Neue Strategie
China-Rückzug bei Nokia: 1.600 Stellen weg
Nokia zieht sich weiter aus China zurück: 1.600 Jobs fallen weg. Gleichzeitig verlagert der Konzern seinen Fokus stärker auf KI und die USA.
- Nokia schließt Entwicklungsabteilung in Hangzhou
- 1.600 Stellen fallen beim Rückzug aus China weg
- Nokia setzt künftig stärker auf KI und die USA
- Report: KI braucht Strom
Nokia schließt seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung im chinesischen Hangzhou und streicht 1.600 Stellen, berichtete die finnische Zeitung Helsingin Sanomat am Donnerstag unter Berufung auf ungenannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Laut einer Google-Übersetzung des Berichts informierte das Unternehmen seine Mitarbeiter darüber, dass die Abteilung, die Funktechnologie entwickelt, bis Ende 2026 geschlossen wird. Ein Nokia-Sprecher erklärte gegenüber dem US-Medienunternehmen MT Newswires in einer E-Mail: "Nokia hat Maßnahmen ergriffen, um seine Geschäftstätigkeit in China besser an die globale Geschäftsstrategie von Nokia anzupassen. Darüber hinaus ist das Geschäft von Nokia in China in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Daher passen wir unsere operative Präsenz in China an diese Realität an."
Die Schließung in Hangzhou ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil eines schon länger laufenden Rückzugs aus China. Das Geschäft des finnischen Netzwerkausrüsters ist dort in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Der Umsatz in Greater China lag 2025 nur noch bei rund 913 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Niveau früherer Jahre. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Beschäftigten stark gesunken.Ein wesentlicher Grund ist der wachsende Druck durch chinesische Konkurrenten wie Huawei und ZTE.
Heimische Anbieter dominieren inzwischen weite Teile des chinesischen Marktes für Mobilfunk- und Netzwerktechnik, während europäische Hersteller wie Nokia und Ericsson zunehmend Marktanteile verlieren. Hinzu kommen politische und regulatorische Hürden, die das Geschäft für westliche Anbieter zusätzlich erschweren. Nokia hatte bereits 2024 rund 2.000 Stellen in Greater China gestrichen. Die nun geplante Schließung des Forschungs- und Entwicklungsstandorts in Hangzhou setzt diesen Kurs fort.
Gleichzeitig treibt der Konzern ein breiteres Spar- und Umbauprogramm voran. Für 2026 rechnet Nokia mit hohen Restrukturierungskosten, erwartet daraus aber langfristig deutliche Einsparungen. Parallel dazu verschiebt Nokia seinen strategischen Fokus stärker in Richtung Nordamerika und KI-Infrastruktur. Der Konzern investiert unter anderem in optische Netze, Rechenzentren und Halbleiterkapazitäten in den USA. Damit wird der Rückzug aus China zunehmend Teil einer größeren geografischen Neuausrichtung: weniger Engagement in einem schwieriger gewordenen chinesischen Telekommarkt, dafür mehr Fokus auf Wachstumsfelder rund um KI und Dateninfrastruktur.
Die Aktie von Nokia ist am Freitag (12:40 Uhr, MESZ) auf Tradegate 0,15 Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostet 9,21 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Nokia Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 9,226EUR auf Tradegate (14. August 2026, 12:38 Uhr) gehandelt.

