Der Geldbeutel entscheidet
Trump droht ein Midterm-Denkzettel – und der Grund sitzt im Portemonnaie
Hohe Preise und schwache Kaufkraft werden für Donald Trump zunehmend politisch gefährlich. Besonders heikel: Auch Unabhängige und Republikaner ziehen sich zurück.
- Hohe Preise gefährden Trumps Rückhalt bei Wählern
- Unabhängige und Republikaner sehen Lage negativer
- Wirtschaftsdruck könnte Trumps Spielraum begrenzen
- Report: KI braucht Strom
Donald Trump bekommt wenige Monate vor den US-Zwischenwahlen ein immer größeres Wirtschaftsproblem. Mehr als 53 Prozent der registrierten Wähler geben laut einer von Focaldata für die Financial Times durchgeführten Umfrage an, finanziell schlechter dazustehen als zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025. Besonders heikel für das Weiße Haus: Unter den Unabhängigen liegt der Anteil bei fast 57 Prozent, selbst knapp ein Viertel der Republikaner sieht die eigene Lage inzwischen negativer.
Noch deutlicher fällt das Urteil bei Inflation und Lebenshaltungskosten aus. 64 Prozent der Befragten missbilligen Trumps Umgang mit dem Thema. Nahezu zwei Drittel glauben, dass sich die US-Wirtschaft in die falsche Richtung bewegt, nur rund ein Viertel sieht sie auf dem richtigen Kurs. Gleichzeitig sind die Verbraucherpreise im Juli um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das Verbrauchervertrauen liegt nahe einem Rekordtief, und die inflationsbereinigten Löhne sind zuletzt gesunken.
Die Unzufriedenheit schlägt inzwischen auch politisch durch. Insgesamt missbilligen 55 Prozent der registrierten Wähler Trumps Amtsführung. Seine Nettozustimmung unter republikanischen Wählern sank binnen eines Monats um 8 Prozentpunkte. Bei der Frage, welche Partei sie im November unterstützen würden, kommen die Demokraten auf 44 Prozent, die Republikaner auf 39 Prozent.
Für Anleger wird diese Entwicklung relevant, weil wirtschaftlicher Druck vor den Midterms politische Reaktionen auslösen kann. Maßnahmen bei Steuern, Handel, Energie oder Staatsausgaben könnten damit stärker vom Wahlkampf geprägt werden. Besonders sensibel sind die Lebenshaltungskosten: Hohe Preise für Lebensmittel, Benzin und Kredite treffen die Haushalte direkt und könnten das Weiße Haus zu weiteren Eingriffen drängen.
Trump selbst steht im November zwar nicht auf dem Wahlzettel. Doch die Zwischenwahlen gelten traditionell als Referendum über den amtierenden Präsidenten und seine Partei. Sollten die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückgewinnen, könnte das Trumps wirtschaftspolitischen Spielraum in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit deutlich einschränken.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

