Milliarden-Aufträge ohne Ende
TKMS-Aktie explodiert zweistellig – diese Prognose hat es in sich
TKMS hat die Prognose erneut angehoben, beim operativen Gewinn die Erwartungen geschlagen und sitzt auf 20,1 Milliarden Euro Aufträgen. Und Kanada und Indien könnten den Boom erst richtig groß machen.
- TKMS hebt Prognose und Umsatzwachstum deutlich an
- Auftragsbestand wächst auf 20,1 Milliarden Euro
- Kanada und Indien versprechen weitere Großaufträge
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TKMS erhöht zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten seine Jahresprognose – und Anleger greifen kräftig zu. Die Aktie des Kriegsschiffbauers liegt am Mittwochvormittag mehr als 15 Prozent im Plus. Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr erwartet TKMS nun ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent. Bislang waren lediglich 2 bis 5 Prozent angepeilt. Die bereinigte EBIT-Marge soll bis zu 6,5 Prozent erreichen.
Die ersten neun Monate liefern Rückenwind: Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro. Analysten hatten lediglich 101 Millionen Euro erwartet. Die Marge sank dennoch von 6,1 auf 5,8 Prozent, unter anderem wegen höherer Verwaltungskosten und des Hochlaufs neuer Programme.
Besonders stark entwickelte sich das U-Bootgeschäft. Der Umsatz erreichte rund eine Milliarde Euro, das bereinigte EBIT vervierfachte sich auf 46 Millionen Euro. Bei Atlas Elektronik kletterte der Umsatz um 28 Prozent und das bereinigte EBIT um 31 Prozent.
Noch größer ist die Dimension der Auftragsbücher: Ende Juni saß TKMS auf Bestellungen im Wert von 20,1 Milliarden Euro. Nach Quartalsende kam der bislang größte Überwasserschiffauftrag der Unternehmensgeschichte hinzu: vier Fregatten für die Deutsche Marine mit einer Option auf vier weitere Schiffe.
Und die nächsten Großprojekte stehen bereits vor der Tür. Kanada hat TKMS als bevorzugten Anbieter für ein Programm mit bis zu zwölf U-Booten ausgewählt. Ein Vertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben. Mit Indien laufen finale Verhandlungen über sechs U-Boote sowie eine Option auf drei weitere. Wegen der prall gefüllten Auftragsbücher prüft TKMS bereits zusätzliche internationale Produktionskapazitäten, unter anderem mit der spanischen Werft Navantia.
Einen deutlichen Haken gibt es beim Cashflow: Der freie Cashflow fiel nach neun Monaten auf minus 204 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch plus 631 Millionen Euro ausgewiesen worden waren. TKMS begründet dies mit erwarteten Auszahlungen im Zuge der Vertragserfüllung.
Das ist auch für die künftige Dividende relevant. TKMS strebt grundsätzlich an, 30 bis 50 Prozent des den Aktionären zurechenbaren Jahresüberschusses auszuschütten – allerdings nur, sofern die Dividende durch den freien Cashflow gedeckt ist.
Mittelfristig peilt TKMS weiterhin rund 10 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr und eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 7 Prozent an. Die Kombination aus angehobener Prognose, überraschend starken Ergebnissen und milliardenschweren möglichen Neuaufträgen erklärt, warum die Aktie heute so deutlich nach oben springt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die TKMS Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +10,99 % und einem Kurs von 98,00EUR auf Tradegate (12. August 2026, 10:17 Uhr) gehandelt.

