Energie und Verbrauch
Die teuerste Viertelstunde des Jahres
Markus Baumann über AURIVOLTs neuen Geschäftsbereich Peak Shaving
Wer schon mal eine Industriestromrechnung in der Hand gehalten hat, der weiß: Diese Dokumente sind keine leichte Kost. Seiten voller Positionen, Preisbestandteile, Netzebenen, Umlagen.
Und trotzdem übersehen selbst erfahrene Betriebsleiter immer wieder dieselbe Zeile: den Leistungspreis. Genau dieser Posten steht jetzt im Mittelpunkt eines neuen Geschäftsbereichs von aurivolt, dem Spezialist aus Löhne, Ostwestfalen für dezentrale Batteriespeicher, der bislang vor allem als Betreiber und Handelspartner im Strommarkt aufgetreten ist.
Mit dem neuen Angebot rund um Peak Shaving richtet sich das Unternehmen erstmals direkt an Industrie- und Gewerbekunden und bringt sein Schwarmspeicher-Prinzip auf das Betriebsgelände seiner Kunden.
Was der Leistungspreis wirklich bedeutet
Der Leistungspreis ist kein Phantom. Er ist im deutschen Netzentgeltsystem fest verankert und richtet sich nach der höchsten Viertelstundenleistung, die ein Betrieb im gesamten Abrechnungsjahr aus dem Netz zieht. Das bestätigt die Bundesnetzagentur in ihrer offiziellen Darstellung der Netzentgeltsystematik.
Für leistungsgemessene Betriebe mit mehr als 2.500 Benutzungsstunden kann diese Komponente laut einer Studie des Kopernikus-Projekts SynErgie mehr als 80 Prozent der gesamten Netzentgelte ausmachen.
Das klingt zunächst abstrakt. Aber was es in der Praxis bedeutet, wird schnell greifbar: Ein einziger Moment im Jahr, vielleicht ein früher Montagmorgen, an dem mehrere Maschinen gleichzeitig hochfahren, an dem die Klimaanlage anspringt und der Kompressor seinen Anlaufstrom zieht, legt die Messlatte für die Netzentgelte des gesamten folgenden Abrechnungsjahres fest.
Es ist ungefähr so, als würde man einen Hotelpreis das ganze Jahr über danach berechnen, wie voll das Parkhaus an Silvester war. Wer das einmal verstanden hat, sieht seine Stromrechnung mit anderen Augen.
Netzentgelte machen laut aktuellen Daten rund 25 bis 30 Prozent der gesamten Stromkosten für Industrie- und Gewerbekunden aus. Bei Betrieben mit ausgeprägten Lastspitzen ist der Leistungspreis dabei die dominante Größe. Kein Effizienzprogramm, keine Neuverhandlung des Energieliefervertrags ändert daran etwas, solange die Jahreshöchstlast unangetastet bleibt.
Markus Baumann und das Konzept dahinter
Markus Baumann, Gründer und CEO von aurivolt, bringt diese Mechanik auf eine komprimierte Formel: „Ihre teuerste Viertelstunde bestimmt Ihre Netzentgelte für das ganze Jahr. Wir sorgen dafür, dass es sie nicht mehr gibt." Das klingt vollmundig. Aber die Logik dahinter ist technisch solide und basiert auf einer einfachen Grundidee: Wenn die Lastspitze das Problem ist, dann muss man die Lastspitze beseitigen, bevor sie entsteht.
