Branchenwechsel im Euro Stoxx
Diese Aktien übernehmen jetzt die Führung in Europa
Technologie und Banken übernehmen im Euro Stoxx die Führung. Die DZ Bank sieht steigende Gewinne und weiteres Potenzial. Auto-, Pharma- und Luxuswerte bleiben dagegen überraschend schwach.
- Technologie und Banken führen den Euro Stoxx an
- DZ Bank erwartet weiter steigende Gewinne
- Auto-, Pharma- und Luxuswerte bleiben schwach
- Report: Achtung, Korrektur!
Der Euro Stoxx schwankte im Juli nur wenig. Erst neue Hoffnungen auf ein Ende der Kriegshandlungen gaben dem Index Auftrieb. Stephen Schneider von der DZ Bank sieht das Überraschungspotenzial derzeit eher auf der Oberseite. Zyklische Werte gewinnen langsam an relativer Stärke. Energieaktien profitierten zwar vom höheren Ölpreis. Sie führten den Markt aber nicht mehr so deutlich an wie beim vergleichbaren Anstieg Mitte Mai.
Technologieaktien haben die Energiewerte inzwischen an der Spitze abgelöst. Auch Banken legten nach einer kurzen Schwächephase wieder deutlich zu. Auto-, Pharma- und Luxuswerte bleiben dagegen zurück. Trotz der Folgen des Iran-Krieges erkennt die DZ Bank keine nachhaltige Konsolidierung des Gesamtmarktes. Neue Rekordstände stützen diese Einschätzung.
Schneider konzentriert sich deshalb auf Branchen mit einem hohen Beta. Die DZ Bank bevorzugt Technologie, Banken und Grundstoffe. Die Technologiebranche führt die Momentumstrategie an. Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz gewinnen wieder an Bedeutung. Davon profitieren Halbleiterhersteller und deren Ausrüster.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei 28,4. Der langfristige Median beträgt 25,1. Für 2027 sinkt die Kennzahl auf 22,7 und für 2028 auf 18,6. Das höhere Bewertungsniveau wird durch das starke Wachstum relativiert. Die erwartete durchschnittliche jährliche Gewinnsteigerung für die kommenden zwei Jahre stieg innerhalb von vier Wochen von 21,5 auf 25,7 Prozent.
Banken zurück in der Spitzengruppe
Die Rentabilität vieler Institute hat sich verbessert. Hinzu kommen hohe Dividendenrenditen und Hoffnungen auf zusätzliche Geschäfte durch das Investitionspaket der Bundesregierung. Der Konsens erwartet für die Jahre 2026 bis 2028 inzwischen ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von 10,2 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 beträgt 11,6. Für 2027 sinkt es auf 10,6 und für 2028 auf 9,7.
Seit Ende 2022 schneiden Banken besser ab als der Gesamtmarkt. Die kurze Schwächephase scheint laut Schneider überwunden. Grundstoffe rücken auf den dritten Platz. Der Sektor spielt im Euro Stoxx allerdings nur eine kleine Rolle. ArcelorMittal und UPM machen zusammen rund 60 Prozent des Teilindex aus.
Rohstoffaktien gelten als Frühindikatoren für die Konjunktur. Die erwartete jährliche Gewinnsteigerung liegt bei mehr als 15 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 beträgt 15,8 und liegt unter dem Zehnjahresmedian von knapp 20.
Für das Jahr 2028 nennt die Analyse allerdings ein ungewöhnlich hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 111,4. Die relative Stärke des Sektors entwickelt sich zugleich nur seitwärts. Die DZ Bank sieht damit vor allem Technologie und Banken in einer starken Ausgangslage. Grundstoffe bleiben eine zyklische Ergänzung. Auto-, Pharma- und Luxuswerte hinken weiter hinterher.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

