Experte im Interview
KI-Gewinne nur eine Illusion? Experte warnt vor bösem Erwachen
Tech-Konzerne melden Rekordgewinne, doch der freie Cashflow gerät unter Druck. Portfoliomanager Stefan Schrader warnt vor einer Gewinnillusion rund um den KI-Boom.
- KI-Boom lässt Gewinnqualität zweifelhaft erscheinen
- Hohe Margen treffen auf wachsenden Kapitalbedarf
- Diversifikation und Substanz begrenzen Risiken
- Report: KI braucht Strom
US-Techkonzerne verdienen Milliarden – doch aus Sicht von Portfoliomanager Stefan Schrader könnte die Qualität dieser Gewinne täuschen. Besonders bei KI-Aktien seien die Erwartungen inzwischen extrem hoch.
Im S&P 500 machen KI-nahe Technologiewerte laut Schrade fast 40 Prozent der Indexgewichtung aus. Gleichzeitig lägen die Gewinnmargen des Gesamtmarktes deutlich über ihrem langfristigen Durchschnitt.
Schrader warnt deshalb vor der Annahme, dass sich diese Entwicklung dauerhaft fortsetzt. Gerade bei KI-Infrastruktur treffen wenige Großkunden auf Anbieter mit hohen Margen. Gleichzeitig verschlingen Rechenzentren, Chips und Energieversorgung enorme Summen.
Einen unmittelbaren Ausstieg aus Aktien empfiehlt Schrader dennoch nicht. Nicht investiert zu sein, könne langfristig riskanter sein als Kursschwankungen.
Anleger sollten jedoch stärker diversifizieren und auf günstigere Regionen wie Europa sowie ausgewählte Schwellenländer achten. Bei Aktien setzt der Experte auf Substanz, robuste Gewinne und hohe Dividenden.
Moderation: Martin Kerscher

