DAX weiter im Risiko-Modus
SanDisk im Höhenflug, Applied Materials fällt und hohe US-Zölle auf Drohnen
Das die Straße von Hormuz weiter dicht ist, scheint die Anleger nicht zu jucken. De US-Indizes feiern neue Rekorde und der DAX scheint auch wieder Gas zu geben. SanDisk hat die gute Stimmung für Tech-Aktien neu entfacht.
- DAX startet freundlich und rückt ans Rekordhoch
- SanDisk entfacht neue Euphorie bei Speicheraktien
- Anleger bleiben trotz Hormus-Krise gelassen
- Report: KI braucht Strom
Der Dax dürfte am Freitag freundlich in den Handel starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Handelsbeginn 0,5 Prozent höher bei 26.421 Punkten. Damit rückt das Rekordhoch vom Mittwoch bei 26.573 Punkten wieder näher.
Bemerkenswert bleibt die Gelassenheit der Anleger angesichts der weiterhin ungelösten Lage an der Straße von Hormus. Die Börsen setzen offenbar weiter auf eine schnelle Entspannung und Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute. Der Markt handelt damit weniger die angespannte Gegenwart als die Hoffnung auf eine deutlich freundlichere Zukunft.
Nasdaq knackt 30.000 Punkte – S&P 500 springt auf Rekordhoch
Die Wall Street hat am Donnerstag weiter zugelegt. Besonders stark präsentierte sich der Technologiesektor: Der Nasdaq 100 gewann 1,15 Prozent auf 30.084,50 Punkte und übersprang damit die Marke von 30.000 Punkten.
Rückenwind lieferten nachlassende Inflations- und Zinssorgen. Die US-Erzeugerpreise für Juli stiegen schwächer als erwartet, während gleichzeitig deutlich fallende Ölpreise für Entspannung sorgten. Hintergrund war die relative Ruhe im Nahostkonflikt.
Auch der breite Markt blieb stark: Der S&P 500 markierte zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch und schloss 0,65 Prozent höher bei 7.798,99 Punkten. Der Dow Jones legte dagegen nur leicht um 0,13 Prozent auf 53.839,99 Punkte zu.
SanDisk zündet den Speicher-Turbo – der ganze Sektor zieht mit
SanDisk hat mit seinem Investorentag neue Euphorie bei Speicher-Aktien ausgelöst. Die Aktie sprang am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent nach oben. Western Digital gewann fast acht Prozent, SK hynix rund sieben Prozent, Micron etwa fünf Prozent und Seagate rund vier Prozent.
Auslöser war ein überraschend ambitioniertes Finanzmodell für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030. SanDisk stellt starkes Umsatzwachstum, eine Bruttomarge von rund 80 Prozent, eine operative Marge von etwa 75 Prozent und eine bereinigte Free-Cashflow-Marge von rund 50 Prozent in Aussicht.
Besonders gut kam bei Anlegern an, dass SanDisk nach Investitionen 100 Prozent des überschüssigen Cashflows an die Aktionäre zurückgeben will. Damit liefert das Unternehmen dem zuletzt weniger beachteten Speichersektor eine neue Story: Der KI-Boom braucht nicht nur Chips und Rechenzentren, sondern auch immer mehr Speicher. Genau diese Fantasie spielt die Börse jetzt wieder.
Applied Materials schlägt die Erwartungen – Aktie rauscht trotzdem ab
Applied Materials hat im jüngsten Quartal Umsatz und Gewinn stärker als erwartet gesteigert. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 2,48 auf 3,50 US-Dollar und übertraf damit die erwarteten 3,40 US-Dollar. Der Umsatz sprang um 25 Prozent auf 9,12 Milliarden US-Dollar.
Auch der Ausblick fällt kräftig aus: Für das laufende Quartal stellt Applied Materials 4,02 US-Dollar Gewinn je Aktie und 10,25 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Analysten hatten lediglich mit 3,71 beziehungsweise 9,55 Milliarden US-Dollar gerechnet. CEO Gary Dickerson sieht die KI-Nachfrage als entscheidenden Wachstumstreiber und erwartet, 2026 schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen.
Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich rund fünf Prozent. Ein Belastungsfaktor: Der Free Cashflow sank in den ersten neun Monaten auf 3,58 Milliarden US-Dollar, während die Investitionsausgaben um 35 Prozent auf 1,99 Milliarden US-Dollar stiegen. Nach einer Kursverdopplung seit Jahresbeginn scheinen Anleger trotz starker Zahlen die Messlatte extrem hoch gelegt zu haben.
Nikkei gibt Vollgas – Asien vor stärkster Woche seit Monaten
Die asiatischen Börsen sind überwiegend freundlich in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der MSCI Asia-Pacific ohne Japan gewinnt rund 0,3 Prozent und steuert auf ein Wochenplus von etwa 2,7 Prozent zu – die stärkste Woche seit zwei Monaten. Besonders stark zeigt sich erneut Japan: Der Nikkei legt rund 1,5 Prozent zu und kommt auf Wochenbasis auf etwa 5 Prozent Plus. Rückenwind liefern die nachlassenden Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank sowie die anhaltende Euphorie rund um KI-Aktien.
Trump macht Chinas Drohnen plötzlich bis zu 100 Prozent teurer
Die USA verschärfen den Handelskonflikt mit China und verhängen neue Zölle auf importierte Drohnen. Besonders schwere Modelle über 25 Kilogramm sowie Drohnen mit Wärmebildkameras werden mit 100 Prozent Einfuhrzoll belegt, kleinere Modelle mit 25 Prozent. Die meisten Maßnahmen treten am 3. September in Kraft.
Washington begründet den Schritt mit der nationalen Sicherheit und der hohen Abhängigkeit von ausländischer Drohnentechnik. Gleichzeitig soll eine eigene US-Drohnenindustrie aufgebaut werden. Betroffen dürften vor allem chinesische Hersteller sein, die den amerikanischen Markt dominieren.
Die neuen Zölle sind Teil einer erneuten Verschärfung im Handelsstreit zwischen Washington und Peking – nur wenige Wochen vor dem geplanten Treffen von Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im September.

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+112 Prozent in diesem Jahr und das soll erst der Anfang sein!
Hormus schlägt Lager-Schock – Ölpreis fängt sich wieder
Nach dem deutlichen Rücksetzer am Donnerstag stabilisiert sich der Ölpreis zum Wochenschluss. Brent kostet am Freitagmorgen rund 87,08 US-Dollar je Barrel, WTI etwa 81,31 US-Dollar. Auf Wochensicht liegt Brent trotz des Rückgangs vom Donnerstag ungefähr 4 Prozent höher.
Der Markt steckt dabei zwischen zwei Extremen: Die US-Rohöllager sind zuletzt um gewaltige 17,4 Millionen Barrel gestiegen und OPEC sowie IEA haben ihre Nachfrageprognosen reduziert. Gleichzeitig stützen die Spannungen mit dem Iran und die US-Drohung einer längerfristigen Blockade den Preis.

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Iran will an jedem Öl-Barrel mitverdienen – 20 Milliarden für freie Fahrt
Gold: Nach der Rallye kommt die Gewinnmitnahme
Gold startet schwächer in den Freitag. Nach der starken Rallye der vergangenen Tage nehmen Anleger Gewinne mit. Reuters meldet für Gold zeitweise ein Minus von rund 0,8 Prozent, nachdem das Edelmetall zuletzt wieder in Richtung 4.400 US-Dollar je Feinunze gestiegen war.
Im asiatischen Handel wurde Spot-Gold zuletzt bei etwa 4.341 US-Dollar gehandelt. Trotz des Rücksetzers bleibt das Umfeld grundsätzlich unterstützt: sinkende Fed-Zinserhöhungserwartungen, geopolitische Unsicherheit und starke Zentralbankkäufe haben Gold zuletzt kräftig nach oben getrieben.
Yen wieder vor der 160 – nächste Intervention schon in Sicht?
Der Yen bleibt das große Thema am Devisenmarkt. Ein US-Dollar kostet am Freitagmorgen rund 159,43 Yen. Damit steuert die japanische Währung auf ein Wochenminus von etwa einem Prozent und den stärksten Wochenverlust seit drei Monaten zu. Besonders brisant: Die Marke von 160 Yen je Dollar gilt am Markt erneut als mögliche Interventionszone. Die Wirkung der jüngsten gemeinsamen Intervention Japans und der USA ist damit bereits erheblich verpufft.
Euro und Pfund bewegen sich dagegen kaum. Der Euro notiert ungefähr bei 1,15 US-Dollar, das Pfund um 1,35 US-Dollar. Der Dollar selbst erhält momentan wenig Unterstützung von der Fed: Nach den moderaten US-Inflationsdaten ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf rund 35 Prozent gefallen.
Bitcoin rutscht wieder ab – die 60.000er-Zone rückt näher
Bei den Kryptowährungen sieht der Freitagmorgen deutlich weniger freundlich aus. Bitcoin fällt rund 0,8 Prozent auf etwa 63.300 US-Dollar und bewegte sich im Tagesverlauf bereits zwischen rund 62.800 und 63.900 US-Dollar. Damit bleibt die größte Kryptowährung nach der jüngsten Schwäche weit von einer neuen Rallye entfernt.
Ethereum notiert bei rund 1.625 US-Dollar und bleibt damit ebenfalls unter Druck. Der Kontrast zu den Aktienmärkten ist interessant: Während sinkende Fed-Zinssorgen Tech-Aktien helfen, kommt bei Bitcoin bislang kaum neuer Kaufdruck auf.
Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion

