DAX mit Wochengewinn
US-Jobdaten als Turbo: Wall Street und DAX steigen, Gold glänzt
Die US-Börsen haben am Freitag mit dem DAX und Europas Börsen zugelegt. Auftrieb gaben enttäuschende Zahlen zum US-Arbeitsmarkt. Öl, Gold und Silber verteuerten sich.
- US-Börsen und DAX legen nach Jobdaten weiter zu
- Schwache Jobdaten dämpfen US-Zinserwartungen
- Öl, Gold und Silber verteuern sich deutlich
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Die europäischen Börsenbarometer und die US-Märkte legten am Freitag zu, nachdem ein unerwarteter Rückgang im jüngsten Arbeitsmarktbericht Spekulationen anfachte, dass die US-Notenbank, die Zinssätze unverändert lassen kann.
Der breite Marktindex S&P 500 legte zuletzt (Stand: 18:20 Uhr) um 0,5 Prozent zu, während der Nasdaq Composite mit einem Plus von 1,2 Prozent besser abschnitt. Der Dow Jones Index stieg um 0,2 Prozent. Die US-Aktien steuern auf die zweite Gewinnwoche in Folge zu. Der S&P 500 ist seit Wochenbeginn um mehr als 3 Prozent gestiegen, während der Nasdaq dank einer Erholung bei den Chip-Aktien mit einem Plus von rund 5 Prozent seine beste Wochenperformance seit April verzeichnen könnte. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) liegt diese Woche um fast 7 Prozent im Plus. Der Dow hingegen ist diese Woche um etwa 3 Prozent gestiegen.
Der Bericht über die Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft für Juli zeigte einen Rückgang um 23.000, während von Dow Jones befragte Ökonomen einen Zuwachs von 83.000 prognostiziert hatten. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent, während die Erwerbsquote auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren fiel. Ökonomen hatten erwartet, dass sie unverändert bei 4,2 Prozent bleiben würde. Laut dem CME FedWatch-Tool rechnet eine Mehrheit der Händler von Fed-Funds-Futures damit, dass der Leitzins der Fed im September in der aktuellen Spanne von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent gehalten wird.
DAX und Europa
Der DAX ging mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 26.319,45 Punkten aus dem Xetra-Handel. Auf Wochensicht hat der DAX 2,7 Prozent gewonnen. Für den paneuropäischen Stoxx 600 ging es 0,3 Prozent aufwärts auf 660,25 Zähler.
Für Impulse sorgten auch einige wichtige Quartalszahlen von Branchenschwergewichten wie Allianz und Munich Re. Nach der Flut an Quartalszahlen der vergangenen Tage richtet sich der Blick der europäischen Anleger am Freitag zudem wieder auf makroökonomische Impulse. Die Marktteilnehmer halten sich vor dem richtungsweisenden US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag bedeckt.
Größte DAX-Gewinner waren SAP (+4,4%), Scout24 (+4,1%) und Infineon (+1,9%). Größte Verlierer waren Daimler Truck (-3,0%), Zalando (-2,1%) und Merck (-1,6%).
Einige wichtige Unternehmenszahlen am Freitag, die fast alle mit Kursverlusten bestraft wurden:
- Allianz: Der Versicherungskonzern verfehlte im zweiten Quartal die Markterwartungen und verzeichnete einen Rückgang des Nettogewinns um 8,7 Prozent auf 2,595 Milliarden Euro. Trotz des Ergebniseinbruchs hält das Unternehmen an seinem Jahresziel für den operativen Gewinn unverändert fest. Die Aktie büßt 1,6 Prozent ein.
- Daimler Truck: Der Lkw-Hersteller bestätigt seine Quartalszahlen samt eines operativen Ergebnisrückgangs um 18 Prozent und startet Mitte September die zweite Tranche seines 1,1 Milliarden Euro schweren Aktienrückkaufprogramms. Zudem kündigte der Konzern wegen verbesserter Rahmenbedingungen und hoher Auslastung in Nordamerika den Bau eines neuen US-Produktionsstandorts an. Die Titel verlieren 3,4 Prozent.
- Lanxess: Der Spezialchemiekonzern steigerte seinen Quartalsumsatz um 6 Prozent auf 1,561 Milliarden Euro und erzielte beim bereinigten EBITDA mit 152 Millionen Euro ein leichtes Plus, wies unter dem Strich jedoch erneut einen Verlust aus. Trotz temporärer Nachfrageimpulse durch gestörte asiatische Lieferketten blickt der Konzern weiterhin vorsichtig auf die Kernmärkte und bekräftigte seine Jahresprognose. Die Aktie bricht 4,4 Prozent ein.
- Münchner Rück: Wegen preislicher Abschläge bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte die Munich Re ihre Jahresumsatzprognose für den Gesamtkonzern von 64 auf 62 Milliarden Euro. Dank geringer Großschäden und starker Aktiengeschäfte stieg der Quartalsgewinn im zweiten Quartal dennoch auf rund 2,2 Milliarden Euro, weshalb das Gewinnziel für das Gesamtjahr von 6,3 Milliarden Euro bekräftigt wurde. Die Titel verlieren 1,4 Prozent.
- Porsche SE: Hohe, nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf die Kernbeteiligungen an Volkswagen und der Porsche AG brockten der Porsche SE im ersten Halbjahr einen Verlust nach Steuern von 2,22 Milliarden Euro ein. Dank stabiler Dividendenflüsse, sinkender Nettoverschuldung und Zuwächsen bei den Portfoliobeteiligungen bestätigte das Management jedoch den Jahresausblick für das angepasste Konzernergebnis. Die Anteilsscheine gewannen 0,4 Prozent.
Am Rohstoffmarkt drehten die Ölpreise zuletzt wieder ins Plus. Die Pläne des Iran für eine Öffnung der Straße von Hormus sehen vor, dass die USA und Israel die Meerenge nicht passieren dürfen. Die Sorte WTI gewinnt 1,4 Prozent auf 78,40 US-Dollar je Barrel. Für Brent-Öl geht es 1,5 Prozent aufwärts auf 83,70 US-Dollar.
Der Goldpreis präsentiert sich nach dem US-Arbeitsmarktbericht erneut fester und setzt seine Rallye der vergangenen Tage fort. Aktuell gewinnt er 2,2 Prozent auf 4.395 US-Dollar pro Unze. Silber verteuert sich um 3,1 Prozent. Der Ausblick für Silber hat sich zuletzt wieder aufgehellt.
Devisen: EUR/USD
Der Devisenmarkt zeigt sich am Freitagnachmittag nach den US-Zahlen wieder etwas wacher. Der Euro legte zum US-Dollar zu, nachdem die Chancen für eine US-Zinserhöhung sanken. Zuletzt war die Gemeinschaftswährung bei 1,1562 US-Dollar 0,33 Prozent teurer. Zum Yen fiel der US-Dollar um 0,7 Prozent auf 157,40 Yen.
Bitcoin
Der Kryptomarkt präsentiert sich zum Wochenende gefestigt. Der Kurs des Bitcoin konnte sich etwas von der Marke von 64.000 US-Dollar absetzen und zog um 0,8 Prozent auf 64.905 US-Dollar an. Für Ether ging es um 0,4 Prozent aufwärts.
Asiatische Märkte
An den wichtigsten Börsen Asiens dominierte am Freitag eine abwartende Haltung. Der japanische Nikkei 225 bewegte sich leicht unter seinem Vortagsniveau seitwärts, während in Südkorea der Kospi 0,6 Prozent einbüßte. Auch an den chinesischen Festlandbörsen und in Hongkong blieben die Ausschläge überschaubar. Der Hang Seng gewann 0,5 Prozent, in Shanghai ging es 1,0 Prozent aufwärts.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

