Gold: Das könnte alles ändern
Goldpreis-Prognose: Kann Gold bis Ende 2026 wieder auf 5.000 US-Dollar steigen?
Ein Goldpreis von 5.000 US-Dollar zum Jahresende? Ist das wieder möglich? Die Chance schien vertan, zu groß waren Inflationssorgen und Zinsängste. Doch der Wind drehte sich zuletzt. Gold hat Schwung aufgenommen.
- Gold bleibt über 4.200 US-Dollar im Aufwärtstrend
- Sinkende US-Zinssorgen stärken Gold und Rohstoffe
- Zentralbankkäufe und Gold-ETFs treiben die Rallye
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Aktuelle Goldpreisentwicklung: Erholungsrallye läuft
Der Goldpreis hat mit dem Sprung über die 4.200 US-Dollar eine eminent wichtige Weichenstellung vollzogen und gleichzeitig ein starkes Kaufsignal ausgelöst. Solange das Edelmetall oberhalb dieser Marke notiert, hat es die Chance auf eine nachhaltige Erholung. Daran ändern auch die jüngsten Gewinnmitnahmen nichts, die nach dem Vorstoß des Goldpreises über die 4.400 US-Dollar einsetzten. Kurzum: Die Erholung ist intakt. Die Bodenbildung schreitet voran. Es scheint in Anbetracht der Rahmenbedungen nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Zug in die Preisentwicklung kommt.
Gold atmet auf: US-Preisdaten lassen Zinssorgen in den Hintergrund treten
In den letzten Tagen standen die US-Preisdaten im Fokus. Der Goldmarkt bangte. Würde sich das Inflationsthema weiter aufheizen? Dazu kam es nicht, denn sowohl die US-Verbraucherpreisdaten vom Mittwoch, als auch die US-Erzeugerpreisdaten vom Donnerstag kühlten die Gemüter ab. Eine Zinsanhebung durch die Fed in 2026 wurde dadurch etwas unwahrscheinlicher. Sollten die Märkte damit beginnen, den zwischenzeitlich eingepreisten Zinsschritt im September wieder auszupreisen, könnte es bei Gold und Silber aber auch im Dax, Dow Jones Industrial und Nasdaq 100 zu größeren Aufwärtsbewegungen kommen. Besonders spannend ist im Übrigen die Situation bei Kupfer. Der Kupferpreis geriet nach dem ersten Rallyeversuch unter Druck, drehte aber an entscheidender Stelle wieder nach oben ab. Startet Kupfer nun den nächsten Rallyeversuch?
Anleiherenditen und US-Dollar könnten den Goldpreis entfesseln
Auf den ersten Blick wirkt die Situation für den Goldpreis wenig komfortabel. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen notieren knapp unterhalb von 4,7 Prozent, die Renditen der 2-jährigen US-Staatsanleihen knapp unterhalb von 4,2 Prozent. Und der eminent wichtige US-Dollar-Index notiert – wie könnte es auch anders sein – knapp unterhalb der Marke von 100 Punkten. Ist das Glas halb leer oder halb voll? Goldpessimisten werden zu bedenken geben, dass Anleiherenditen und US-Dollar-Index im Begriff sind, wichtige Widerstände aufzubrechen und Kaufsignale auszulösen. Goldoptimisten merken hingegen an, dass die Widerstände bereits seit geraumer Zeit halten und je länger diese intakt sind, desto größer wird das „Risiko“, dass Renditen und US-Dollar-Index nach unten abdrehen – das wäre für die Edelmetalle nicht das schlechteste Szenario…
Gold: Zentralbanken geben Richtung vor, Gold-ETF-Investoren bestimmen das Tempo
Die Goldpreisrallye wurde im Wesentlichen von den Kaufaktivitäten der Zentralbanken und den Kaufaktivitäten der ETF-Investoren getrieben. Während die Zentralbanken vergleichsweise meinungsstark sind, einen längerfristigen Zeithorizont verfolgen und entsprechend agieren, sind Gold-ETF-Investoren deutlich wankelmütiger. Die Zentralbanken geben sozusagen die Richtung vor. Die ETF-Investoren sorgen für das Tempo. Vereinfacht lässt sich feststellen, dass solange die Zentralbanken auf der Käuferseite stehen, ist der übergeordnete Trend bei Gold aufwärtsgerichtet. Prekär wird es, sollten sie auf die Verkäuferseite wechseln. Danach sieht es erst einmal nicht aus. So gab das World Gold Council die Käufe der Zentralbanken im 2. Quartal 2026 mit 288,9 Tonnen an. Das ist ein außerordentlich hohes Niveau.
Ganz anders sah es im 2. Quartal mit den physisch besicherten Gold-ETFs aus. Wir bewerten an dieser Stelle die Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares, des weltgrößten physisch besicherten Gold-ETFs. Bereits zum Zeitpunkt der letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle war festzustellen, dass die Bestände des SPDR Gold Shares sich leicht erholten. Das taten sie auch zuletzt. Sollte sich der Trend weiter manifestieren, wäre das ein möglicher Katalysator für den Goldpreis.
Fazit: Kann Gold bis Ende 2026 wieder auf 5.000 US-Dollar steigen?
In den letzten Handelstagen haben sich die Chancen auf einen Goldpreis von 5.000 US-Dollar am Jahresende deutlich verbessert; den US-Preisdaten sei Dank. Aus charttechnischer Sicht liegen die nächsten Hürden für Gold bei 4.500 US-Dollar und 4.800 US-Dollar. Ein Vorstoß von Gold auf 5.000 US-Dollar sollte nicht überraschen.
Mit dem Ausbruch über die 4.200 US-Dollar wurde ein wichtiges Kaufsignal ausgelöst, das aktuell seine Wirkung entfaltet – und das trotz jüngster Gewinnmitnahmen. Insgesamt gilt: Solange Gold oberhalb von 4.200 US-Dollar ist alles im grünen Bereich und das Szenario der unteren Trendwende intakt. Die zentrale Unterstützung ist in den Bereich von 4.000 US-Dollar / 3.950 US-Dollar zu verorten. Sollte es darunter gehen, würde eine Neubewertung der Lage notwendig.
Vor dem Hintergrund der positiven Perspektiven für Gold bleiben die Aktien von Goldproduzenten wie Barrick Mining, Newmont Corp, Kinross Gold oder aber die exzellent positionierte Agnico Eagle Mines interessante Alternativen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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