"Das wird wehtun"
Burry warnt vor Nvidia: Dieser 500-Milliarden-Dollar-Trick erinnert ihn an 2005
Michael Burry sieht hinter Nvidias KI-Finanzierung eine gefährliche Schuldendynamik. Der Investor zieht Parallelen zu 2005 – und wettet längst selbst gegen die Aktie.
- Burry warnt vor Nvidias gefährlicher Schuldenlast
- 500 Milliarden Dollar sollen KI-Infrastruktur finanzieren
- Burry zweifelt an Chipwerten und wettet dagegen
- Report: KI braucht Strom
Michael Burry sieht im KI-Boom Parallelen zu den Jahren vor der Finanzkrise – und nimmt dabei vor allem Nvidias geplante 500-Milliarden-Dollar-Finanzierungsplattform ins Visier. In einem Beitrag auf Substack verglich der durch "The Big Short" bekannt gewordene Investor die heutige Situation ausdrücklich mit dem Jahr 2005, kurz vor dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes. Damals hielt Goldman Sachs eine komplexe Hypothekenposition im Milliardenwert, die noch weiterverkauft wurde, obwohl die Risiken im System bereits sichtbar waren. Für Burry ist genau das die Warnung: Gefährliche Strukturen können lange weiterlaufen, bevor sie kippen.
Zusätzlichen Stoff liefert Nvidias neue Finanzierungsplattform. Der Chipkonzern will gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR mehr als 500 Milliarden US-Dollar
an Fremdkapital für KI-Infrastruktur mobilisieren. Finanziert werden sollen unter anderem Rechenzentren, Chipfabriken und Energieprojekte. Nvidia könnte bei einzelnen Transaktionen Garantien von
bis zu 25 Prozent des Restwerts seiner Chips übernehmen. Das Kapital soll von Drittinvestoren kommen, die Projekte würden jeweils separat geprüft.
Auf X bezeichnete Burry die Konstruktion als "500-Milliarden-Dollar-Nvidia-Wall-Street-Trick". Er kritisierte vor allem, dass die Finanzierung über Private-Credit-Strukturen von
Private-Equity-Häusern läuft. Sinngemäß lautet seine Warnung: neues Etikett, altes Spiel.
Seine Skepsis richtet sich zudem gegen die Bewertung der KI-Hardware selbst. Burry bezweifelt, dass Chips wirtschaftlich so lange wertvoll bleiben, wie es manche Abschreibungsmodelle unterstellen. Nvidia bringt typischerweise alle zwei bis drei Jahre neue GPU-Architekturen auf den Markt. CEO Jensen Huang widerspricht und verweist darauf, dass ältere Chips wie der A100 noch viele Jahre produktiv eingesetzt werden könnten.
Burry setzt seine Warnung inzwischen auch an der Börse um. Laut seinem Substack-Beitrag stockte er seine Nvidia-Put-Optionen mit Laufzeiten bis 2027 auf. Gleichzeitig erhöhte er seine
Short-Positionen bei Palantir, Oracle, Caterpillar und dem iShares Semiconductor ETF. Bei Palantir kamen zusätzliche Puts und Leerverkäufe hinzu.
Sein Fazit fällt entsprechend düster aus. Unternehmen würden den "Perimeter der Verschuldung" mit immer mehr Konstruktionen außerhalb der Bilanz ausweiten. "Das wird auf dem Rückweg wehtun",
schrieb Burry.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

