KI-Rallye geht wieder los

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    DAX folgt Nasdaq: Cisco unter Druck, RWE & Thyssenkrupp mit Zahlen

    Der DAX dürfte Donnerstag wieder Richtung neues Allteithoch laufen. Die Vorgaben aus den USA und Asien sind gut. Probleme gibt es auf dem Devisen-Markt. Der Yen nähert sich wieder einer kritischen Marke.

    Für Sie zusammengefasst
    • DAX nimmt dank guter Vorgaben Kurs aufs Rekordhoch
    • Nasdaq und Chipwerte profitieren von weniger Zinsangst
    • Yen nähert sich kritischer Marke von 160 zum Dollar
    • Report: KI braucht Strom
    KI-Rallye geht wieder los - DAX folgt Nasdaq: Cisco unter Druck, RWE & Thyssenkrupp mit Zahlen

    Der Dax dürfte am Donnerstag wieder Kurs auf sein Rekordhoch nehmen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Handelsstart 0,4 Prozent höher auf 26.432 Punkte. Damit fehlen nur noch rund 140 Punkte bis zum Rekord von 26.573 Punkten, den der Dax am Mittwoch erreicht hatte.

    Zusätzliche Unterstützung kommt vom Ölmarkt: Die Preise geben etwas nach und sorgen damit zumindest kurzfristig für Entlastung. Entwarnung gibt es allerdings nicht. Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt angespannt. Der Iran widerspricht erneut Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach die USA die Kontrolle über die wichtige Meerenge übernommen hätten.

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    KI-Fieber ist zurück: Nasdaq zieht davon – Zinsangst lässt nach!

    Gute Prognosen aus dem Technologiesektor haben am Mittwoch vor allem KI- und Halbleiteraktien Rückenwind gegeben. Der Nasdaq 100 gewann 0,74 Prozent auf 29.742,60 Punkte.

    Deutlich verhaltener lief es bei den Standardwerten. Der Dow Jones schloss 0,04 Prozent tiefer bei 53.770,27 Punkten. Der S&P 500 legte dagegen um 0,26 Prozent auf 7.748,50 Punkte zu.

    Unterstützung kam von der Inflationsfront. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli im Jahresvergleich um 3,4 Prozent. Im Juni hatte die Inflationsrate noch bei 3,5 Prozent gelegen. Der Rückgang entsprach den Erwartungen der Volkswirte und hielt damit die Sorge vor steigenden Zinsen vorerst in Schach.

    Auch geopolitisch gab es Signale der Entspannung. Die Mitte Juni zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe könnte nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen um weitere 60 oder sogar 90 Tage verlängert werden. Zudem soll eine Einigung zwischen Iran und Oman über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus noch vor Samstag möglich sein.

    Cisco schlägt alle Prognosen – Aktie trotzdem unter Druck!

    Cisco liefert eigentlich Zahlen, von denen Anleger träumen: Der Umsatz sprang im vierten Geschäftsquartal um 18 Prozent auf 17,25 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen deutlich. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,22 US-Dollar lag über dem Konsens.

    Noch stärker fällt der Ausblick aus. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Cisco einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,05 bis 5,11 US-Dollar und einen Umsatz von bis zu 73,4 Milliarden US-Dollar an – deutlich mehr als Analysten bislang erwartet hatten.

    Doch ein Schönheitsfehler reichte für schlechte Stimmung: Der Serviceumsatz stagnierte bei 3,79 Milliarden US-Dollar und verfehlte knapp die Erwartungen. Die Aktie verlor nachbörslich rund 3,9 Prozent. Besonders bitter: Seit Jahresbeginn hatte Cisco zuvor bereits knapp 61 Prozent zugelegt.

    Cisco Systems

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    Chip-Feuerwerk in Asien: Südkorea schießt 4 Prozent hoch

    An den asiatischen Börsen dominiert am Donnerstagmorgen klar die grüne Farbe. Besonders kräftig geht es in Südkorea nach oben: Der Kospi gewinnt zeitweise rund 4,4 Prozent. Auch Japan zieht deutlich an. Der Nikkei steigt um rund 1,6 Prozent auf 68.600 Punkte. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik außerhalb Japans legt knapp ein Prozent zu.

    Rückenwind kommt aus den USA. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli lediglich um 0,1 Prozent zum Vormonat. Damit sank am Markt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank im September von 54 auf rund 40 Prozent. Gerade zinssensible Technologie- und Chipwerte profitieren davon.

     

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    RWE dreht den Geldhahn auf: Milliarden-Sprung bei den Investitionen!

    RWE erhöht nach dem Einstieg beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion seine Investitionspläne deutlich. Für 2026 rechnet der Energiekonzern nun mit Nettoinvestitionen von 9 bis 11 Milliarden Euro. Bislang waren lediglich 6 bis 8 Milliarden Euro vorgesehen.

    Treiber ist die Amprion-Transaktion: RWE hatte im Juni angekündigt, sich die Mehrheit an dem Übertragungsnetzbetreiber zu sichern. Bis 2031 will der Dax-Konzern insgesamt 35 Milliarden Euro netto investieren. Davon sollen allein 6,5 Milliarden Euro in den Netzausbau fließen.

    Bei den Geschäftszahlen gab es dagegen keine neue Überraschung. RWE bestätigte die bereits Ende Juli vorgelegten vorläufigen Ergebnisse für das erste Halbjahr. Zudem hatte der Konzern vor rund zwei Wochen seine Ergebnisziele für 2026 und 2027 angehoben.

    RWE

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    Thyssenkrupp verdient deutlich mehr – eine Zahl bremst die Euphorie!

    Der MDax-Konzern hat im dritten Geschäftsquartal operativ deutlich zugelegt. Rückenwind kam vor allem aus dem Stahlgeschäft, dem Werkstoffhandel und von der Marinetochter TKMS. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf knapp 8,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro zu.

    Damit übertraf Thyssenkrupp zwar beim Umsatz die Erwartungen, blieb beim operativen Ergebnis aber hinter den Analystenschätzungen zurück. Erwartet worden waren 207 Millionen Euro bereinigtes EBIT und eine Marge von 2,4 Prozent. Tatsächlich lag die Marge bei 2,1 Prozent.

    Unter dem Strich erreichte der Konzern eine schwarze Null. Im Vorjahresquartal hatte noch ein Verlust von 278 Millionen Euro gestanden. Geholfen hat dabei auch ein positiver Bilanzeffekt aus dem Verkauf der Hüttenwerke Krupp Mannesmann.

    Einen Dämpfer gab es beim Auftragseingang: Dieser fiel um ein Viertel auf 7,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten allerdings zwei Großaufträge bei TKMS für einen außergewöhnlich hohen Vergleichswert gesorgt.

    Für das Gesamtjahr wird Thyssenkrupp beim Ergebnis etwas optimistischer. Das bereinigte EBIT soll nun 600 bis 900 Millionen Euro erreichen statt bislang 500 bis 900 Millionen Euro. Auch beim erwarteten Nettoverlust wurde die Spanne verbessert.

    ThyssenKrupp

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    17 Millionen Barrel: Ölpreis bekommt einen Dämpfer

    Der Ölpreis startet schwächer in den Donnerstag. Brent verliert rund einen halben US-Dollar und handelt bei etwa 88,56 US-Dollar je Barrel. Die US-Öl der Sorte WTI fällt auf rund 82,72 US-Dollar.

    Der Belastungsfaktor kommt diesmal nicht primär aus dem Nahen Osten, sondern aus den USA. Die amerikanischen Rohölbestände sind innerhalb einer Woche überraschend um 17,4 Millionen Barrel gestiegen – der kräftigste Aufbau seit Januar 2023. Vor allem deutlich niedrigere Exporte und höhere Importe sorgten für den Sprung.

    Hinzu kommt ein schwächerer Nachfrageausblick. Sowohl OPEC als auch IEA haben ihre Erwartungen gesenkt. Die IEA rechnet für 2026 inzwischen sogar mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage um 1,6 Millionen Barrel pro Tag.

    Gold legt ein Päuschen an 

    Gold verteidigt am Donnerstagmorgen seine kräftigen Gewinne. Der Spotpreis liegt bei rund 4.409 US-Dollar je Feinunze, nachdem das Edelmetall zuvor um rund ein Prozent auf den höchsten Stand seit dem 5. Juni gestiegen war.

    Auslöser sind die US-Inflationsdaten. Die jährliche Teuerungsrate ging von 3,5 auf 3,4 Prozent zurück. Gleichzeitig sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September auf rund 40 Prozent. Niedrigere Zinserwartungen sind grundsätzlich positiv für Gold, weil das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen abwirft.

    Nach der Rally legt Gold allerdings zunächst eine Pause ein. Der nächste wichtige Test kommt mit den amerikanischen Erzeugerpreisen. Bestätigen auch sie eine Entspannung beim Inflationsdruck, könnte die Zinserhöhungsfantasie weiter schwinden.

    Dollar-Rallye stoppt: Jetzt wird die Marke von 160 Yen brisant

    Der US-Dollar verliert nach den Inflationszahlen zunächst seinen Schwung. Der Dollar-Index notiert praktisch unverändert um 100 Punkte. Der Euro hält sich ebenfalls stabil bei rund 1,1523 US-Dollar. Das britische Pfund gibt leicht auf etwa 1,349 US-Dollar nach.

    Spannender bleibt der Yen. Ein US-Dollar kostet aktuell etwa 159,4 Yen. Damit nähert sich das Währungspaar wieder der Marke von 160 Yen, nachdem die gemeinsame Intervention der USA und Japans Ende Juli den US-Dollar zeitweise von fast 164 bis auf 155,20 Yen gedrückt hatte. Marktteilnehmer beobachten 160 deshalb besonders genau – eine offiziell festgelegte Interventionsgrenze ist sie allerdings nicht.

    Unterstützung erhält der Yen durch die japanische Inflation. Die Großhandelspreise lagen im Juli 7,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit wächst die Spekulation, dass die Bank of Japan bereits im September erneut die Zinsen anheben könnte.

    Für den Devisenmarkt entsteht damit eine interessante Gegenbewegung: In den USA sinken die Erwartungen an eine Zinserhöhung, in Japan steigen sie.

    Bitcoin wartet auf den nächsten Impuls – die Bullen zünden noch nicht

    Während Aktien und Gold auf die entspannteren US-Inflationsdaten reagieren, bleibt Bitcoin auffällig ruhig. Die größte Kryptowährung handelt am Donnerstagmorgen um 63.500 bis 63.800 US-Dollar und bewegt sich damit gegenüber dem Vortag kaum. Reuters bezeichnete Bitcoin im asiatischen Handel ausdrücklich als praktisch unverändert.

    Das ist durchaus interessant: Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September ist deutlich gefallen, der klassische Liquiditäts-Trade springt bei Bitcoin bislang aber nicht an. Von einer neuen Krypto-Rally kann heute Morgen deshalb keine Rede sein.

    Auch bei den großen Altcoins sehe ich zum Start keinen Impuls, der einen aggressiven Aufmacher rechtfertigen würde. Der Krypto-Markt wartet derzeit eher, während Aktien in Asien und Gold die freundlichere Zinsperspektive deutlicher spielen.

     

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    Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurMarkus Weingran
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