Chip-Beben in Frankfurt
Halbleiterwerte unter Druck: Infineon, Aixtron und Siltronic dick im Minus
Infineon verliert am Dienstag vier Prozent, Aixtron bricht sogar deutlich stärker ein. Was hinter dem Kurssturz steckt und warum Analysten optimistisch bleiben.
- Deutsche Halbleiterwerte geraten deutlich unter Druck
- Infineon enttäuscht trotz Rekordumsatz beim Ausblick
- KI-Geschäft soll Infineons Erlöse 2026 verdoppeln
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Deutsche Halbleiterwerte sind am Dienstag deutlich unter Druck geraten. Besonders hart traf es Infineon mit einem Minus von rund 5 Prozent, Zulieferer wie Süss Microtec, Aixtron und Siltronic verloren zeitweise bis zu 7 Prozent.
Belastet wird der Sektor zusätzlich von steigenden Ölpreisen, höheren Anleiherenditen und Zweifeln, ob sich die hohen KI-Investitionen der Branche auszahlen. Auch in den USA gerieten Nvidia, Micron, Marvell und Sandisk vorbörslich unter Druck.
Die Infineon-Aktie befindet sich seit den Quartalszahlen vom 5. August auf dem Rückzug. Der Umsatz war auf einen Rekordwert von 4,17 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von neun Prozent zum Vorquartal, das Segmentergebnis lag bei 797 Millionen Euro und einer Marge von 19,1 Prozent. Trotz der starken Zahlen brach der Kurs damals zeitweise um mehr als sieben Prozent ein, weil der Ausblick die Anleger enttäuschte.
Die Berenberg-Analystin Tammy Qiu hält trotz der Schwäche an ihrer positiven Einschätzung fest. In einer zwei Wochen alten Studie bestätigte sie die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro und nannte die vorsichtige Margenprognose fürs vierte Quartal typisch konservativ für Infineon. Binnen weniger Monate hatte sie ihr Kursziel mehrfach kräftig angehoben, von 41 Euro im November über 48 Euro im Januar und 70 Euro im Mai bis zuletzt 100 Euro im Juli.
Kern der Kaufthese bleibt das KI-Geschäft. Infineon rechnet für 2026 mit einer Verdopplung der KI-Erlöse auf 1,6 Milliarden Euro, mehr als zuvor angekündigt. Die Nachfrage nach KI-Stromversorgungslösungen übersteige das Angebot deutlich, Kunden warten auf Zuteilung. Erstmals berichtete das Unternehmen von mehrjährigen Kapazitätsreservierungen mit über zehn Kunden aus dem Kreis der Hyperscaler. Auch im Automobilgeschäft sieht die Analystin erste Erholungszeichen trotz eines schwachen Automarkts.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

