Öl über 90 US-Dollar
Trump erklärt Hormus zum "US-Territorium" – Iran bereitet größeren Krieg vor
Raketen, Drohnen, Seeblockade und ein territorialer Anspruch der USA: Die Straße von Hormus wird erneut zum gefährlichsten Punkt für den globalen Energiemarkt.
- Iran rüstet sich für eine längere Konfrontation
- Hormus bleibt durch Blockade und Ansprüche gefährdet
- Eskalation treibt Ölpreise und Inflationsrisiken
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Der Konflikt um die Straße von Hormus verschärft sich erneut – diesmal auf beiden Seiten. Bereits zum Wochenstart wurde bekannt, dass Iran die vergangenen zwei Monate offenbar genutzt hat, um sich militärisch auf eine längere und möglicherweise breitere Konfrontation vorzubereiten. Nach einem Bericht des Wall Street Journal beschleunigte Teheran die Produktion von Raketen und Drohnen, stellte beschädigte Militäranlagen wieder her und intensivierte die Zusammenarbeit mit verbündeten Gruppen im Jemen, Irak und Libanon.
Am Montag lief dann eine 60-tägige Verhandlungsfrist zwischen Washington und Teheran aus, ohne dass ein umfassenderes Friedensabkommen zustande kam. Gleichzeitig signalisierte Iran, nach der Entscheidung der USA, den bestehenden Waffenstillstand nicht zu verlängern, zu einer "vollständig offensiven" militärischen Haltung überzugehen. Besonders brisant bleibt die Straße von Hormus: Teheran lehnt die amerikanischen Ansprüche auf die Meerenge ab und droht, die Einschränkungen für den Schiffsverkehr aufrechtzuerhalten.
Am Dienstag legte Donald Trump rhetorisch noch einmal nach. Der US-Präsident veröffentlichte auf Truth Social eine Grafik, in der die strategisch wichtige Wasserstraße als "NEUES US-Territorium" bezeichnet wurde. Bereits in der vergangenen Woche hatte Trump erklärt, die USA kontrollierten die Meerenge durch ihre Seeblockade und könnten sie nach Ende der Militäraktion zum US-Territorium erklären.
Für die Märkte ist diese Eskalation unmittelbar relevant. Der Schiffsverkehr durch Hormus ist seit Beginn des Konflikts stark eingeschränkt. Brent stieg am Dienstag auf über 91 US-Dollar je Barrel, WTI näherte sich 85 US-Dollar. Weitere Angriffe auf Tanker, Häfen oder Ölinfrastruktur könnten nicht nur die Energiepreise weiter treiben, sondern auch Fracht- und Versicherungskosten erhöhen und den Inflationsdruck erneut verschärfen.
Diplomatisch laufen Washington und Teheran damit weiter auseinander. Die USA setzen auf Sanktionen und Seeblockade, während iranische Hardliner die Verhandlungspause laut Wall Street Journal offenbar genutzt haben, um sich militärisch neu aufzustellen. Trumps jüngster Territorialanspruch verschärft nun zusätzlich den politischen Konflikt um eine der wichtigsten Energierouten der Welt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

