Europas Antwort auf SpaceX
15 Prozent in einer Woche: Was hinter der Rallye von Satellitenbauer OHB steckt
OHB bekommt beim EU-Milliardenprojekt Iris2 einen Großauftrag über eine Milliarde Euro. Die Aktie legt daraufhin deutlich zu, binnen einer Woche um mehr als 15 Prozent. Analysten sehen trotz Rallye noch klares Potenzial.
- OHB erhält für Iris2 Großauftrag über eine Milliarde
- OHB-Aktie steigt binnen einer Woche um über 15%
- Analysten sehen weiteres Potenzial trotz Kursrallye
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Die OHB-Aktie hat einen furiosen Lauf hingelegt: Am Montag ging es im frühen Handel um mehr als fünf Prozent nach oben, binnen einer Woche kletterte der Kurs um über 15 Prozent. Auslöser ist der Fortschritt beim europäischen Satellitenprojekt Iris2, mit dem die EU-Kommission unabhängig vom Starlink-Netzwerk von Elon Musks SpaceX werden will.
Wie das Handelsblatt aus mehreren mit dem Vorgang vertrauten Kreisen erfuhr, wird das Bremer Unternehmen 18 sogenannte MEO-Satelliten bauen, die in einer höheren Erdumlaufbahn kreisen. Der Auftragswert dürfte bei knapp einer Milliarde Euro liegen. Insgesamt umfasst Iris2 348 Satelliten und kostet mittlerweile 15,6 Milliarden Euro, fast die Hälfte mehr als noch vor zwei Jahren veranschlagt.
Den größten Batzen des Auftrags holt sich überraschend nicht der etablierte Platzhirsch Airbus, sondern das erst 2018 gegründete belgische Start-up Aerospacelab. Es soll bis zu 264 der 348 Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn bauen, Auftragswert mindestens 1,8 Milliarden Euro. Airbus muss sich mit 66 Satelliten für militärische Kommunikation begnügen. Ziel ist es, ab 2029 erste Satelliten ins All zu bringen, ein Jahr später sollen EU-Regierungsbehörden das System nutzen können.
Die Analysten hatten schon vor dem Kurssprung auf den Auftrag für OHB gesetzt. Jefferies bestätigte am 11. August die Kaufempfehlung mit Kursziel 280 Euro und verwies auf die noch laufenden Verhandlungen zur MEO-Komponente als wichtigen Kurstreiber, auch wenn große deutsche Verteidigungsaufträge wohl erst ab 2027 kommen.
Berenberg zeigte sich noch optimistischer: Die Analysten beließen ihre Kaufempfehlung bei einem Kursziel von 358 Euro und sprachen von einer reinen Frage des Timings statt der grundsätzlichen Ausrichtung. OHB-Chef Marco Fuchs hatte bereits Anfang August durchblicken lassen, man sitze mit dem Kunden an der Fertigstellung des Vertrags.
Für die Aktie, die zwischen einem 52-Wochen-Tief von 62,57 Euro und einem Hoch von 673,88 Euro schwankte, ist der Auftrag ein handfester Befreiungsschlag nach einem eher verhaltenen zweiten Quartal.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die OHB Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +3,86 % und einem Kurs von 269EUR auf Tradegate (17. August 2026, 13:52 Uhr) gehandelt.

