Maersk profitiert vom Chaos
Hormus-Schock wird zum Maersk-Booster: Gewinn mehr als verdoppelt
Maersk verdoppelt im zweiten Quartal den Gewinn, profitiert von höheren Frachtraten und hebt nach starken Zahlen die Jahresprognose kräftig an.
- Maersk verdoppelt Quartalsgewinn dank höherer Raten
- Maersk hebt Jahresprognose für EBITDA kräftig an
- Höhere Frachtraten treiben Ocean-Ergebnis deutlich
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Mærsk teilte am Donnerstag mit, dass der zurechenbare Gewinn im ersten Halbjahr gesunken sei, während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei. Der dem Konzern zurechenbare Gewinn für die ersten sechs Monate bis zum 30. Juni betrug 1,32 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,75 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie sank von 112 US-Dollar auf 90 US-Dollar. Der Umsatz des dänischen Schifffahrtskonzerns betrug 28,73 Milliarden US-Dollar, im Vergleich zu 26,45 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Das zweite Quartal war für Maersk ausgesprochen stark. Im Q2 hat Maersk die Erwartungen klar geschlagen und gleichzeitig die Jahresprognose kräftig angehoben. Das EBITDA lag bei 2,99 Milliarden US-Dollar, nach 2,30 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt lediglich 2,12 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Umsatz sprang im Quartal um 20 Prozent auf 15,76 Milliarden US-Dollar, das EBIT sogar um 86 Prozent auf 1,57 Milliarden US-Dollar.
Noch auffälliger ist der Nettogewinn: Der auf Maersk-Aktionäre entfallende Gewinn hat sich im Q2 von 586 Millionen auf 1,263 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Zudem erhöht Maersk den Ausblick schon wieder. Das Unternehmen erwartet jetzt für 2026 ein bereinigtes EBITDA von 10,5 bis 12,5 Milliarden US-Dollar, nachdem Ende Juni noch 8 bis 10 Milliarden US-Dollar erwartet worden waren. Beim bereinigten EBIT steigt die Spanne von 2 bis 4 Milliarden auf 4,5 bis 6,5 Milliarden US-Dollar. Auch beim freien Cashflow erwartet Maersk jetzt einen positiven Wert, nachdem zuvor noch mindestens minus 1,5 Milliarden US-Dollar prognostiziert worden waren.
Der Treiber ist vor allem das Ocean-Geschäft. Der Umsatz dort stieg im Q2 um 23 Prozent auf 10,53 Milliarden US-Dollar. Die transportierten Mengen legten um 4,1 Prozent zu, gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Frachtrate um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sogar 32 Prozent gegenüber Q1 auf 2.746 US-Dollar je FFE (Forty-Foot Equivalent – Einheit eines 40-Fuß-Containers). Das Ocean-EBIT sprang dadurch von 229 auf 935 Millionen US-Dollar. Und das trotz kräftiger Kostensteigerungen: Die operativen Kosten im Ocean-Bereich stiegen um 19 Prozent. Allein die Bunkerkosten erhöhten sich um 36 Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar, da der durchschnittliche Treibstoffpreis um 44 Prozent anzog. Das zeigt, wie stark der positive Effekt der höheren Frachtraten derzeit ist.
Dahinter steckt die aktuelle Störung des Welthandels. Maersk nennt starke Exporte aus Fernost, Engpässe in Häfen und beim Landtransport sowie die Probleme im Nahen Osten als zentrale Faktoren. Die weltweite Container-Nachfrage wuchs im Q2 laut Maersk um drei bis vier Prozent. Gleichzeitig lag der Shanghai Containerised Freight Index im Schnitt 55 Prozent über Q1 und 42 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Straße von Hormus war im zweiten Quartal ein wichtiger Faktor – allerdings mit gegenläufigen Effekten. Unter dem Strich dürfte die Störung für Maersk eher ein Ergebnis-Treiber gewesen sein, vor allem über höhere Frachtraten und zusätzliche Logistikleistungen. Maersk selbst beziffert den Hormus-Effekt allerdings nicht separat.
Die Aktie von Maersk ist am Donnerstag (8:50 Uhr, MESZ) auf Tradegate 3,03 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 2.411 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die A.P. Moeller - Maersk (B) Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +4,49 % und einem Kurs von 2.445EUR auf Tradegate (13. August 2026, 08:54 Uhr) gehandelt.

