Der Trade des Sommers
Kaffee schlägt KI – jetzt befeuert ein Erdbeben die nächste Rallye-Welle
Kaffee-Futures schlagen Chip-ETFs klar. Jetzt trifft eine neue Störung einen der wichtigsten Produzenten der Welt – genau das könnte die Rallye weiter treiben.
- Kaffee-Futures schlagen Chip-ETFs deutlich
- Erdbeben in Kolumbien stört wichtige Exportwege
- Nachfrage und Wetterrisiken treiben den Kaffeetrade
- Report: KI braucht Strom
Kaffee schlägt derzeit sogar einige der größten KI-Gewinner an der Börse – und neue Lieferprobleme könnten den Trade weiter anheizen. Kaffee-Futures haben in den vergangenen drei Monaten rund 13 Prozent zugelegt. Der VanEck Semiconductor ETF, einer der großen Profiteure des KI-Booms, kam im gleichen Zeitraum nur auf 2,2 Prozent. Seit Anfang Juni ist Arabica sogar um rund 30 Prozent gestiegen.
Jetzt kommt zusätzlicher Druck von der Angebotsseite. Ein schweres Erdbeben in Kolumbien hat eine zentrale Verkehrsverbindung zum Pazifikhafen Buenaventura beschädigt. Über diese Route läuft ein großer Teil der kolumbianischen Kaffeeexporte. Lieferungen müssen teilweise umgeleitet werden – ausgerechnet in einer Phase, in der der Markt ohnehin empfindlich auf Wetter- und Angebotsrisiken reagiert.
Kolumbien gehört zu den wichtigsten Kaffeeproduzenten der Welt und ist besonders bedeutend für hochwertigen Arabica. Gleichzeitig dürfte die Produktion 2026 deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Zusätzliche Wetterrisiken in wichtigen Anbauregionen könnten das Angebot weiter belasten.
Für Anleger eröffnet der Kaffeeboom auch Chancen außerhalb des direkten Rohstoffhandels. HSBC hat Keurig Dr Pepper zuletzt von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und das Kursziel von 37 auf 40 US-Dollar angehoben. Gegenüber dem damaligen Kurs entsprach das einem Potenzial von mehr als 35 Prozent. Die Analysten setzen darauf, dass sich die Aussichten für das US-Kaffeegeschäft im zweiten Halbjahr verbessern.
Auch Starbucks bleibt interessant. Die Aktie liegt 2026 bereits kräftig im Plus. Charttechniker sehen die Chance auf einen Ausbruch aus einer mehrjährigen Handelsspanne. Sollte die Aktie in Richtung 125 US-Dollar laufen, könnte sich die Dynamik laut CNBC-Kommentator Frank Cappelleri weiter beschleunigen.
Der Kaffeetrade hat damit gleich mehrere Treiber: starke Nachfrage, Angebotsrisiken, Wetterprobleme und neue Störungen in Kolumbien. Gleichzeitig haben Kaffee-Futures zuletzt sowohl den breiten Aktienmarkt als auch wichtige KI-ETFs klar geschlagen. Für Anleger ist Kaffee damit längst kein exotischer Nebenmarkt mehr – sondern einer der stärksten Trades des Sommers.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

