AMD rückt Nvidia auf die Pelle
Anthropic wählt AMD: Wird Helios jetzt zum Nvidia-Zerstörer?
AMD greift Nvidia mit einem milliardenschweren Anthropic-Deal weiter an. Zwei Gigawatt Helios-Leistung und bis zu fünf Milliarden US-Dollar könnten den KI-Chipmarkt neu sortieren.
- Anthropic bestellt bis zu zwei Gigawatt Helios ab 2027
- AMD liefert Helios-Systeme mit MI455X und ROCm
- Deal stärkt AMD als ernsthaften Konkurrenten zu Nvidia
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
AMD wird langsam, aber sicher zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Nvidia. Der Chiphersteller hat mit Anthropic einen milliardenschweren Liefer- und Investitionsvertrag geschlossen. Der Entwickler des KI-Modells Claude will ab der ersten Hälfte 2027 bis zu zwei Gigawatt an KI-Rechenleistung von AMD einsetzen.
Anthropic setzt dabei auf die Helios-Systeme des Konzerns. Die Infrastruktur umfasst MI455X-Grafikprozessoren, EPYC-Venice-Prozessoren, Netzwerktechnik von Pensando und die ROCm-Softwareplattform. Damit liefert AMD nicht nur einzelne Chips, sondern nahezu die gesamte technische Grundlage für große KI-Rechenzentren.
Nach Microsoft entscheidet sich damit ein weiterer bedeutender KI-Anbieter für Helios. Das ist ein wichtiges Signal im Wettbewerb mit Nvidia. Der bisherige Marktführer dominiert den Markt für KI-Beschleuniger, doch AMD gewinnt zunehmend Großkunden und schafft ein eigenes Ökosystem aus Chips, Netzwerken und Software.
Zusätzlich will AMD bis zu fünf Milliarden US-Dollar in Anthropic investieren. Der Konzern könnte dem KI-Unternehmen laut dem "Wall Street Journal" außerdem finanzielle Sicherheiten für künftige Mietverträge von Rechenzentren bereitstellen.
AMD-Chefin Lisa Su sieht in der Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt für die eigene KI-Strategie. "Gemeinsam werden wir die KI-Einführung im großen Maßstab beschleunigen und Helios als zentrale Plattform für die nächste Generation der KI-Infrastruktur etablieren", erklärte sie.
Auch Anthropic profitiert von der engeren Partnerschaft. Das Unternehmen erhält zusätzliche Rechenkapazitäten für das Training und den Betrieb von Claude. Gleichzeitig verringert es seine Abhängigkeit von einzelnen Hardwareanbietern.
Mein Tipp: AMD verspricht mehr Performance
Was die Entwicklung in diesem Jahr angeht, hat AMD Nividia schon deutlich in den Schatten gestellt. Während die AMD-Aktie rund 145 Prozent seit Jahresbeginn zugelegt hat, kommt der wertvollste Konzern der Welt im selben Zeitraum gerade einmal auf einen Zuwachs von 10 Prozent.
Der neue Deal mit Anthropic könnte die Performance-Schere zwischen den beiden Aktien noch vergrößern. Die Zusammenarbeit geht über die Lieferung von Rechenleistung hinaus. AMD will die Claude-Modelle künftig auch bei der Entwicklung und Optimierung der eigenen Chiptechnologie einsetzen. Anthropic wird damit gleichzeitig zum Kunden, Entwicklungspartner und Beteiligungsziel.
Der Deal zeigt, dass Nvidia im Geschäft mit KI-Infrastruktur zunehmend ernsthafte Konkurrenz bekommt. AMD kann den Marktführer zwar noch nicht verdrängen. Mit Großaufträgen im Gigawatt-Maßstab und Milliardeninvestitionen wird der Abstand jedoch kleiner.
Und in einer Hinsicht hat sich Nvidia-Chef Jensen Huang geirrt. Er sagte vor kurzem, dass Marvell das nächste Unternehmen mit einer Bewertung von einer Billionen US-Dollar wird. Da liegt er allerdings falsch. AMD bringt schon jetzt rund 890 Milliarden US-Dollar auf die Börsenwaage und ich bin mir sicher, dass der Nvidia-Konkurrent als nächstes Mitglied den One-Billion-Dollar-Club an der Wall Street betritt.
Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge
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