Schlechte Aussichten
Apple drohen höhere Kosten durch steigende Speicherchip-Preise
Phillip Capital stuft Apple herab. Die Analysten sehen in den steigenden Kosten für DRAM-Speicher ein Risiko für die Margen des iPhone-Herstellers.
- Phillip Capital stuft Apple wegen DRAM-Kosten herab
- Speicherpreise erhöhen den Margendruck bei Apple
- Europa und China bremsen Apples KI-Monetarisierung
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Das Analysehaus Phillip Capital hat Apple von "Neutral" auf "Reduce" herabgestuft und verweist auf den zunehmenden Margendruck durch stark steigende Preise für Speicherchips. Das Kursziel beließen die Analysten dennoch unverändert bei 290 US-Dollar.
Speicherchip-Inflation entwickelt sich zum größten Margenrisiko
Phillip-Capital-Analystin Helena Wang sieht insbesondere die Entwicklung am Speichermarkt als zunehmendes Problem für Apple. Während die Nachfrage nach Produkten wie dem iPhone 17 sowie neuen MacBook-Modellen weiterhin robust sei, könnten die steigenden Kosten für DRAM- und andere Speicherbausteine die Profitabilität erheblich beeinträchtigen.
Nach Einschätzung der Analystin entwickelt sich die sogenannte "Memory Inflation" zu einem der größten Gegenwinde für die Gewinnmargen des Unternehmens. Das Management rechne damit, dass die Preise für Speicherchips auch im vierten Quartal 2026 und darüber hinaus weiter steigen werden.
Bislang konnte Apple die höheren Einkaufskosten teilweise kompensieren. Dazu trugen Lagerbestände, ein profitablerer Produktmix sowie sinkende Kosten bei anderen Komponenten bei. Diese positiven Effekte dürften jedoch nach und nach auslaufen und den steigenden Speicherpreisen immer weniger entgegenwirken.
Wenige Zulieferer schränken Apples Verhandlungsmacht ein
Ein weiteres Problem liegt in der Marktstruktur der Speicherindustrie. Der weltweite DRAM-Markt wird von den drei Branchenführern Samsung Electronics, SK hynix und Micron Technology dominiert. Diese hohe Marktkonzentration begrenzt Apples Möglichkeiten, alternative Lieferanten zu finden oder bessere Einkaufskonditionen auszuhandeln.
Erste Preiserhöhungen bei Apple-Produkten
Die steigenden Komponentenpreise zeigen Auswirkungen auf Apples Produktstrategie. Das Unternehmen hat die Verkaufspreise verschiedener iPad- und Mac-Modelle angehoben. Mehrere Marktbeobachter halten inzwischen auch höhere Preise für kommende iPhone-Generationen für wahrscheinlich, sollte sich der Kostendruck bei Speicherchips weiter verschärfen.
Europa und China bremsen Monetarisierung
Zusätzlichen Gegenwind erwartet Phillip Capital durch regulatorische Entwicklungen in Europa und China. Beide Regionen stehen für 44 Prozent des Apple-Umsatzes und könnten die Monetarisierung von Apple Intelligence in den kommenden Quartalen erschweren.
Strengere regulatorische Vorgaben sowie unterschiedliche Anforderungen an KI-Dienste könnten dazu führen, dass Apple neue Funktionen langsamer einführt oder deren wirtschaftliches Potenzial nicht vollständig ausschöpfen kann.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

