Kapitalmaßnahmen und Optimierung der Bilanzstruktur
Jüngst lag der Schwerpunkt der RWE AG auf der Neuausrichtung der Finanzstruktur. Anfang Juni beendete der Konzern das im November 2024 gestartete Aktienrückkaufprogramm mit
einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro. Kurze Zeit später, am 22. Juni, beschloss der Vorstand eine Eigenkapitalmaßnahme. Dazu soll das Grundkapital von RWE unter teilweiser
Ausnutzung des genehmigten Kapitals durch Ausgabe von 36.143.952 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, entsprechend 4,9 % des Grundkapitals, gegen Bareinlagen erhöht
werden. Gleichzeitig sollen bis zu 38.240.169 eigene Aktien von RWE, entsprechend 5,1% des Grundkapitals, veräußert werden. Ziel ist es, mit diesen finanziellen Mitteln primär
die Finanzierung der Anteilsaufstockung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion für rund 3,6 Mrd. Euro zu stemmen. Ergänzend emittierte RWE Ende Juni eine grüne Anleihe im Wert
von 1,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt. Aus Sicht des Konzerns schaffen diese Schritte die notwendige finanzielle Flexibilität, um den Umbau des Erzeugungsportfolios
kapitalgedeckelt fortzuführen.
Operative Erweiterungen im europäischen Raum
Neben den finanziellen Strukturierungen verzeichnete RWE im Frühsommer operative Fortschritte im europäischen Ausland und im Heimatmarkt. Ende Juni meldeten RWE und das
Partnerunternehmen PPC die Inbetriebnahme von rund einem Gigawatt an neuer Solarkapazität in Nordgriechenland. Parallel dazu eröffnete der Energieversorger ein neues
Kontrollzentrum für Offshore-Windparks in Ostfriesland. Das Unternehmen verfolgt damit das Ziel, die dezentrale Steuerung der europäischen Erzeugungskapazitäten zu bündeln und
die Anlagenverfügbarkeit auf Basis standardisierter Prozesse zu erhöhen. Der Konzern richtet seine operativen Kapazitäten darauf aus, Skaleneffekte bei der Wartung und
Betriebsführung zu generieren.
Netzinfrastruktur und erneuerbare Energien als Wachstumstreiber
Die langfristige Entwicklung des Konzerns stützt sich auf die Integration von erneuerbaren Energien und die Stärkung der Stromnetze. Die Aufstockung der Anteile an Amprion
verdeutlicht die Erwartung des Managements, dass die Transportnetze eine Kernrolle bei der Transformation des Energiesektors spielen werden. Die politische Förderung des
Smart-Meter-Rollouts und der erwartete Fortschritt bei Trassen wie Suedlink bilden die regulatorische Grundlage, auf der RWE das eigene Geschäftsmodell kalibriert. Der Konzern
betrachtet die Digitalisierung der Netzinfrastruktur als Voraussetzung, um das wachsende Portfolio aus fluktuierender Wind- und Solarenergie systemdienlich einzuspeisen und
Transportengpässe abzumildern.
Geschäftsausblick und Dividendenpolitik
Die strategischen Entscheidungen der letzten beiden Monate ordnen sich in die übergeordnete Ertragsprognose ein. Nach einem Jahresauftakt mit einem Zuwachs des bereinigten
Nettoergebnisses je Aktie bestätigte das Management den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen kalkuliert weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 5,2
und 5,8 Mrd. Euro. Vor dem Hintergrund der operativen Erwartungen strebt der Vorstand für das Geschäftsjahr 2026 eine reguläre Dividende von 1,32 Euro je Aktie an. Dies
entspricht einem Zuwachs von 10 % im Vergleich zur Vorjahresauschüttung und reflektiert die aus Sicht der Unternehmensführung kalkulierbare Ertragslage trotz hoher
Investitionsaufwendungen.
Produktidee: Discount-Zertifikat Classic auf RWE AG
Eine attraktive Alternative zur Direktanlage in die Aktie sind Discount-Zertifikate. Anlegern steht eine Auswahl an entsprechenden Produkten auf den Basiswert RWE AG zur
Verfügung. Ein Beispiel ist ein Discount-Zertifikat mit der WKN: DU7MHM, das am 25.06.2027 fällig wird (Rückzahlungstermin) und mit einem Discount zum
Kurs der Aktie RWE AG notiert. Der Anleger erhält keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und hat keine weiteren Ansprüche aus dem Basiswert. Die Höhe der möglichen
Rückzahlung wird bei 55,00 Euro begrenzt.
Für die Rückzahlung des Zertifikats gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Liegt der Schlusskurs des Basiswerts RWE AG an der maßgeblichen Börse am 18.06.2027 (Referenzpreis) auf oder über dem Cap, erhält der Anleger den Höchstbetrag von 55,00
Euro.
2. Liegt der Referenzpreis unter dem Cap, erhält der Anleger einen Rückzahlungsbetrag, der dem Referenzpreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis (1,00) entspricht. Der
Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Rückzahlungsbetrag unter dem Erwerbspreis des Produkts liegt.
Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust tritt ein, wenn der Referenzpreis
null ist. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat
aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.
Das vorliegend beschriebene Discount-Zertifikat richtet sich an Anleger, die einen Anlagehorizont bis zum 25.06.2027 haben und davon ausgehen, dass die RWE AG am 18.06.2027
auf oder über 55,00 Euro liegen wird.
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.
Stand: 07.07.2026, DZ BANK AG / Online-Redaktion / Emittent DZ BANK