DAX greift nach Rekord
Märkte legen weiter zu – Fed und US-Einzelhandel im Fokus, Öl fällt
Der DAX startet dank stabiler Vorgaben freundlich in die neue Woche, während Anleger trotz hoher Ölpreise und Nahost-Spannungen auf neue Impulse durch US-Retail-Zahlen und Fed-Dokumente warten.
- DAX startet freundlich und setzt Rekordjagd fort
- Anleger warten auf US-Daten und Fed-Protokoll
- Hohe Ölpreise und Zinsen gefährden die Rallye
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Der deutsche Aktienmarkt schickt sich am heutigen Montag, dem 17. August 2026, an, seine jüngste Rekordjagd fortzusetzen. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund 60 Minuten vor dem Xetra-Start etwa 71 Punkte beziehungsweise 0,27 Prozent höher bei rund 26.505 Punkten.
Nach dem Allzeithoch bei 26.573 Punkten am vergangenen Mittwoch setzten an den europäischen Handelsplätzen zwar leichte Gewinnmitnahmen ein, dennoch verbuchte der DAX ein Wochenplus von knapp einem halben Prozent bei einem Schlussstand von 26.440 Punkten. Damit verzeichnet das Börsenbarometer die vierte Gewinnwoche in Folge mit einem Plus von 6,5 Prozent im Monatsvergleich und baute sein Jahresplus auf 7,8 Prozent aus. Seit dem Jahrestief im März unter der Marke von 22.000 Punkten hat sich der Leitindex damit um mehr als ein Fünftel erholt.
Die Aktienmärkte und insbesondere der DAX ignorieren das Risiko eines anhaltend hohen Ölpreises und des festgefahrenen Golf-Konflikts bislang, wodurch nun Gewinnmitnahmen die jüngste Rallye gefährden könnten, warnt sagt Thomas Altmann, Head of Portfoliomanagement und Partner bei QC Partners. "Der DAX hat zuletzt vier Wochengewinne in Serie verbucht. Eine längere Gewinnserie gab es zuletzt vom Dezember bis in den Januar. Der Großteil des Kursanstieges wurde zuletzt allerdings mit verhältnismäßig niedrigen Umsätzen erzielt", so Altmann. Gleichzeitig schüren die hohen Energiekosten am Rentenmarkt erneute Inflationssorgen und treiben die Zinsen; so kletterte die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen auf ein neues 15-Jahres-Hoch, was nicht nur die Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen erhöht, sondern Anleihen auch zu einer immer attraktiveren Konkurrenz für Aktien im Kampf um Kapital macht.
An der Wall Street schloss der S&P 500 am Freitag nach schwächeren Einzelhandelsdaten und enttäuschendem Konsumklima zwar leicht im Minus, blickt aber dennoch auf drei grüne Wochen in Folge zurück. Die US-Futures tendieren am Montagmorgen uneinheitlich bis leicht erholt. Während der Dow-Jones-Future um 0,1 Prozent nachgibt, legen die Futures für den S&P 500 um 0,1 Prozent und für den Nasdaq 100 um 0,35 Prozent zu.
Die asiatischen Börsen zeigen zu Wochenbeginn ein gemischtes Bild. Der japanische Nikkei 225 tendierte nach schwächeren BIP-Daten leicht im Plus bei 0,2 Prozent. Die Wirtschaft Japans ist im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um lediglich 1,1 Prozent gewachsen, statt erwarteter 2,0 Prozent.
Der Hang Seng Index in Hongkong legte kräftig um 1,4 Prozent zu, während der CSI 300 der Festlandbörsen moderat um 0,13 Prozent stieg. Die Finanzmärkte in Südkorea blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Nach der jüngsten Zahlenflut verlangsamt sich das Unternehmenstempo in dieser Woche etwas, jedoch stehen wichtige US-Verbrauchersignale sowie geldpolitische Einblicke an. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung, die sogenannten FOMC Minutes. Am Donnerstag folgt der Quartalsbericht von Walmart als wichtiger Gradmesser für die Kauflust der US-Verbraucher im aktuellen Wirtschaftsumfeld, ergänzt durch die Zahlen der Bau- und Heimwerkermärkte Home Depot, Target und Lowe's im Wochenverlauf. Zum Ende der Handelswoche richten sich die Blicke am Freitag auf die vorläufigen S&P Global Einkaufsmanagerindizes für Europa und die USA.
Am Rohstoffmarkt bleibt die Lage angesichts der unklaren Entwicklung im Nahen Osten angespannt. Nach einem Preisanstieg von über fünf Prozent in der Vorwoche verharren die Notierungen auf hohem Niveau. Die Nordseesorte Brent fällt um 0,1 Prozent auf 88,50 US-Dollar pro Barrel, während das US-Öl WTI um 0,5 Prozent zurückfällt auf etwa 82,00 bis 82,85 US-Dollar pro Barrel zulegt. Das Edelmetall Gold behauptet seine Stärke als sicherer Hafen und baut nach einem Plus von 0,8 Prozent in der Vorwoche die Gewinne am Montag um 0,4 Prozent aus auf 4.453 US-Dollar je Unze.
Am Devisenmarkt belastet die Erwartung einer vorsichtigen US-Notenbank den Greenback. Der Euro steigt um 0,15 Prozent auf 1,1585 US-Dollar und notiert damit nahe seinem Zwei-Monats-Hoch. Der japanische Yen gab seine Gewinne nach früheren Interventionen wieder ab und handelt bei etwa 159,10 Yen je US-Dollar. Damit steigt der Druck auf die Bank of Japan, ihre Geldpolitik im Herbst weiter zu normalisieren.
Der Kryptomarkt spiegelt unterdessen das abwartende Sentiment des breiteren Risikomarktes wider. Nach den jüngsten Rekorden an den Aktienmärkten steigt der Bitcoin im Fahrwasser der makroökonomischen Zinserwartungen vor der Veröffentlichung der US-Notenbankprotokolle um 0,5 Prozent auf 63.400 US-Dollar, während es für Ethereum um 0,6 Prozent aufwärts geht.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

