50 Trades pro Börsentag
Erst Aktienkäufe, dann Washington-Entscheidungen – Trump soll 15 Fälle erklären
Mehrere Trump-Trades erfolgten kurz vor politischen Entscheidungen zugunsten der betroffenen Unternehmen. Zwei führende Demokraten verlangen nun Antworten – und wollen wissen, wer die Käufe tatsächlich gesteuert hat.
- Demokraten fordern Antworten zu Trumps Aktienkäufen
- 21.000 Trades 2025 und auffällige Käufe im Fokus
- Trump bestreitet Einfluss, doch Manager bleiben unklar
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Donald Trump gerät wegen Tausender Aktiengeschäfte erneut unter politischen Druck. In einem 17-seitigen Schreiben, das CNBC vorliegt, fordern Senatorin Elizabeth Warren und der demokratische Abgeordnete Robert Garcia den US-Präsidenten auf, seine Vermögensverwalter offenzulegen und auffällige Käufe zu erklären, die zeitlich kurz vor marktbewegenden Regierungsentscheidungen lagen. Trump soll die Fragen bis zum 28. August beantworten.
Der Umfang ist außergewöhnlich: Laut Trumps Finanzoffenlegung wurden allein 2025 mehr als 21.000 Transaktionen in seinem Namen ausgeführt. Im ersten Quartal 2026 kamen weitere mehr als 3.500 Trades hinzu – im Schnitt rund 50 pro Börsentag. Warren und Garcia sprechen von einem beispiellosen Volumen für einen amtierenden Präsidenten.
Besonders heikel sind 15 Fälle, die die Demokraten hervorheben. Dazu zählen Käufe von Nvidia- und AMD-Aktien am 6. Januar – rund eine Woche bevor die Regierung gelockerte Exportregeln ankündigte, die Chipverkäufe nach China erleichtern sollten. Ebenfalls genannt wird ein Kauf von Axon-Aktien im Wert von 1 bis 5 Millionen US-Dollar am 10. Februar. Zwei Wochen später kündigte die US-Einwanderungsbehörde ICE einen Taser-Auftrag über 220 Millionen US-Dollar an.
Warren und Garcia formulieren den Vorwurf scharf. Der mögliche Zusammenhang zwischen Trumps Amt und seinen Investments schaffe "einschließlich des Potenzials für Insiderhandel, Marktmanipulation und politische Entscheidungen, die eher dem Aktienportfolio des Präsidenten als dem öffentlichen Interesse zugutekommen" einen massiven Interessenkonflikt.
Trump weist eine persönliche Einflussnahme zurück. Er erklärte im Juli: "Wir haben Fonds, die mein Geld verwalten. Sie investieren mein Geld, und ich spreche nicht mit ihnen. Ich spreche nie – ich spreche nicht einmal mit ihnen." Gleichzeitig bleibt unklar, welche externen Manager sämtliche Konten steuern und nach welchen Regeln Kauf- und Verkaufsentscheidungen getroffen werden.
Das Weiße Haus und die Trump Organization weisen die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Charles-Schwab-Chef Rick Wurster erklärte zudem, die Strategien würden nach eigenem Ermessen von professionellen Vermögensverwaltern umgesetzt. Warren und Garcia wollen genau das nun belegt sehen – und bereiten sich offenbar auf deutlich härtere Untersuchungen vor, falls die Demokraten bei den Zwischenwahlen im November eine Kongresskammer zurückgewinnen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

