Halbleitercrash
Die Chip-Rallye bricht ein: Bärenstark bei Samsung reicht nicht
Das Phänomen ist bereits von Nvidia bekannt: Trotz extrem guter Geschäftszahlen, wird die Aktie abgestraft. Samsung hat es diesmal erwischt. Ist die Chip-Rallye damit am Ende?
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In der Nacht von Montag auf Dienstag präsentierte Samsung extrem gute Geschäftszahlen und die Aktie des Unternehmens fiel um rund 11 Prozent. Kann man hier von einem Nvidia- oder Samsung-Effekt sprechen? Soll heißen: gut, ist nicht gut genug?
Aber nicht nur das: Im Verlauf des Handels am Dienstag zog es dann die gesamte Halbleiterbranche abwärts. Die Aktien von Micron Technology und Sandisk verloren im US-Handel jeweils mehr als 6 beziehungsweise über 9 Prozent. Der Nasdaq 100 gab über einen Prozent nach (MESZ 17 Uhr).
Samsung ist gemessen an der Marktkapitalisierung der weltweit größte Hersteller von Speicherchips. Zwar verzeichnete das Unternehmen einen 19-fachen Gewinnsprung, doch selbst das reichte nicht aus, um die hohen Erwartungen des Marktes zu erfüllen.
Halbleiterwerte stehen nach ihrer beispiellosen Rallye erneut auf dem Prüfstand. Anleger hinterfragen zunehmend die hohen Bewertungen. Seit Monatsbeginn brechen die Chipwerte ein.
Ob eine typische Marktrotation hin zu Konsumtiteln stattfindet, bleibt fraglich. Ein Indiz könnte sein, dass der Dow Jones, vertreten mit Industrietiteln, moderat in dieser Phase ansteigt.
Besonders auffällig bewegten sich die Magnificient Seven: Microsoft gewinnt mehr als 1,3 Prozent hinzu und führte damit eine Erholung der Softwarebranche an. Auch Meta Platforms und Amazon können gewinnen. Auch Alphabet konnte zulegen. Sind die Mag 7 der heimliche Gewinner des Chip-Ausverkaufs?
Theoretisch ist dies möglich: Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta investieren derzeit dreistellige Milliardensummen in Rechenzentren und KI-Hardware. Werden GPUs und andere Halbleiter günstiger, sinken ihre Investitionskosten, was die Gewinnmargen verbessern könnte.
Die Nachfrage nach Chips bleibt aber ungebrochen hoch. ABER: Der Markt hat auch bereits schon sehr viel Zukunft eingpreist, die jetzt abgelassen wird.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

