COPD-Forschung
AstraZeneca greift zu: Milliardenchance mit neuem Lungenmedikament?
AstraZeneca sichert sich die Exklusivrechte außerhalb Chinas an einem COPD-Wirkstoff. Der Deal kann auf bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar anwachsen.
- AstraZeneca sichert Exklusivrechte an COPD Wirkstoff
- 200 Millionen US-Dollar Vorauszahlung vereinbart
- Phase II zeigt bessere Lungenfunktion und Symptome
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AstraZeneca baut seine Pipeline für Atemwegserkrankungen weiter aus. Der Pharmakonzern zahlt 200 Millionen US-Dollar vorab, um sich die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte außerhalb Chinas für den experimentellen COPD-Wirkstoff TQC3721 zu sichern. Das teilte der chinesische Arzneimittelhersteller Sino Biopharmaceutical am Mittwoch in einer Mitteilung an die Börse in Hongkong mit.
Die Vereinbarung umfasst neben der Vorauszahlung weitere Entwicklungs-, Zulassungs- und Vertriebsmeilensteine. Das gesamte Vertragsvolumen kann sich auf bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar belaufen. AstraZeneca erhält zudem die Lizenz, TQC3721 außerhalb Chinas zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten. Darüber hinaus schließt die Vereinbarung weltweite Rechte für bestimmte künftige Entwicklungsprogramme ein. Einzelheiten dazu nannte Sino Biopharmaceutical in seiner Mitteilung an die Börse in Hongkong nicht.
Hoffnung auf bessere Behandlung
TQC3721 wird von der Sino-Biopharmaceutical-Tochter Chia Tai Tianqing Pharmaceutical Group entwickelt. Laut einer Phase-II-Studie in China verbesserte der Wirkstoff die Lungenfunktion und die Beschwerden der Patienten im Vergleich zu einem Placebo deutlich. Die Studienautoren bezeichneten den Kandidaten als neuartigen Therapieansatz.
Sino Biopharmaceutical erklärte, die Zusammenarbeit werde "die umfassende Erfahrung von AstraZeneca in der klinischen Entwicklung und das Fachwissen im Bereich der Atemwegserkrankungen mit den Innovationsfähigkeiten der Gruppe bündeln".
Auch AstraZeneca sieht Potenzial. Sharon Barr, Executive Vice President für Biopharmaceuticals Forschung und Entwicklung, sagte gegenüber Reuters: "Bei manchen Menschen mit COPD treten trotz bestehender Therapien weiterhin Exazerbationen auf." TQC3721 könne Patienten "eine wichtige neue Behandlungsmöglichkeit" bieten.
COPD bleibt großer Wachstumsmarkt
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung zählt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weiterhin zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Im Jahr 2023 starben 3,4 Millionen Menschen an der Erkrankung.
AstraZeneca gehört gemeinsam mit GSK und Boehringer Ingelheim zu den führenden Anbietern in diesem Markt. Erst im April meldete das Unternehmen positive Spätstudiendaten für den eigenen Wirkstoffkandidaten Tozorakimab, der die Zahl mittelschwerer bis schwerer Krankheitsschübe deutlich reduziert haben soll.
Für Sino Biopharmaceutical ist die Vereinbarung bereits der zweite große Auslizenzierungsvertrag mit einem internationalen Pharmakonzern im laufenden Jahr. Bereits im März vergab die Tochtergesellschaft die Rechte am Blutkrebsmedikament Rovadicitinib an Sanofi.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

