Nicht Gold oder Silber
Platinpreis-Prognose: Warum Anleger jetzt bei Platin auf steigende Preise setzen
Im Schatten der Erholung von Gold und Silber durchlief auch der Platinpreis zuletzt eine spannende Phase. Die Bodenbildung scheint vor ihrem Abschluss zu stehen – und die Platin-Prognose hellt sich deutlich auf.
- Platinpreis: Bodenbildung vor dem Abschluss
- Steigende Renditen belasten Gold, Silber und Platin
- Dauerhaftes Defizit stärkt Platin langfristig
- Report: KI braucht Strom
Aktuelle Platinpreisentwicklung: Bodenbildung vor dem Abschluss
In einem von ansteigenden Ölpreisen und damit einhergehend wieder anziehenden Anleiherenditen geprägten Umfeld treibt der Platinpreis seine Bodenbildung konsequent voran. Der Ausbruch über einen wichtigen Widerstand hat das Chartbild deutlich aufgehellt. Allerdings fehlt es dem frischen Kaufsignal noch ein wenig an Durchschlagskraft.
Anleiherenditen und US-Dollar belasten
Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten und Inflationsdaten hatten das Inflationsthema und damit die Zinssorgen ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Der jüngste Anstieg der Ölpreise befeuerte allerdings die Ängste der Marktakteure erneut. Die Renditen der US-Staatsanleihen legten daraufhin kräftig zu. So übersprangen die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen die wichtige Marke von 4,7 Prozent. Sollte sich das daraus resultierende Kaufsignal manifestieren, ist mit weiter steigenden Renditen zu rechnen. Auch ein Test der 5,0 Prozent ist in diesem Fall nicht auszuschließen. Sollte es so kommen, wird es für Gold, aber auch Silber und Platin ungemütlich. Dabei blicken nicht nur die Edelmetalle gebannt und gespannt auf die Entwicklung der Renditen. Auch die Aktienmärkte zittern. Für DAX, Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 etc. könnte es dann eng.
Platin vs. Gold und Silber
Der Platinpreis notiert aktuell bei 1.765 US-Dollar, Gold bei 4.400 US-Dollar und Silber bei 65,1 US-Dollar. Somit liegen die Gold-Platin-Ratio bei 2,49 und die Platin-Silber-Ratio bei 27,1. Zum Einordnung. Anhand der aktuellen Ratios lässt sich feststellen, dass Platin sowohl gegenüber Gold als auch gegenüber Silber gewaltiges Nachholpotenzial besitzt. Als langfristig relevante Durchschnittswerte für die Gold-Platin-Ratio gelten 1 und für die Platin-Silber-Ratio 75.
Platinmarkt: Langwieriges Defizit zu erwarten
Das World Platinum Investment Council sieht den Platinmarkt in einem langwierigen Defizit. Das World Platinum Investment Council ist eine Branchenorganisation der führenden Platinproduzenten. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Unternehmen wie Valterra Platinum (ehemals Anglo American Platinum), Impala Platinum (Implats) oder Northam Platinum.
Bereits die letzten Jahre waren von einem Defizit geprägt. Und auch für 2026 erwartet das WPIC ein Defizit in Höhe von 297.000 Unzen Platin. Spannend ist auch der aktuelle Ausblick des WPIC auf den Zeitraum 2027 bis 2030. Für diesen Zeitraum rechnet das WPIC mit einem durchgehenden Defizit; im Durchschnitt von 339.000 Unzen jährlich. Maßgeblichen Anteil daran soll eine steigende industrielle Nachfrage haben. Der Dreiklang aus KI, Rechenzentren und Wasserstoff könnte sich zum maßgeblichen Nachfragetreiber entwickeln. Eine große Unbekannte stellt zudem die fragile Angebotsseite dar.
Fazit / Platinpreis-Prognose
Platin hat die große Chance, die untere Trendwende zu vollziehen. Nach der Rückeroberung des Preisbereiches von 1.750 US-Dollar sollte es nun schleunigst über die 1.800 US-Dollar gehen. In diesem Fall könnte sich ein Anstieg des Platinpreises auf 2.000 US-Dollar bzw. 2.250 US-Dollar anschließen. Die zentrale Unterstützung ist in den Bereich von 1.500 US-Dollar zu verorten. Sollte es für Platin darunter gehen, würde eine Neubewertung der Lage notwendig.
Ebenfalls aussichtsreich sehen die Prognosen für den Goldpreis und für den Silberpreis aus.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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