Rheinmetall liefert wieder
Ukraine-Auftrag für Rheinmetall: Der Munitions-Boom geht weiter
Rheinmetall liefert neue 155-Millimeter-Munition an die Ukraine. Der Auftrag stärkt das Geschäft mit knappen Artilleriegeschossen.
- Rheinmetall liefert 155-mm Munition an die Ukraine
- ER02A1 und DM72 mit Reichweiten bis knapp 40 km
- Auftrag untermauert Auslastung und Fertigungsausbau
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Rheinmetall hat einen Vertrag mit einem nicht genannten NATO-Mitgliedstaat über die Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine erhalten. Laut einer Mitteilung vom Dienstag wird der deutsche Rüstungshersteller die Lieferung der 155-Millimeter-Artilleriegranaten ER02A1 B/B und der modularen Treibladungen DM72 vor April 2027 abschließen. Rheinmetall gab an, dass der Wert des Geschäfts im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegt. Die Munition wird bei Rheinmetall Expal Munitions in Spanien hergestellt.
Technisch geht es um reichweitenoptimierte 155-Millimeter-Munition. Die ER02A1-Geschosse sind als hochexplosive Artilleriegeschosse ausgelegt. Rheinmetall nennt für die ER02A1-Familie je nach Variante Reichweiten von rund 30 Kilometern in der Boat-Tail-Version und knapp 40 Kilometern in der Base-Bleed-Version. Bei Base Bleed reduziert ein pyrotechnisches Element am Heck den Luftwiderstand und erhöht so die Reichweite.
Für Rheinmetall ist der Auftrag einzeln betrachtet kein Riesendeal. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag ist bei dem Konzern überschaubar. Strategisch ist er aber relevant, weil er genau in das stärkste Narrativ der Aktie passt: Munition bleibt knapp, die Ukraine verbraucht große Mengen, NATO-Staaten füllen Lager auf, und Rheinmetall baut seine Fertigung massiv aus. Der Konzern selbst nennt das Ziel, bis 2030 rund 1,5 Millionen 155-Millimeter-Artilleriegeschosse pro Jahr herstellen zu können.
Der Auftrag stützt die These, dass Rheinmetalls Munitionsgeschäft auf Jahre hinaus stark ausgelastet bleibt. Für Anleger ist weniger die einzelne Bestellung entscheidend, sondern die Serie an Abrufen, Rahmenverträgen und Kapazitätsausbau. Genau dort liegt der Hebel für Margen, Umsatzvisibilität und den Bewertungsaufschlag der Aktie.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,16 % und einem Kurs von 1.138EUR auf Tradegate (07. Juli 2026, 10:12 Uhr) gehandelt.

