**Bundesanleihen im Spannungsfeld: Was Inflation und US-Daten bewirken**
**Deutsche Staatsanleihen bleiben im Spannungsfeld von Inflation und Konjunktur**
Der deutsche Rentenmarkt hat sich im Wochenverlauf uneinheitlich entwickelt. Die Kurse deutscher Staatsanleihen gaben zunächst leicht nach, bevor sie sich zum Ende der Woche stabilisierten und zeitweise von einem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht profitierten. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel an einem Donnerstag zunächst um 0,09 beziehungsweise 0,10 Prozent auf rund 125,13 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag bei 3,12 Prozent. Am darauffolgenden Freitag bewegte sich der Bund-Future zunächst kaum und notierte bei 124,86 Punkten, während die Rendite auf 3,15 Prozent stieg.
Eine klare Richtung fehlte dem Markt vor allem wegen der geopolitischen Unsicherheit. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die mögliche Öffnung der Straße von Hormus blieben zentrale Einflussfaktoren. Iran und Oman standen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Vereinbarung über eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge. Eine solche Einigung hätte die Sorge vor längerfristigen Versorgungsengpässen und einem weiteren Ölpreisanstieg dämpfen können. Die entsprechenden Meldungen führten jedoch nicht zu einem erneuten deutlichen Rückgang der Ölpreise.
Dabei hatten fallende Rohölnotierungen zu Wochenbeginn die Anleihekurse noch gestützt. Sinkende Energiepreise verringern den Inflationsdruck und damit zugleich die Wahrscheinlichkeit weiterer Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. Im weiteren Wochenverlauf belasteten jedoch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten sowie die wachsenden Zweifel an einer schnellen Beruhigung der Lage die Stimmung. Die Ölpreise zogen wieder an, während die Inflationsrisiken aus Sicht der Marktteilnehmer zunächst dennoch begrenzt blieben.
Von den deutschen Konjunkturdaten gingen nur geringe Impulse aus. Die Industrie erhielt erneut mehr Aufträge als erwartet. Allerdings wurde der Anstieg des Vormonats nach unten korrigiert, zudem beruhte das aktuelle Plus vor allem auf schwankungsanfälligen Großaufträgen. Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer sprach deshalb lediglich von Anzeichen für eine moderate Erholung der deutschen Industrie. Auch die Gesamtproduktion stieg im Juni wie erwartet leicht. Nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner bewegt sich die Industrieproduktion jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau seitwärts. Niedrigwasser im Rhein könnte die Entwicklung im Sommer zusätzlich bremsen.
Deutlich stärker wirkte schließlich der US-Arbeitsmarktbericht. Im Juli sank die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft überraschend um 23.000 Stellen, während Experten mit einem Anstieg um 80.000 gerechnet hatten. Nach unten revidierte Vormonatszahlen und eine schwächere Lohnentwicklung drückten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank. Davon profitierten US- und europäische Anleihen: Der Bund-Future stieg um 0,14 Prozent auf 125,01 Punkte, die Zehnjahresrendite sank auf 3,13 Prozent.
BUND Future wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,19 % und einem Kurs von 125,1EUR auf L&S Exchange (07. August 2026, 23:00 Uhr) gehandelt.
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