Nächstes KI-Highlight?
Anthropic vor Mega-IPO: Toppt Claude im Oktober sogar SpaceX?
KI gegen Space: Wer hat die Nase vorn? Anthropic könnte im Oktober an die Börse gehen – mit einer Bewertung von mehr als 2 Billionen US-Dollar. Der Claude-Entwickler würde damit selbst SpaceX in den Schatten stellen!
- Anthropic plant im Oktober möglichen Börsengang
- Bewertung könnte zwei bis drei Billionen erreichen
- Konkurrenz und hohe Preise bremsen das Wachstum
- Report: KI braucht Strom
Im Oktober bahnt sich wohl das nächste Highlight an der Wall Street an. Anthropic könnte aufs Parkett springen und für den nächsten historischen Moment an der Wall Street sorgen. Investoren des KI-Unternehmens rechnen laut Financial Times mit einem Börsengang zu einer Bewertung von mehr als 2 Billionen US-Dollar. Damit könnte der Claude-Entwickler sogar den erwarteten Börsenstart von SpaceX übertreffen und den größten Börsengang aller Zeiten hinlegen.
Die Erwartungen speisen sich vor allem aus dem enormen Wachstum. Von der Financial Times befragte Investoren halten es für möglich, dass Anthropic bis Ende 2026 einen annualisierten Umsatz von 100 bis 120 Milliarden US-Dollar erreicht. Zu Jahresbeginn lag dieser noch bei weniger als einem Zehntel davon.
3 Billionen Dollar? Selbst diese Bewertung wäre plötzlich denkbar
Ein Investor hält bei einem jährlichen Wachstum von rund 800 Prozent sogar eine Bewertung mit dem 30-Fachen des Umsatzes für denkbar. Das würde Anthropic rechnerisch auf rund 3 Billionen US-Dollar bringen. Zum Vergleich: Palantir und Nebius wurden zuletzt zeitweise mit Umsatzmultiplikatoren von annähernd 55 bewertet.
Bereits im Mai lag der annualisierte Umsatz von Anthropic bei mehr als 47 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig flossen 2026 knapp 100 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen. Die Bewertung erreichte im Mai rund 965 Milliarden US-Dollar und lag damit erstmals über der von OpenAI.
Der große Haken
Ganz ohne Risiken kommt die Story allerdings nicht aus. Anthropic kämpft mit wachsender chinesischer Konkurrenz, regulatorischem Druck und Spannungen mit der US-Regierung. Exportbeschränkungen zwangen das Unternehmen im Juni dazu, die Modelle Fable 5 und Mythos 5 zeitweise vom Markt zu nehmen.
Hinzu kommt der Preis: Anthropics Topmodell kostet mehr als das Zweieinhalbfache des vergleichbaren OpenAI-Angebots. Gleichzeitig schauen Unternehmen inzwischen genauer auf ihre KI-Budgets, während chinesische Anbieter mit deutlich günstigeren Modellen technologisch aufholen.
Wer beim Börsenstart dabei sein will, sollte den Oktober markieren
Sollte Anthropic tatsächlich im Oktober an die Börse gehen, dürfte der Start zu den meistbeachteten IPOs der Börsengeschichte gehören. Anleger, die das hohe Bewertungs- und Wettbewerbsrisiko akzeptieren, sollten sich den Börsenstart deshalb genau vormerken und versuchen, frühzeitig dabei zu sein – sofern die Bewertung nicht bereits jede Wachstumsfantasie vorwegnimmt.
Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge
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