Wegovy wird zum Kurskiller
Selbst starke Zahlen retten Novo Nordisk nicht mehr
Die neue Abnehm-Pille galt als Hoffnungsträger im Kampf gegen Eli Lilly. Jetzt reicht selbst ein klarer Zahlenbeat nicht, um den Kursrutsch zu stoppen.
- Wegovy-Pille verfehlt Markterwartungen deutlich
- Quartalsumsatz und Gewinn übertreffen die Prognosen
- Novo hebt Prognose an doch Studien belasten weiter
- Report: Achtung, Korrektur!
Novo Nordisk hat die Jahresprognose angehoben, Anleger schickten die ADRs der Aktie dennoch zeitweise mehr als 7 Prozent ins Minus. In Kopenhagen verloren die Titel zu Handelsbeginn rund 4 Prozent. Auslöser war ausgerechnet die Wegovy-Pille, die als Schlüssel im Kampf gegen Eli Lilly gilt: Das erst im Januar eingeführte Abnehmmedikament erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 3,22 Milliarden dänischen Kronen (rund 432 Millionen Euro) und blieb damit knapp unter den Markterwartungen. Auch das injizierbare Wegovy enttäuschte in den USA. Die Pille kommt zwar bereits auf mehr als fünf Millionen Verschreibungen, doch nach dem laut Novo stärksten Start eines modernen Adipositasmedikaments hatten Investoren offenbar noch mehr erwartet.
Dabei fielen die Quartalszahlen insgesamt deutlich besser aus als prognostiziert. Der Umsatz stieg auf 78,49 Milliarden Kronen (rund 10,52 Milliarden Euro), während Analysten nur rund 71,7 Milliarden Kronen erwartet hatten. Bereinigt um Sondereffekte und Wechselkurse legten die Erlöse um 7 Prozent zu. Der bereinigte operative Gewinn wuchs um 11 Prozent auf 33,39 Milliarden Kronen und übertraf den Konsens ebenfalls klar. Besonders Ozempic lieferte mit einem Umsatzplus von 5 Prozent auf 31,38 Milliarden Kronen einen starken Beitrag.
Novo erwartet für 2026 nun, dass der bereinigte Umsatz und der bereinigte operative Gewinn bei konstanten Wechselkursen höchstens um 6 Prozent sinken oder stagnieren wird. Zuvor hatte der Konzern Rückgänge von 4 bis 12 Prozent in Aussicht gestellt. Die höheren Erwartungen begründet das Management mit einer stärkeren Nachfrage nach den GLP-1-Medikamenten Wegovy und Ozempic.
Belastet wurde das Ergebnis jedoch durch Wertminderungen von 6,3 Milliarden Kronen auf gescheiterte Entwicklungsprojekte. Allein 4 Milliarden Kronen entfielen auf Monlunabant, dessen Entwicklung gegen Adipositas und Diabetes eingestellt wird. Erst in der Vorwoche war zudem eine Phase-3-Studie mit Ziltivekimab zur Vorbeugung schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse gescheitert. Damit wächst der Druck auf Novo, während Eli Lilly im lukrativen Markt für Abnehmmedikamente weiter angreift. Seit Jahresbeginn hat die US-notierte Novo-Aktie bereits rund 15,5 Prozent verloren, in Kopenhagen summiert sich das Minus auf rund 5,5 Prozent.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

