Schwere US-Angriffe auf Iran
Iran-Krieg: Die Gewaltspirale dreht sich wieder! Öl knallt hoch!
Als Reaktion auf den Beschuss von Handelsschiffen in der Straße von Hormus meldet das US-Militär schwere Angriffe auf Ziele im Iran. Die Angst vor einer Eskalation des Iran-Konflikts geht um. Der Ölpreis legt kräftig zu.
Der Ölmarkt hat seinen nächsten Schockmoment. Nach neuen schweren US-Angriffen auf den Iran sind die Preise für Rohöl am Mittwoch deutlich gestiegen. Der Grund ist die Angst vor einer neuen Eskalation im Nahen Osten.
Die US-Sorte WTI zur Lieferung im August verteuerte sich laut CNBC um 2,87 Prozent auf 72,46 US-Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im September stieg um 2,75 Prozent auf 76,18 US-Dollar.
Auslöser der jüngsten US-Angriffe auf den Iran waren neue Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, die mutmaßlich durch den Iran oder seine Verbündeten verübt wurden. Drei kommerzielle Schiffe seien am Dienstag in oder nahe der strategisch wichtigen Meerenge attackiert worden, meldete das Gemeinsame Maritime Informationszentrum unter Führung der USA. Die Gefahrenlage für Schiffe wurde auf "hoch" angehoben. Weitere feindliche Aktionen des Iran seien wahrscheinlich.
Darauf reagierte das US-Militär mit einer Reihe schwerer Angriffe. Insgesamt seien 80 iranische Ziele getroffen worden. Das US-Zentralkommando erklärte, die Militärschläge seien eine Antwort auf iranische Attacken gegen drei Handelsschiffe. Irans Vorgehen sei ungerechtfertigt, gefährlich und ein klarer Bruch der Waffenruhe. Am frühen Mittwochmorgen erklärten die USA die Militärschläge für beendet.
Trotzdem steht die fragile Entspannung im Nahen Osten wieder auf der Kippe. Erst im vergangenen Monat war eine Feuerpause erreicht worden. Sie hatte die Straße von Hormus nach monatelangen Störungen wieder für den kommerziellen Schiffsverkehr geöffnet.
Auch wirtschaftlich zieht Washington die Schrauben an. Das US-Finanzministerium zog eine Ausnahmegenehmigung zurück, die dem Iran den Verkauf von Öl erlaubt hatte. Ein US-Regierungsvertreter sagte CNBC anonym, Iran werde nur profitieren, wenn er sich entsprechend verhalte. Das Vorgehen in der Straße von Hormus sei für die USA völlig inakzeptabel und werde Folgen haben.
Für Anleger geht es nun um mehr als nur Öl. Orbis-Advisor-Stratege Andrew Jackson warnt, dass der Sprung bei Ölpreisen und Renditen die US-Notenbank zu einer härteren Haltung zwingen könnte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um zwei Basispunkte auf 4,549 Prozent.
Derweil melden mehrere Medien, dass es Raketenalarm in Kuwait und Bahrain gegeben habe. Der Iran hatte zuvor mit Gegenangriffen gedroht.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

