Nach Hormus-Schock
Öl-Wende in China: Diese Exporte schießen plötzlich nach oben
China steigert seine Kraftstoffexporte wieder deutlich. Höhere Ausfuhren entlasten Raffinerien und könnten auch die Rohölimporte wieder ankurbeln.
- Chinas Kraftstoffexporte steigen im Juli wieder
- Lockerungen stärken Raffinerien und Margen in China
- Mehr Ausfuhren könnten Rohölimporte wieder beleben
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Chinas Exporte raffinierter Ölprodukte sind im Juli gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Prozent gesunken, im Vergleich zum Juni aber um 6,7 Prozent auf 4,65 Millionen Tonnen gestiegen, wie Reuters berichtet. Hintergrund ist die Lockerung der Exportbeschränkungen, nachdem Peking die Ausfuhren im März wegen des Ölpreisschocks infolge der weitgehend blockierten Straße von Hormus stark begrenzt hatte. Besonders kräftig legten die Benzinexporte gegenüber Juni um 320 Prozent auf 420.000 Tonnen zu, lagen aber weiterhin 55,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Diesel-Ausfuhren stiegen auf 810.000 Tonnen und erreichten damit nahezu das Niveau vom Juli 2025, während die Exporte von Flugkraftstoff um 42 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 1,32 Millionen Tonnen zunahmen. Die höheren Ausfuhren verschaffen den chinesischen Raffinerien bessere Margen und könnten ihnen einen Anreiz geben, die Produktion und damit langfristig auch die noch unter dem Vorkriegsniveau liegenden Rohölimporte wieder zu erhöhen. Gleichzeitig stiegen Chinas LNG-Importe im Juli um 2,4 Prozent auf 5,5 Millionen Tonnen, lagen in den ersten sieben Monaten insgesamt aber noch 4,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Lockerung der Exportbeschränkungen dürfte Chinas Raffinerien weiter entlasten. Peking hat für August erneut höhere Ausfuhren von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff erlaubt. Das ist für die Branche wichtig, weil internationale Preise und Margen derzeit deutlich attraktiver sind als im Heimatmarkt. Gleichzeitig bleibt die Raffinerieauslastung schwach: Im Juli wurden rund 12,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag verarbeitet, deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Auch die Rohölimporte lagen trotz einer Erholung gegenüber Juni noch klar unter dem Vorkriegsniveau. Höhere Kraftstoffexporte könnten deshalb den Anreiz erhöhen, die Produktion wieder hochzufahren und mehr Rohöl am Weltmarkt einzukaufen. Das würde nicht nur Chinas Raffinerien helfen, sondern könnte auch den angespannten internationalen Markt für Diesel und andere Ölprodukte entlasten.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

