Verhütungsgeschäft-Verkauf
Bayer kassiert 3 Milliarden: Dieser Deal soll die Glyphosat-Last drücken
Bayer verkauft einen Anteil seines Verhütungsgeschäfts für drei Milliarden Euro an Apollo Global Management. Das Geld soll den Konzern im Glyphosat-Streit entlasten, die Kontrolle gibt Bayer jedoch nicht ab. Die Details.
Im Kampf gegen seine milliardenschweren Glyphosat-Risiken greift Bayer zu einem ungewöhnlichen Schritt. Der Konzern verkauft eine Minderheitsbeteiligung an seinem Verhütungsgeschäft für drei Milliarden Euro an Apollo Global Management.
Das Entscheidende dabei ist: Bayer gibt die Kontrolle nicht aus der Hand. Der Konzern behält die volle operative Führung über die neu geschaffene Gesellschaft. Zu dieser gehören lang wirkende Verhütungsmittel wie Mirena, Kyleena und Jaydess. Allein im Jahr 2025 erzielten diese Produkte einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.
Mit dem frischen Geld will Bayer vor allem die wachsenden Belastungen aus den US-Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter Roundup abfedern. Im Februar hatte der Konzern seine Rückstellungen für Rechtsrisiken auf 11,8 Milliarden Euro erhöht. Kurzfristige Zahlungen für Vergleiche und fällige Anleihen sind laut Bayer bereits über eine Bankkreditlinie von 8 Milliarden US-Dollar abgesichert. Der Apollo-Deal ist Teil des größeren Finanzierungsplans.
Zuletzt hatte Bayer zudem sein US-Glyphosatgeschäft in eine eigene Einheit ausgegliedert. Diesem Schritt war eine für den Konzern günstige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vorausgegangen. Eine endgültige Lösung für das Klagerisiko ist das jedoch nicht.
An der Börse kam dieser Schritt zunächst gut an. Die Bayer-Aktie stieg am Freitag zwar zeitweise um zwei Prozent, gab diese Gewinne dann aber wieder ab und rutschte leicht ins Minus. Seit Jahresbeginn liegt sie jedoch rund 40 Prozent im Plus. Anleger setzen offenbar darauf, dass Vorstandschef Bill Anderson den finanziellen Druck schrittweise verringern kann. Doch der Deal zeigt auch, wie teuer die Altlasten des Roundup-Kaufs für Bayer weiterhin sind.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
