WDH/HINTERGRUND/Möglichst selten aufladen

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    Caravanbranche setzt auf Autarkie

    Für Sie zusammengefasst
    • Caravan-Fans wünschen sich mehr Autarkie unterwegs
    • Größere Batterien, Tanks und Solaranlagen helfen
    • Mehr Unabhängigkeit kostet Geld und Stauraum im Fahrzeug
    WDH/HINTERGRUND/Möglichst selten aufladen - Caravanbranche setzt auf Autarkie

    (Tippfehler im 13. Absatz berichtigt: "wieder" statt "weiter". Format geändert zudem)

    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Immer mehr Caravan-Fans möchten länger unterwegs sein, ohne dauernd die Batterie aufladen oder Wasser nachtanken zu müssen. Es gebe eine stark wachsende Klientel, die nicht "Parzelle an Parzelle" auf dem Campingplatz stehen wolle, sondern lieber auf den Bauernhof, zum Winzer oder an den Waldrand fahre und frage, ob sie dort ein paar Tage stehen könne, sagt Daniel Onggowinarso vom Caravaning Industrie Verband. Wenn aber die Batterie zu klein und kein Stromanschluss verfügbar sei, könne so ein Vorhaben "schnell ungemütlich" werden.

    Die Hersteller haben auf diese veränderte Nachfrage reagiert und ihr Angebot erweitert, wie auf der Reisemobil- und Wohnwagen-Messe Caravan Salon in Düsseldorf zu sehen ist, die seit Freitag läuft. Bei dem Trend geht es um die sogenannte Autarkie - also die Möglichkeit, sich auf Reisen länger selbst versorgen zu können.

    Es gehe dabei weniger um Familien mit Kindern - die wollten weiterhin lieber auf einen Campingplatz -, sondern eher um Pärchen oder Freunde, sagt Branchenfachmann Onggowinarso. "Es sind Leute, die gerne auf Kurztrips gehen und die freitagabends nach der Arbeit zum Winzer fahren und dort einfach sorglos stehen möchten." Die Hersteller kämen dem verstärkten Wunsch nach Autarkie nach, sagt Onggowinarso.

    Womit mehr Autarkie ermöglicht wird

    Es geht um größere Batterien und Wasserspeicher sowie Photovoltaik-Anlagen. Im Offroad-Bereich - also Fahrzeugen für Expeditionen - sind solche Extra-Kapazitäten schon länger vorhanden, inzwischen werden sie verstärkt auch in Fahrzeugen für den Massenmarkt angeboten. Die verbesserte Unabhängigkeit hat allerdings ihren Preis, die Autarkie-Funktionen verteuern die Fahrzeuge in der Regel. Es geht sowohl um Reisemobile als auch um Wohnwagen.

    Ein Beispiel für ein Reisemobil, das man lange ohne Nachladen nutzen kann, ist das Modell B-ML von Hymer. Das kostet mindestens rund 178.000 Euro, ein beim Caravan Salon ausgestelltes Exemplar war für rund 230.000 Euro zu haben. Das Reisemobil bietet einen großen Gastank, der lange reicht - zum Kochen, fürs Erwärmen von Wasser oder für die Heizung. Im Vergleich zu anderen Fahrzeugen sei die Gas-Kapazität etwa doppelt so hoch, heißt es von dem Unternehmen aus Baden-Württemberg.

    Nachgerüstet hat Hymer auch beim Batteriesystem der Solaranlage. Zudem ist das Toilettensystem Firmenangaben zufolge technisch optimiert, wodurch der Wasserverbrauch reduziert wird. Müsse eine vierköpfige Familie das Toilettenwasser bei durchschnittlichem Verbrauch alle zwei Tage austauschen, so reiche es nun für sechs bis sieben Tage, sagt ein Hymer-Sprecher. Der Frischwasser-Tank an Bord fasst 200 Liter und damit 20 Liter mehr als zuvor.

    Die Angebotsänderung ist eine Gratwanderung: Einerseits soll mehr Strom, Wasser und Gas verfügbar gemacht werden, andererseits darf die Erweiterung nicht zu viel Stauraum fressen, in dem andere Sachen lagern sollen - etwa die Getränkekiste, die für den Ausflug auch benötigt wird.

    Hilfreich ist genaues Wissen über den Energie- und Wasserverbrauch: Über ein Display im Reisemobil und über eine App kann der Nutzer leicht sehen, wie der Stand der Dinge beim Verbrauch ist und ob es Luft nach oben gibt beim Sparen. Etwa, wenn die Klimaanlage versehentlich noch läuft. So eine Datenübersicht ist zwar nichts Neues und wird auch von Konkurrenten angeboten, sie passt aber gut in den Trend zur Autarkie, schließlich kann der Energieverbrauch dadurch gesenkt und die Standzeit verlängert werden.

    Transparenz führt zu bewussterem Energieverbrauch

    Der Hersteller Hobby-Wohnwagenwerk misst der digitalen Fahrzeugsteuerung bei dem Trend zur Autarkie eine wichtige Rolle zu. Mit dem HobbyConnect-System könnten Nutzer etwa Batterie- und Tankfüllstände am Bedienpanel im Fahrzeug und am Smartphone überwachen und bestimmte Funktionen steuern.

    Beim Kauf von Hobby-Wohnwagen kann man ein "Autarkpaket" dazu wählen, wodurch Kapazitäten erweitert werden. Es gehe aber nicht allein um größere Batterien oder Tanks, sagt Marketingchef Frank Mauke. "Entscheidend ist das Zusammenspiel aus effizienter Fahrzeugtechnik, intelligentem Energiemanagement und einer bedarfsgerechten Ausstattung."

    Die veränderte Nachfrage ist ein großes Thema in der Branche, das wird auf der Messe deutlich. "Freiheit, Unabhängigkeit und die Möglichkeit, spontaner zu reisen, sind zentrale Motive für den Kauf eines Reisemobils", sagt der Marketingchef von Carthago, Alexander Wehrmann. Daher spiele das Thema Autarkie auch bei Carthago eine wichtige Rolle. Ziel sei es, den Kunden "ein Höchstmaß an Unabhängigkeit zu ermöglichen, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen", sagt Wehrmann.

    Großer Andrang bei Düsseldorfer Messe

    Die Publikumsmesse Caravan Salon dauert noch bis zum 6. September, erwartet werden mehr als 250.000 Besucherinnen und Besucher. In den 15 Hallen präsentieren gut 830 Aussteller ihre Reisemobile, Wohnwagen und anderen Produkte und Dienstleistungen. Die Caravanbranche ist in einer schwierigen Lage: Nach einer sprunghaft angestiegenen Nachfrage in Corona-Zeiten sanken die Verkaufszahlen zuletzt, dies aber auf einem hohen Niveau.

    Mittel- und langfristig gehen die Firmen davon aus, dass die Nachfrage wieder steigen wird. Angesichts hoher Lagerbestände sind laut Branchenverband CIVD "Schnäppchen" möglich - dort spricht man von einem "Käufermarkt".

    So wirklich billig wird es aber nicht, wie beim Rundgang über den Caravan Salon deutlich wird: Viele Wohnwagen sind nur für einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag zu haben; wer ein Reisemobil kaufen möchte, der könnte im sechsstelligen Bereich landen. Die Preise von einigen Luxus-Reisemobilen überschreiten sogar die Millionengrenze: Zwei Modelle unterschiedlicher Hersteller kosten jeweils 2,2 Millionen Euro./wdw/DP/mis

     

    Zusätzliche Unternehmensinformationen zur SAF-HOLLAND Aktie

    Die SAF-HOLLAND Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,45 % und einem Kurs von 22,40 auf Tradegate (28. August 2026, 15:30 Uhr) gehandelt.

    Auf 7 Tage gesehen hat sich der Kurs der SAF-HOLLAND Aktie um - verändert. Der Gewinn auf 30 Tage beträgt -.







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