starken Börsendebüt gestartet. Nur 15 Handelstage nach der Erstnotiz rückte das Unternehmen bereits in den wichtigen Technologie-Auswahlindex auf. Möglich wurde das durch eine eigens für SpaceX eingeführte Sonderregel. Gegründet wurde der Konzern von Elon Musk. Der umstrittene Tesla-Chef kontrolliert SpaceX weiterhin.
Auf eine Aufnahme in den Dow Jones Industrial Average dürfte SpaceX dagegen noch länger warten müssen. Der zweitälteste Aktienindex der Welt zählt zwar weiterhin zu den bekanntesten Börsenbarometern. Für eine Aufnahme reicht Größe allein aber nicht aus. Auch qualitative Kriterien spielen eine wichtige Rolle. Dazu gehört etwa der Ruf eines Unternehmens.
Rohstoffe (Öl & Gold)
Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel leicht gestiegen. Für Nervosität sorgten Berichte über einen Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus. Der Preisanstieg blieb jedoch begrenzt.
Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August verteuerte sich zuletzt um 0,74 Prozent auf 72,52 US-Dollar. Ein Barrel entspricht 159 Litern.
Die Besatzung eines Tankers in der Straße von Hormus hatte einen Angriff auf ihr Schiff gemeldet. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO unter Berufung auf Angaben der Crew mit. Der Tanker sei rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Lima von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Verletzte gab es demnach nicht.
Wer für den Angriff verantwortlich ist, blieb zunächst offen. Das Portal Axios berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss schwer beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung lag zunächst nicht vor.
Die Goldpreise haben am Dienstag nachgegeben und notierten damit unter ihrem Zwei-Wochen-Hoch. Anleger warten auf das Protokoll der Juni-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Davon erhoffen sie sich Hinweise auf den geldpolitischen Kurs von Fed-Chef Kevin Warsh.
Der Gold-Spotpreis fiel um 0,9 Prozent auf 4.126,33 US-Dollar je Unze. US-Gold-Futures mit Lieferung im August gaben um 0,7 Prozent auf 4.137,60 US-Dollar nach.
"Das Kursbild bei Gold wirkt wie eine Fortsetzung der Vorwoche: eine gewisse Bodenbildung, ein entstehendes Unterstützungsniveau, und offensichtlich wartet der Markt auf Orientierung aus dem Fed-Protokoll. Anleger wollen besser einschätzen, wie die Fed kurzfristig über die Zinspolitik denkt", sagte Nicholas Frappell, Global Head of Institutional Markets bei ABC Refinery.
Devisen
Am Devisenmarkt lag der Dollar-Index, der die US-Währung gegenüber einem Korb aus Währungen einschließlich Yen und Euro misst, bei 100,88. Der Euro gab um 0,03 Prozent auf 1,1436 USD nach.
Der Yen erholte sich von Kursen oberhalb von 162 je USD, nahe eines 40-Jahres-Tiefs, und lag zuletzt 0,17 Prozent höher bei 161,79 je USD. Händler blieben wegen möglicher Interventionen wachsam, nachdem sich Anzeichen fuer einen möglichen Strategiewechsel der japanischen Behörden verdichtet hatten.
Kryptomarkt
Der Kryptomarkt startete freundlich in die Woche, blieb aber nervös. Ethereum zeigte Stärke, Bitcoin verteidigte wichtige Marken, doch große Verkäufe sorgten weiter für Unsicherheit.
Bitcoin hielt sich über 63.000 US-Dollar und machte damit einen Teil der Verluste aus der Vorwoche wett. Noch Anfang Juli war die größte Kryptowährung zeitweise unter 58.000 US-Dollar gefallen. Ethereum führte die Erholung an und legte auf Wochensicht rund zwölf Prozent zu.
Ganz ohne Rückschlag lief der Handel aber nicht. Bitcoin gab zwischenzeitlich nach, nachdem Strategy den Verkauf von 3.588 Bitcoin im Wert von rund 216 Millionen US-Dollar gemeldet hatte. Der Markt fing den Druck jedoch weitgehend auf. Später erholte sich Bitcoin wieder in Richtung 63.400 US-Dollar.
TERMINE UNTERNEHMEN
08:00 GBR: Shell, Q2-Umsatz
10:00 DEU: TLG Immobilien, Hauptversammlung
11:00 DEU: Delticom, Hauptversammlung
12:00 GBR: Marks & Spencer, Hauptversammlung
DEU: Heckler & Koch, Hauptversammlung
TERMINE KONJUNKTUR
01:30 JPN: Ausgaben privater Haushalte 5/26
08:00 DEU: Industrieproduktion 5/26
08:45 FRA: Handelsbilanz 5/26
14:15 USA: ADP-Bericht zum Arbeitsmarkt
14:30 USA: Handelsbilanz 5/26
SONSTIGE TERMINE
08:00 DEU: Personaldebatte OEAG Holding GmbH und Arbeitgeberverband Gesamtmetall zu Bürokratieabbau in Unternehmen
09:00 DEU: Tagesspiegel Background Fachkonferenz Agrar & Ernährung
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Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion
