KI-Abverkauf verunsichert

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    DAX ohne Impluse - Ölpreis, Rheinmetall und L'Oréal im Fokus

    Während die KI-Angst an den Märkten wieder größer wird, spitzt sich auch die Lage in der Straße von Hormuz wieder zu. Die USA haben Ziele im Iran angegriffen, nachdem zuvor wohl Tanker attakiert worden sind.

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    KI-Abverkauf verunsichert - DAX ohne Impluse - Ölpreis, Rheinmetall und L'Oréal im Fokus

    Nach dem Rückschlag des Dax auf Rekordniveau dürfte sich zur Wochenmitte zunächst wenig bewegen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor dem Xetra-Start fünf Punkte tiefer auf 25.460 Punkte. Am Montag hatte der Dax mit 25.900 Punkten einen weiteren Rekord erreicht. Danach gab er einen Teil seines starken Laufs wieder ab. Belastet wurde er auch von Gewinnmitnahmen im KI-Sektor.

    Diese Entwicklung ist noch nicht vorbei. Der südkoreanische Kospi, zuletzt ein Symbol der KI-Rally, liegt am Morgen erneut deutlich im Minus. Er fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend nach deutlichen Verlusten nur mit Mühe seine 50-Tage-Linie verteidigt.

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    Auch der Iran-Krieg rückt wieder stärker in den Fokus. Die Ölpreise sind gestiegen. Nach den jüngsten Angriffen auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär Ziele im Iran attackiert. Zudem wurden die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Der Iran kritisierte dies als "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen.

    Tech-Verluste und Dow Rückschlag

    Der US-Leitindex Dow Jones Industrial erreichte am Dienstag den vierten Börsentag in Folge ein Rekordhoch. Wie schon am Vortag gab das Börsenbarometer seine ohnehin moderaten Gewinne aber rasch wieder ab. Am Ende schloss der Dow 0,25 Prozent tiefer bei 52.925,15 Punkten. Damit kam die jüngste Kursrally ins Stocken.

    Deutlich stärker unter Druck standen Technologie-Aktien. Besonders hohe Verluste gab es im Halbleitersektor. Zuvor hatte der südkoreanische Elektronik- und Chipkonzern Samsung den Markt trotz eines Rekordergebnisses nicht überzeugt. Der am Vortag noch starke Nasdaq 100 verlor 1,77 Prozent auf 29.173,02 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab 0,45 Prozent auf 7.503,85 Punkte nach.

    Verluste in Japan und Südkorea, Gewinne in China

    Der südkoreanische Kospi litt am Mittwoch erneut unter Gewinnmitnahmen bei zuvor stark gelaufenen KI-Werten. Zuletzt lag der Index 4,7 Prozent im Minus und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verlor im späten Handel knapp ein Prozent.

    In China zeigte sich dagegen ein anderes Bild. Der CSI-300 legte 0,2 Prozent zu. Der Hang Seng in Hongkong stieg sogar um 2,3 Prozent. Gefragt waren dort Techwerte wie Alibaba und Tencent. Investoren setzen derzeit offenbar stärker auf chinesische Aktien mit KI-Bezug. Diese waren der allgemeinen Rally der vergangenen Monate eher hinterhergelaufen. Berichte über die Entwicklung eigener KI-Chips durch chinesische Unternehmen sorgten erneut für Rückenwind.

    Rheinmetall: Nächste Konsequenz nach Fregatten-Aus

    Rheinmetall hat seine Pläne für 900 zusätzliche Stellen in der Sparte Naval Systems vorerst gestoppt. Grund ist ein verlorener Bundeswehr-Auftrag im Umfang von mehreren Milliarden Euro. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin Capital am Dienstag unter Berufung auf Unternehmenskreise.

    Demnach kann der deutsche Rüstungs- und Automobilzulieferer seinen bisherigen Plan ohne den Auftrag nicht weiter umsetzen. Rheinmetall wollte im Bereich Naval Systems insgesamt 1.000 neue Stellen schaffen. In den vergangenen Monaten hatte der Konzern zur Vorbereitung auf den Auftrag bereits 100 neue Mitarbeiter eingestellt.

    Rheinmetall reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von MT Newswires nach einer Stellungnahme.

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    L’Oréal: Gucci-Linzenz unter Dach und Fach

    Der Kosmetikkonzern gab die Unterzeichnung eines exklusiven Lizenzvertrags über 50 Jahre bekannt. Die Vereinbarung umfasst die Kreation, Entwicklung und den Vertrieb von Duft- und Beauty-Produkten der Marke Gucci.

    Zuvor hatte Kering die vorzeitige Beendigung der Gucci-Beauty-Lizenz mit Coty angekündigt. Die neue Vereinbarung folgt den Bedingungen der Allianz, die Kering und L’Oréal am 19. Oktober 2025 geschlossen hatten. Vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen tritt die Lizenz am 1. Juli 2027 in Kraft.

    Ab diesem Zeitpunkt übernimmt L’Oréal weltweit die Verantwortung für die Entwicklung und Steuerung der Beauty-Aktivitäten von Gucci. Bis dahin wollen Kering und L’Oréal gemeinsam einen reibungslosen Übergang sicherstellen. Ziel sei es, die Kontinuität der Aktivitäten zu wahren und den nachhaltigen Erfolg der Marke zu sichern.

    "Gucci ist ein ikonisches Haus und eine bedeutende kulturelle Kraft, die die Regeln des modernen Luxus neu geschrieben hat, indem sie ein reiches Erbe mit einer einzigartigen und wegweisenden Vision von Mode verbindet", sagte Cyril Chapuy, Präsident von L’Oréal Luxe.

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    Rohstoffe (Öl & Gold)

    Die Ölpreise sind am Mittwoch nach den neuen Angriffen der Vereinigten Staaten auf den Iran kräftig gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August verteuerte sich im frühen Handel um 2,6 Prozent auf 76,09 US-Dollar. Bereits am Dienstag hatte der Brent-Preis wegen der Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus um drei Prozent zugelegt.

    In der Nacht auf Mittwoch bombardierten die USA als Reaktion auf die Attacken gegen Tanker Ziele im Iran. Zudem setzten die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft. Teheran verurteilte das Vorgehen Washingtons umgehend als „schwerwiegenden Verstoß“ gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.

    Der Iran werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu wahren“, schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X.

    Mit gut 76 US-Dollar liegt der Brent-Preis rund achteinhalb Prozent über dem Zwischentief der vergangenen Woche. Anfang Juli war der Preis für ein Fass Brent auf 70 US-Dollar gefallen. Das war der tiefste Stand seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.

    Nach dem Beginn des Konflikts Ende Februar war der Ölpreis zunächst deutlich gestiegen. Ein Barrel Brent kostete zwischenzeitlich etwas mehr als 126 US-Dollar. Seit diesem Zwischenhoch Ende April ging es nach und nach abwärts. Grund dafür war die Hoffnung auf eine Lösung im Iran-Krieg. Diese Hoffnung hat durch die jüngsten Entwicklungen erneut einen Dämpfer erhalten.

    Gold wieder unter Druck 

    Gold ist am Mittwoch auf den niedrigsten Stand seit fast einer Woche gefallen. Belastet wurde das Edelmetall von den neuen US-Angriffen auf den Iran. Sie stützten die Ölpreise und den US-Dollar. Dadurch wuchsen die Sorgen, dass die Inflation länger hoch bleiben könnte und die Zinsen entsprechend länger auf erhöhtem Niveau verharren.

    Der Spotpreis für Gold fiel um 0,1 Prozent auf 4.100,32 US-Dollar je Unze. Zuvor war er auf den niedrigsten Stand seit dem 2. Juli gerutscht. US-Gold-Futures zur Lieferung im August gaben um 1,1 Prozent auf 4.112,50 US-Dollar nach.

    Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 67 Prozent für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im September ein. Am Dienstag hatte dieser Wert noch bei rund 57 Prozent gelegen. Das zeigte das CME FedWatch Tool.

    Anleger warteten zudem auf das Protokoll der Sitzung des Federal Open Market Committee vom 16. bis 17. Juni. Es wurde später am Mittwoch erwartet und sollte neue Hinweise auf den Zinspfad unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh liefern.

    Die chinesische Zentralbank meldete im Juni den größten monatlichen Anstieg ihrer Goldreserven seit mehr als zweieinhalb Jahren. Das zeigten offizielle Daten vom Dienstag, obwohl die Goldpreise fielen.

     

    Devisen

    Der Euro hat sich am Dienstag im späten US-Devisenhandel kaum noch bewegt. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1427 US-Dollar und damit etwa auf dem Niveau des späten europäischen Währungsgeschäfts. Für größere Ausschläge fehlten die Impulse. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1433 (Montag: 1,1415) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8746 (0,8760) Euro gekostet.

    Kryptomarkt

    Der Kryptomarkt lief zunächst freundlich, dann aber ohne klaren Durchbruch. Bitcoin sprang zeitweise über 64.000 US-Dollar, konnte das Niveau aber nicht halten und fiel später wieder in den Bereich um 63.000 US-Dollar zurück. CoinDesk sprach von einem Rücksetzer vom Zwei-Wochen-Hoch bei 64.500 US-Dollar; schwache ETF-Flows, fallendes Open Interest und eine schwache Spot-Nachfrage bremsten die Euphorie.

    Bitcoin lag je nach Datenzeitpunkt leicht im Plus oder leicht im Minus. CoinStats meldete 63.343 US-Dollar und ein Plus von 0,52 Prozent auf 24-Stunden-Sicht, während Economic Times am Vormittag einen minimalen Rückgang von 0,2 Prozent nannte. Das zeigt: Der Markt war nicht wirklich schwach, aber der Schwung ließ nach.

    Ethereum bewegte sich ähnlich. CoinStats sah Ether bei 1.778,60 US-Dollar mit 0,44 Prozent Plus. Economic Times berichtete dagegen zeitweise von 1.770 US-Dollar und 0,5 Prozent Minus. Auch hier also: Stabilisierung, aber keine echte Rallye.

    Bei den größeren Altcoins war das Bild gemischt. Solana legte laut CoinStats um 1,47 Prozent auf 81,49 US-Dollar zu. XRP verlor dagegen 1,21 Prozent, BNB gab 0,71 Prozent ab, während Tron leicht zulegte.

    Der wichtigste Punkt: Die Erholung seit Monatsbeginn steht noch, aber sie wirkt fragil. CoinDesk bezifferte das Plus des Kryptomarktes seit dem 1. Juli auf 8,4 Prozent. Gleichzeitig warnte der Bericht, dass der jüngste Anstieg eher von Short-Eindeckungen als von neuer, breiter Kaufüberzeugung getragen wurde.

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    TERMINE UNTERNEHMEN

    09:30 USA: Meta, Hauptversammlung
    10:00 DEU: WCM, Hauptversammlung
    15:00 DEU: Würth-Gruppe, Halbjahreszahlen
    17:45 FRA: Airbus, Auslieferungen/Aufträge 6/26

    DEU/ITA: Unicredit will finales Ergebnis ihres Übernahmeangebots für die Commerzbank bekanntgeben

    TERMINE KONJUNKTUR

    01:50 JPN: Leistungsbilanz 5/26
    04:00 NZL: Zentralbank, Zinsentscheid
    08:45 FRA: Leistungsbilanz 5/26
    13:00 USA: MBA Hypothekenanträge
    15:00 USA: Neue Weltprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF)
    16:00 USA: Großhandelsumsatz 5/26
    16:30 USA: EIA-Ölbericht (Woche)
    20:00 DEU: Fed-Sitzungsprotokoll 16./17.6.26
    21:00 USA: Konsumentenkredite

    SONSTIGE TERMINE:

    09:30 LUX: Gericht der EU urteilt zu EU-Einstufung von Apple als «Torwächter» bei Plattformdiensten

    09:30 LUX: Gericht der EU urteilt zu EU-Genehmigung von italienischen Staatshilfen für Fluglinien während Corona-Pandemie

    TUR: Nato-Gipfel (zweiter und letzter Tag)
    + 0700 Doorstep Nato-Generalsekretär Mark Rutte, anschließend Staats- und Regierungschefs
    + 0945 Offizielle Begrüßung der Staats- und Regierungschefs
    + 1000 Familienfoto der Gipfel-Teilnehmer
    + 1015 Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Staats- und Regierungschefs
    + 1330 Treffen US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
    + 1415 Abschluss-Pk Rutte
    + 1515 Pk Trump
    + 1530 Pk Bundeskanzler Friedrich Merz

    Alle Angaben wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch übernimmt die dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH keine Haftung für die Richtigkeit. Alle Zeitangaben erfolgen in MESZ.

    
     

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      Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion



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