China bekommt die Rechnung
Trump verhängt 100 % Drohnenzoll – diese US-Aktien springen an
China kontrolliert rund 70 Prozent des kommerziellen US-Drohnenmarkts. Trumps neue Zölle könnten dieses Kräfteverhältnis nun verschieben.
- USA verhängen hohe Drohnenzölle gegen China
- DJI beherrscht rund 70 Prozent des US-Markts
- Onshoring soll die US-Drohnenproduktion stärken
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Donald Trump verschärft den Handelskrieg um Drohnen und setzt ausländische Anbieter massiv unter Druck. Für größere oder militärisch sensible Drohnen sowie kritische Komponenten sollen künftig 100 Prozent Zoll fällig werden, für kleinere Systeme 25 Prozent. Die meisten Abgaben treten bereits in 21 Tagen in Kraft. US-Drohnenaktien reagierten prompt: Unusual Machines sprang nachbörslich um 7,4 Prozent, Red Cat Holdings um 3,1 Prozent, Ondas um 1,9 Prozent und AeroVironment um 1,6 Prozent an.
Hauptziel der Maßnahme ist China. Die US-Regierung will die starke Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern und mehr Produktion ins eigene Land holen. Besonders dominant ist DJI Technologies: Der chinesische Hersteller kam 2025 auf rund 70 Prozent des kommerziellen US-Drohnenmarkts. Das Weiße Haus begründet die neuen Zölle deshalb ausdrücklich mit der nationalen Sicherheit und dem Schutz der heimischen industriellen Basis.
Verbündete kommen deutlich glimpflicher davon. Für Drohnen und Komponenten aus der Europäischen Union, Japan, Liechtenstein, Südkorea, der Schweiz und Taiwan gilt ein Zoll von 15 Prozent, für Großbritannien 10 Prozent. Voraussetzung ist, dass nahezu die gesamte Hardware, Software und Technologie aus diesen Ländern oder den USA stammt.
Trump stützt die Maßnahme auf Abschnitt 232 des Trade Expansion Act. Diese Regel erlaubt Zölle, wenn Importe als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft werden. Genau diese Rechtsgrundlage hatte Trump bereits für Stahl, Aluminium, Autos und Autoteile genutzt. Sie gilt als robuster als andere Zollinstrumente, nachdem der Supreme Court im Februar zahlreiche globale Trump-Zölle für ungültig erklärt hatte.
Gleichzeitig soll ein neues Onshoring-Programm Unternehmen zu Investitionen in die amerikanische Drohnenproduktion bewegen. Weniger sensible Komponenten werden erst nach 180 Tagen belastet. Damit kombiniert Washington Abschottung mit gezielter Industriepolitik.
Für Anleger ist vor allem der Zeitpunkt interessant: Die Zölle treffen den chinesisch dominierten Markt nur wenige Wochen vor dem für den 24. September erwarteten Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping. Während chinesische Anbieter vor deutlich höheren Kosten stehen, wittern US-Hersteller die Chance auf zusätzliche Marktanteile – genau darauf reagierten die Aktien bereits im nachbörslichen Handel.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

