DAX auf Allzeithoch
Fed-Rede lässt Börsen kalt - Aktien klettern weltweit; Öl, Gold, Bitcoin fallen
Weltweit haben die Aktienmärkte am Freitag zugelegt, auch wenn Fed-Chef Warsh vor einer anhaltend hohen Inflation gewarnt hat. Die US-Börsen zogen an, der DAX stieg auf ein neues Rekordhoch.
- Aktienmärkte steigen trotz anhaltender Inflationssorgen
- DAX erreicht Rekordhoch, US-Indizes legen zu
- Öl, Gold, Euro und Bitcoin geben deutlich nach
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Die Wall Street hat am Freitag zugelegt. Die drei großen US-Indizes liegen auf Wochensicht im Plus: Der Dow Jones steuert auf einen Wochengewinn von rund einem Prozent zu, der S&P 500 und der Nasdaq könnten jeweils etwa ein Prozent beziehungsweise knapp zwei Prozent zulegen. Aktuell (Stand: 17:00 Uhr) gewinnen S&P 500 und Nasdaq jeweils rund 0,3 Prozent, der Dow Jones legt etwa 0,2 Prozent zu.
Im Fokus stand die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbanktreffen in Jackson Hole. Warsh zeigte sich trotz zuletzt besserer Inflationsdaten weiterhin besorgt über die Preisentwicklung. Die Sommerwerte zu PCE und CPI seien zwar besser ausgefallen als erwartet, würden aber noch keine deutliche Verbesserung der zugrunde liegenden Inflationstrends zeigen. Er betonte, die Fed müsse sicher sein, dass die Inflation klar und ausreichend schnell Richtung Ziel sinke – andernfalls bestehe weiterer Handlungsbedarf.
Die Aussagen erhöhten die Zinssorgen am Markt. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September stieg laut FedWatch der CME Group auf mehr als 40 Prozent. Während die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen nach der Rede zulegten, blieben die langfristigen Renditen weitgehend stabil. Unternehmensseitig sorgte Gap mit einem Kurssprung von 15 Prozent nach der Ankündigung eines neuen Chefs für die angeschlagene Marke Old Navy für Aufmerksamkeit. Dagegen verlor Marvell Technology nach enttäuschender Margenprognose rund sieben Prozent.
Deutschland und Europa
Der DAX hat auf die Warsh-Rede kaum reagiert und kletterte auf ein neues Allzeithochüber 26.580 Punkten. Größte DAX-Gewinner waren Autowerte wie BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz, die jeweils mehr als 2 Prozent zulegen konnten. Europaweit zählte die Branche zu den Gewinnern, nachdem BMW und Forvia in die "Positive Catalyst Watch List" von Citigroup aufgenommen worden waren.
Chemiewerte waren zudem gefragt, BASF und Symrise verteuerten sich. Die deutsche Chemieindustrie verzeichnet im August einen kräftigen Stimmungsumschwung. Wie das Ifo-Institut mitteilte, kletterte der Geschäftsklimaindex für die Branche von minus 26,3 Punkten im Juli auf nun minus 2,4 Punkte. Erstmals seit vier Jahren beurteilen die Chemieunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage wieder positiv: Der entsprechende Indikator stieg von minus 14,6 auf plus 11,6 Punkte. Auch bei den Geschäftserwartungen zeigt der Trend nach oben, das Barometer hellte sich von minus 37,2 auf minus 15,5 Punkte auf.
Die europäischen Aktien legten am Freitag zu und steuerten auf den fünften Monatsgewinn in Folge zu. Der Euro-Stoxx-50-Index gewinnt etwa 1,0 Prozent und der Stoxx 600 rund 0,5 Prozent.
Asien: Nvidia-Effekt trifft auf Zurückhaltung
An den asiatischen Börsen zeigte sich am Freitag ein gemischtes Bild. Der Nikkei 225 gewann rund 0,4 Prozent, Taiwan legt dank der starken Vorgaben für Halbleiterwerte rund 0,8 Prozent zu und der Hang Seng in Hongkong rund 0,1 Prozent. Dagegen verlor der südkoreanische Kospi 1,8 Prozent mit schwachen Aktien von Samsung und SK Hynix, die vom Nvidia-Auftrieb nicht profitieren können.
Öl fällt – Gold gibt nach
Entspannung gibt es am Ölmarkt. Brent kostete zuletzt rund 89,30 US-Dollar je Barrel, WTI etwa 83,00 US-Dollar. Beide Sorten verlieren weniger als ein Prozent und steuern auf deutliche Wochenverluste zu. Brent liegt seit Wochenbeginn mehr als fünf Prozent im Minus, WTI rund vier Prozent. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung rund um die Straße von Hormus drücken die Preise, auch wenn Washington bislang wenig Interesse an direkten Gesprächen mit Teheran zeigt.
Auch Gold gibt nach. Die Feinunze kostet rund 4.631 US-Dollar und verliert etwa 0,8 Prozent. Auf Wochensicht liegt das Edelmetall leicht im Minus.
Euro fällt auf 1,16 US-Dollar – Yen schwächer
Am Devisenmarkt hat der US-Dollar zugelegt, nachdem Fed-Chef Warsh die Möglichkeit einer Zinserhöhung nicht ausgeschlossen hat. Der Euro fiel um 0,4 Prozent auf rund 1,1605 US-Dollar. Der US-Dollar hält sich insgesamt nahe einem Wochenhoch.
Der Yen notiert bei etwa 159,95 Yen je US-Dollar und hat damit erneut einen Teil seiner Gewinne nach der gemeinsamen Intervention Japans und der USA abgegeben. Die Währung bleibt damit ein sensibles Thema für Tokio, zumal der Yen zwischenzeitlich bis auf ein 40-Jahres-Tief gefallen war.
Bitcoin unter 80.000 Dollar
Am Kryptomarkt fiel die Reaktion auf die Warsh-Rede vehalten aus. Bitcoin notiert bei rund 79.337 US-Dollar 0,9 Prozent niedriger, steuert aber dennnoch auf den stärksten Monatsgewinn seit Ende 2024 zu.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

