Kurz davor
JPMorgan könnte erste Billionen-Dollar-Bank werden
JPMorgan steht kurz davor, als erste Bank jemals eine Bewertung von einer Billion US-Dollar zu erreichen – doch für Wells-Fargo-Analyst Mike Mayo wäre das erst der Anfang.
- JPMorgan nähert sich der Billionenbewertung
- Wells Fargo sieht langfristig zwei Billionen möglich
- Rekordgewinne finanzieren weiteres Wachstum
- Report: KI braucht Strom
Wells Fargo sieht JPMorgan auf dem besten Weg, als erste Bank weltweit die Marke von einer Billion US-Dollar beim Börsenwert zu knacken. Analyst Mike Mayo geht sogar noch weiter und hält langfristig eine Bewertung von 2 Billionen US-Dollar für möglich.
Wells Fargo stuft die JPMorgan-Aktie mit "Overweight" ein und erhöhte das Kursziel zuletzt von 375 auf 390 US-Dollar.
"JPMorgans erstklassige Fähigkeit, für überdurchschnittliches Wachstum zu investieren, kann dem Konzern nicht nur helfen, die Marke von 1 Billion US-Dollar zu überschreiten, sondern innerhalb von geschätzt sieben bis acht Jahren auch 2 Billionen US-Dollar zu erreichen", schrieb Mayo in einer Mitteilung.
Rekordgewinne treiben JPMorgan Richtung Billionengrenze
Die Ausgangslage könnte kaum stärker sein. Die Aktie von JPMorgan ist innerhalb von drei Monaten um 21 Prozent gestiegen. Rückenwind lieferten Rekordgewinne, die insbesondere von einem kräftigen Geschäft im Handel sowie einer Belebung bei Übernahmen und anderen Investmentbanking-Aktivitäten getragen wurden.
Die von Jamie Dimon geführte Bank beendete den Freitag mit einer Marktkapitalisierung von 965 Milliarden US-Dollar. Damit fehlen nur noch 35 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 4 Prozent bis zur Billionengrenze.
Für Mayo ist der Aufstieg kein kurzfristiges Phänomen. JPMorgan habe in den vergangenen zehn Jahren sowohl offensiv als auch defensiv überzeugt. Die Bank gewann Marktanteile in praktisch allen wichtigen Geschäftsbereichen, optimierte gleichzeitig ihre Aktivitäten und erzielte im Vergleich zu anderen Banken besonders konstante Ergebnisse.
Hinzu kommt die von Dimon immer wieder betonte "Festungsbilanz", die JPMorgan finanzielle Stärke verschafft und es dem Konzern ermöglicht, auch in schwierigen Marktphasen weiter zu investieren.
Warum nach einer Billion sogar 2 Billionen möglich sein sollen
Wells Fargo sieht den Weg zu einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar vor allem in weiterem Gewinnwachstum. Entscheidend sei weniger eine höhere Bewertung der Aktie als ein deutlicher Anstieg des Gewinns je Aktie.
Die Grundlage dafür sieht Analyst Mike Mayo in einem selbstverstärkenden Wachstumskreislauf. JPMorgan erzielt hohe Renditen und kann einen Teil der erwirtschafteten Gewinne direkt wieder in das eigene Geschäft investieren. Das Kapital fließt unter anderem in neue Filialen, zusätzliche Banker, Technologie und die internationale Expansion.
Diese Investitionen sollen wiederum neue Kunden bringen und weitere Marktanteile sichern. Wächst JPMorgan dadurch bei Einlagen, Kreditkarten sowie im Kapitalmarkt- und klassischen Bankgeschäft, steigen langfristig auch die Erträge.
Wall Street bleibt mehrheitlich bullish
Wells Fargo steht mit seiner positiven Einschätzung nicht allein. Nach Daten von LSEG bewerten 15 von 26 Analysten, die JPMorgan beobachten, die Aktie mit "Buy" oder "Strong Buy".
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die JPMorgan Chase Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,22 % und einem Kurs von 313,0USD auf Tradegate (17. August 2026, 08:13 Uhr) gehandelt.

