KI braucht Augen
Sony und TSMC wollen 6,4 Milliarden US-Dollar in Sensorfabrik stecken
Sony und TSMC verhandeln über eine Milliardeninvestition in Japan. Mit einer neuen Fabrik für Bildsensoren wollen die Konzerne vom KI-Boom profitieren.
- Sony und TSMC planen Sensorfabrik in Japan
- Eine Billion Yen fließt in neue KI-Sensoren
- Produktion für Roboter und Autos startet 2029
- Report: KI braucht Strom
Die beiden Technologiekonzerne Sony und TSMC verhandeln laut Nikkei über Investitionen von insgesamt einer Billion Yen, umgerechnet 6,4 Milliarden US-Dollar, in eine neue Fabrik in Japan.
Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll zu 60 Prozent Sony und zu 40 Prozent Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. gehören. Als Standort ist die Präfektur Kumamoto im Süden Japans vorgesehen, wo TSMC bereits eigene Halbleiterkapazitäten aufgebaut hat.
An der Börse kamen die Pläne gut an. Die Sony-Aktie stieg am Montag zeitweise um bis zu 2,2 Prozent, während TSMC um 1,7 Prozent zulegte.
Milliardenwette auf KI, Roboter und selbstfahrende Autos
Die geplante Fabrik soll Bildsensoren produzieren, die künftig verstärkt in KI-gestützten Robotern und selbstfahrenden Fahrzeugen zum Einsatz kommen könnten. Sony und TSMC setzen damit auf einen wachsenden Bedarf an leistungsfähigen Sensoren, mit denen solche Systeme ihre Umgebung erfassen und verarbeiten können.
Sony zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Bildsensoren und beliefert unter anderem Apple, Huawei und Samsung. Bislang spielen Smartphones eine zentrale Rolle im Sensorgeschäft. Künftig sollen Autos und Robotik stärker zum Wachstum beitragen.
TSMC bringt als weltweit größter Auftragsfertiger für Chips seine Fertigungsexpertise in das Gemeinschaftsprojekt ein und könnte durch das Joint Venture langfristige zusätzliche Produktionsvolumina gewinnen.
Wächst der Markt für intelligente Roboter und autonomes Fahren wie erwartet, dürfte auch die Nachfrage nach hochwertigen Sensoren deutlich zulegen und sich die Milliardeninvestition langfristig bezahlt machen. Die neue Fabrik könnte bereits 2029 die Produktion aufnehmen.
Japan stellt Staatshilfe in Aussicht
Auch die japanische Regierung könnte das Projekt unterstützen. Tokio verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, die heimische Halbleiterindustrie zu stärken und mehr strategisch wichtige Fertigungskapazitäten im eigenen Land anzusiedeln.
Handelsminister Ryosei Akazawa erklärte, staatliche Finanzhilfen für das Vorhaben würden geprüft.
Sollte staatliche Unterstützung tatsächlich gewährt werden, könnte dies die wirtschaftliche Attraktivität der geplanten Investition zusätzlich erhöhen und möglicherweise eine spätere Erweiterung der Produktionskapazitäten erleichtern.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

