Rohstoff-Alarm
Sojaöl knallt nach neuer Iran-Eskalation auf 3-Wochen-Hoch!
Als Reaktion auf Attacken auf Handelsschiffe greifen die USA den Iran erneut an. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen. Daraufhin ziehen die Rohstoffpreise wieder an. Sojaöl erreicht ein 3-Wochen-Hoch.
Ein neuer Konfliktfunke genügt – und plötzlich rückt ein Rohstoff in den Fokus, den viele Anleger kaum beachten: Sojaöl. Laut Bloomberg kletterten die meistgehandelten Chicago-Futures am Mittwoch auf ein Drei-Wochen-Hoch. In der Spitze legten sie um 1,8 Prozent zu und verlängerten damit ihre Gewinnserie auf fünf Handelstage.
Auslöser ist nicht die Ernte, sondern der Nahe Osten. Die jüngsten US-Militärschläge gegen den Iran trieben nicht nur die Preise bei Rohöl der Sorte Brent und West Texas Intermediate (WTI) in die Höhe, sondern auch Sojaöl. Washington erklärte, mehr als 80 iranische Ziele angegriffen zu haben. Die Militärschläge seien eine Reaktion auf eine Serie von Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus gewesen.
Sojaöl ist ein wichtiger Rohstoff für Biokraftstoffe. Steigt der Preis für fossiles Rohöl, werden solche Alternativen für Käufer interessanter. Deshalb wirkt sich die Eskalation im Nahen Osten nicht nur auf Öl aus, sondern auch auf Agrarrohstoffe wie Sojaöl.
Die Lage bleibt angespannt. Obwohl die Angriffe binnen Stunden beendet waren, zog der Ölpreis den zweiten Tag in Folge an. Der Iran drohte mit Vergeltung und griff seinerseits Ziele in Bahrain und Kuwait an. Zugleich widerriefen die USA eine Sanktionsausnahme, die Teheran den Verkauf von Rohöl erlaubt hatte. Laut Berechnungen von Bloomberg befinden sich derzeit rund 63 Millionen Barrel iranisches Öl auf Tankern, teils unterwegs, teils ohne klares Ziel.
Am Markt kam diese Entwicklung sofort zum Ausdruck: Sojaöl verteuerte sich zuletzt um 1,4 Prozent auf 68,18 Cent je Pfund (rund 0,45 Kilo). Rohöl lag bei 72,76 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und legte damit mehr als drei Prozent zu. Mais gab dagegen um 0,4 Prozent auf 4,6275 US-Dollar je Bushel ( circa 35 Liter) nach. Sojabohnen und Weizen legten ebenfalls leicht zu.
Kang Wei Cheang, Agrarbroker bei StoneX, sieht diese Entwicklung teilweise mit den neuen geopolitischen Spannungen verknüpft. Gleichzeitig stützten hohe US-Vorgaben für die Beimischung von Biokraftstoffen die Nachfrage nach Ölsaaten.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion


