Wichtigste Woche des Quartals
DAX: 11 Konzerne berichten – Apple, Amazon, SK hynix vor Zahlen
Die wohl wichtigste Woche des dritten Quartals startet. Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran sorgt für einen freundlichen Start in die Woche. Können die Konzern und die Fed die Stimmung weiter hoch halten?
- Vorläufige Feuerpause drückt Ölpreis und stützt Märkte
- Dax mit Rückenwind durch sinkende Energiepreise
- Berichtssaison und Fed‑Entscheid prägen Börsenwoche
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Der Dax dürfte zum Wochenstart an seine Stärke vom Freitag anknüpfen. Rund eine Stunde vor dem Xetra-Start taxierte der Broker IG den deutschen Leitindex knapp ein Prozent höher auf 25.325 Punkte. Damit könnte der Dax den höchsten Stand seit drei Wochen erreichen.
Rückenwind kommt vor allem von den deutlich fallenden Energiepreisen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent brach zeitweise um sieben Prozent ein und rutschte unter die Marke von 90 US-Dollar. Zuletzt lag das Minus noch bei knapp fünf Prozent. Der europäische Gaspreis gab sogar um neun Prozent nach.
Auslöser ist die vorläufige Angriffspause im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Die Vereinigten Staaten haben ihre Angriffe auf den Iran zunächst beendet. Zuvor hatte Washington 13 Nächte in Folge militärische Attacken gemeldet.
Auch der Iran deutete an, seine Angriffe vorerst auszusetzen. Das Militär erklärte, sein Vorgehen sei lediglich eine Reaktion auf die Angriffe der USA gewesen. Die zweite Nacht in Folge ohne neue Attacken bringt nun vorsichtige Zuversicht an die Märkte zurück. Für den Dax könnte die Entspannung genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.
Wall Street fängt sich – Nasdaq bleibt nervös
Die Wall Street hat am Freitag einen neuen Erholungsversuch gestartet. Für etwas Entspannung sorgten die wieder fallenden Ölpreise. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent rutschte deutlich unter die Marke von 100 US-Dollar und nahm damit einen Teil des jüngsten Inflationsdrucks aus dem Markt.
Der Dow Jones Industrial näherte sich nach den Verlusten vom Donnerstag erneut der Marke von 52.000 Punkten. Zum Handelsschluss stand ein Plus von 0,46 Prozent auf 51.947,25 Punkte. Einen Tag zuvor war der Index noch auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Minus von 0,4 Prozent.
Der S&P 500 gewann lediglich 0,05 Prozent und beendete den Handel bei 7.411,98 Punkten. Damit hielt sich der breite US-Markt nur knapp im positiven Bereich.
An der Nasdaq blieb die Stimmung dagegen verhalten. Auch die starken Quartalszahlen von Intel reichten nicht aus, um die Vorsicht bei Technologiewerten zu vertreiben. Nach der kräftigen Rally vieler Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz wächst die Sorge, dass hohe Bewertungen und steigende Renditen die Kurse stärker belasten könnten.
Ölpreissturz sorgt für Erleichterung: Asiens Börsen starten überwiegend fester
Die asiatischen Aktienmärkte sind überwiegend mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet. Die Pause der Angriffe zwischen den USA und dem Iran drückte den Ölpreis deutlich nach unten. Das verringerte die Inflationssorgen und sorgte für etwas mehr Risikobereitschaft. Eine breite Rally blieb jedoch aus.
Der japanische Nikkei 225 gewann im frühen Handel rund 0,3 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong legte etwa 0,8 Prozent zu. Auf dem chinesischen Festland stieg der Shanghai Composite um knapp 0,3 Prozent. Der CSI 300 mit den wichtigsten Aktien aus Shanghai und Shenzhen gewann rund 0,4 Prozent. Der indische Sensex rückte um etwa 0,7 Prozent vor.
Gegen den freundlicheren regionalen Trend startete der südkoreanische Kospi mit einem Minus von rund 1,1 Prozent. Der stark von Halbleiterwerten geprägte Index blieb damit nach den heftigen Kursschwankungen der vergangenen Wochen unter Druck. Der breite MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan bewegte sich kaum.
In China sorgte unterdessen der Börsengang des Speicherchipherstellers CXMT für Aufsehen. Die Aktie schoss bei ihrem Debüt in Shanghai zeitweise um 470 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte zuvor 8,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Der spektakuläre Handelsstart konnte die insgesamt vorsichtige Stimmung bei asiatischen Technologiewerten aber nur teilweise aufhellen.
Für den weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank und der Bank of Japan. Hinzu kommen die Quartalszahlen mehrerer großer US-Technologiekonzerne. Damit dürfte besonders an den chiplastigen Börsen in Japan und Südkorea die Schwankungsanfälligkeit hoch bleiben.
Berichtssaison und Fed-Entscheid: Börsen stehen vor einer Schlüsselwoche
Die neue Handelswoche dürfte für die Aktienmärkte richtungsweisend werden. Zahlreiche Unternehmen legen ihre Quartalszahlen vor. Gleichzeitig entscheidet die US-Notenbank Federal Reserve über den Leitzins. Hinzu kommen neue Zollankündigungen aus den Vereinigten Staaten, hohe Energiepreise und der weiterhin ungelöste Krieg mit dem Iran.
Der Dax geht mit erhöhtem Druck in die Woche. Starke Unternehmenszahlen könnten den deutschen Leitindex wieder in Richtung seines Rekordstands von mehr als 25.900 Punkten treiben. Schwache Berichte oder eine erneute Eskalation im Nahen Osten könnten dagegen die Marke von 25.000 Punkten in Gefahr bringen.
Fed dürfte Zinsen zunächst unverändert lassen
Ein zentrales Risiko bleibt der Ölpreis. Der deutliche Anstieg verteuert Energie und erhöht den Inflationsdruck. Damit wächst zugleich der Druck auf die Notenbanken.
Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte die Federal Reserve auf ihrer Sitzung auch über höhere Zinsen beraten. Die Ökonomen um Chefvolkswirt Jörg Krämer erwarten für Mittwoch dennoch keine Veränderung des Leitzinses.
Damit würde die Fed vorerst auf einem ähnlichen Kurs bleiben wie die Europäische Zentralbank. Auch sie hatte die Zinsen zuletzt nicht angepasst. Für September rechnen einige Experten jedoch bereits mit einer Anhebung.
Steigende Zinsen können Aktien belasten. Festverzinsliche Anlagen werden dadurch attraktiver, während sich die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen. Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl erwartet spätestens nach der Sommerpause eine deutlich straffere Geldpolitik. Die zuletzt vergleichsweise gelassene Stimmung an den Börsen könnte dadurch weiter nachlassen.
Elf Dax-Konzerne legen Zahlen vor
Neben der Geldpolitik rückt die Berichtssaison in den Mittelpunkt. Im Dax eröffnet Hochtief am Montag die Zahlenwoche. Am Dienstag folgt Mercedes-Benz. Nach dem schwachen Quartalsbericht von Volkswagen dürfte der Markt besonders genau auf die Entwicklung des Stuttgarter Autobauers achten.
Am Mittwoch veröffentlichen die Deutsche Bank, Airbus und BASF ihre Ergebnisse. Einen Tag später folgen Heidelberg Materials, BMW, Symrise, Adidas und MTU. Siemens Healthineers beendet die Berichtswoche am Freitag.
Big Tech muss hohe KI-Ausgaben erklären
Auch an der Wall Street stehen wichtige Unternehmensberichte an. Microsoft und Meta legen am Mittwoch ihre Zahlen vor. Apple und Amazon folgen am Donnerstag.
Neben Umsatz und Gewinn dürften vor allem die Investitionen in Künstliche Intelligenz im Fokus stehen. Hohe Ausgaben können selbst solide Geschäftszahlen überschatten. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit darüber, ob die Rally der großen Technologiewerte weitergehen kann. Steigende Renditen am Anleihemarkt könnten den Druck zusätzlich erhöhen.
Speicherbranche vor wichtigem Belastungstest
Auch für Aktien aus der Speicherchipbranche steht eine entscheidende Woche bevor. Seagate eröffnet die Zahlenserie am Dienstag. Am Mittwoch folgen SK hynix und der Halbleiterausrüster Lam Research.
Samsung und Tokyo Electron berichten am Donnerstag. Kioxia schließt die Woche am Freitag ab. Nach den jüngsten Kursverlusten dürfte die Reaktion auf die Ergebnisse besonders heftig ausfallen. Bereits kleinere Abweichungen bei Umsatz, Gewinn oder Ausblick könnten deutliche Kursbewegungen auslösen.
Ölpreissturz sorgt für Erleichterung: Asiens Börsen starten überwiegend fester
Die asiatischen Aktienmärkte sind überwiegend mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet. Die Pause der Angriffe zwischen den USA und dem Iran drückte den Ölpreis deutlich nach unten. Das verringerte die Inflationssorgen und sorgte für etwas mehr Risikobereitschaft. Eine breite Rally blieb jedoch aus.
Der japanische Nikkei 225 gewann im frühen Handel rund 0,3 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong legte etwa 0,8 Prozent zu. Auf dem chinesischen Festland stieg der Shanghai Composite um knapp 0,3 Prozent. Der CSI 300 mit den wichtigsten Aktien aus Shanghai und Shenzhen gewann rund 0,4 Prozent. Der indische Sensex rückte um etwa 0,7 Prozent vor.
Gegen den freundlicheren regionalen Trend startete der südkoreanische Kospi mit einem Minus von rund 1,1 Prozent. Der stark von Halbleiterwerten geprägte Index blieb damit nach den heftigen Kursschwankungen der vergangenen Wochen unter Druck. Der breite MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan bewegte sich kaum.
In China sorgte unterdessen der Börsengang des Speicherchipherstellers CXMT für Aufsehen. Die Aktie schoss bei ihrem Debüt in Shanghai zeitweise um 470 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte zuvor 8,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Der spektakuläre Handelsstart konnte die insgesamt vorsichtige Stimmung bei asiatischen Technologiewerten aber nur teilweise aufhellen.
Für den weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank und der Bank of Japan. Hinzu kommen die Quartalszahlen mehrerer großer US-Technologiekonzerne. Damit dürfte besonders an den chiplastigen Börsen in Japan und Südkorea die Schwankungsanfälligkeit hoch bleiben.
Gold steigt, Öl bricht ein: Iran-Pause dreht die Rohstoffmärkte
Am Rohstoffmarkt haben sich Gold und Öl am Montag deutlich auseinanderentwickelt. Der Goldpreis stieg um rund ein Prozent auf etwa 4.100 US-Dollar je Feinunze. Der schwächere US-Dollar und fallende Anleiherenditen erhöhten die Attraktivität des Edelmetalls.
Zusätzliche Unterstützung kam vom Ölpreisrückgang. Niedrigere Energiepreise verringern die Gefahr eines neuen Inflationsschubs. Dadurch sanken auch die Erwartungen an kurzfristige Zinserhöhungen. Hohe Zinsen belasten Gold gewöhnlich, weil das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft.
Der Ölmarkt verzeichnete dagegen starke Verluste. Brent fiel um rund fünf Prozent auf knapp 92 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor mehr als fünf Prozent und kostete rund 84,50 US-Dollar.
Auslöser war die vorläufige Pause der gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Die Aussicht auf eine Entspannung verringerte den Risikoaufschlag für mögliche Lieferausfälle am Persischen Golf. Eine dauerhafte Entwarnung gibt es jedoch nicht. Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen zeigen, dass wichtige Transportwege weiter gefährdet bleiben.
Dollar gibt nach: Euro und Yen nutzen die Entspannung im Nahen Osten
Der US-Dollar ist schwächer in die neue Woche gestartet. Die vorläufige Pause der gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran ließ den Ölpreis deutlich fallen. Damit nahmen auch die Sorgen vor einem weiteren Inflationsschub ab. Investoren trennten sich deshalb teilweise von ihren Dollar-Positionen.
Gegenüber dem japanischen Yen verlor der US-Dollar 0,2 Prozent auf 163,585 Yen. Der Yen konnte sich damit etwas von seinem tiefsten Stand seit rund 40 Jahren lösen. Der Euro stieg um 0,3 Prozent auf 1,1403 US-Dollar. Das britische Pfund gewann 0,2 Prozent und notierte bei 1,3352 US-Dollar. Der australische und der neuseeländische Dollar legten jeweils 0,1 Prozent zu. Der Dollar-Index bewegte sich dagegen kaum und lag bei 101,21 Punkten.
Auch der Singapur-Dollar zog an. Die Zentralbank des Landes hatte den Markt mit einer unerwarteten Straffung ihrer Währungspolitik überrascht. Sie will eine etwas schnellere Aufwertung der heimischen Währung zulassen.
Die Erholung von Euro, Pfund und Yen bleibt jedoch vorsichtig. In dieser Woche entscheiden die US-Notenbank, die Bank of England und die Bank of Japan über ihre Geldpolitik. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed sank zuletzt von 37,4 auf 33,7 Prozent. Neue Inflationssorgen oder eine erneute Eskalation im Iran-Konflikt könnten dem Dollar schnell wieder Rückenwind geben.
Krypto wacht auf: Ether zieht Bitcoin überraschend davon
Nach einem schwierigen Wochenende kehrt am Kryptomarkt vorsichtiger Optimismus zurück. Bitcoin kletterte am Montagmorgen wieder über 65.000 US-Dollar. Der große Gewinner ist jedoch Ether. Die zweitgrößte Kryptowährung legte deutlich stärker zu und näherte sich der Marke von 2.000 US-Dollar. Auch Solana schaltete auf Grün, während XRP knapp über einem US-Dollar festhing.
Den Rückenwind liefert ausgerechnet der Ölmarkt. Die vorläufige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran drückte den Ölpreis um rund fünf Prozent. Inflationsängste ließen nach, Anleiherenditen sanken und die Risikobereitschaft kehrte zurück. Davon profitierten neben Aktien auch Kryptowährungen.
Noch ist das aber kein Befreiungsschlag. Bitcoin kämpft weiter mit dem Bereich um 66.000 US-Dollar. Gleichzeitig blickt der gesamte Markt auf die US-Notenbank. Klingt die Fed überraschend hart, könnte die junge Erholung schnell wieder verpuffen. Vorerst hat Ether jedoch klar die Führung übernommen.
TERMINE UNTERNEHMEN
08:00 GBR: Vodafone Group, Q1-Umsatz
08:00 GBR: AstraZeneca, Halbjahreszahlen
09:00 DEU: Audi, Q2-Zahlen
14:00 DEU: Hochtief, Q2-Zahlen
17:45 FRA: Michelin, Halbjahreszahlen
17:45 FRA: Rexel, Halbjahreszahlen
17:45 ITA: Saipem, Halbjahreszahlen
17:50 FRA: LVMH, Halbjahreszahlen
TERMINE KONJUNKTUR
03:30 CHN: Industriegewinne 6/26
07:00 JPN: CI-Index: Frühindikatoren 5/26 (endgültig)
07:00 FIN: Verbrauchervertrauen 7/26
10:00 DEU: Ifo-Geschäftsklima 7/26
10:00 EUR: EZB Geldmenge M3
14:30 USA: Auftragseingang langlebiger Güter 6/26 (vorläufig)
16:30 USA: Dallas Fed Verarbeitendes Industrie 7/26
Alle Angaben wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch übernimmt die dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH keine Haftung für die Richtigkeit. Alle Zeitangaben erfolgen in MESZ.
Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion

