Venezuelas 65 Mrd. Barrel
Trumps größter Öl-Deal der Geschichte hat ein gewaltiges Problem
Donald Trump will mit Venezuelas Öl die US-Reserven auffüllen und Benzin billiger machen. Ein Analyst erklärt, warum daraus vorerst nichts wird.
- Trump verspricht mehr Öl und billigeres Benzin
- Fehlende Infrastruktur verzögert die Ölförderung
- Billigeres Benzin ist kurzfristig unrealistisch
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Donald Trump feierte das neue Öl-Abkommen mit Venezuela auf Truth Social als den "GRÖSSTEN ÖLDEAL DER GESCHICHTE". Die Dimension ist gewaltig: Rund 65 Milliarden Barrel sollen erschlossen werden, mehr als 100 Milliarden US-Dollar (rund 86 Milliarden Euro) an Investitionen sind vorgesehen. Trump verspricht mehr Öl für die strategische Reserve und langfristig niedrigere Benzinpreise. Doch genau diese schnelle Entlastung hält GasBuddy-Analyst Patrick De Haan für unrealistisch.
Der Grund: Öl im Boden ist noch lange kein Öl an der Tankstelle. Venezuela verfügt zwar über enorme Ressourcen, doch große Teile der Förderanlagen und Infrastruktur müssen erst aufgebaut oder modernisiert werden. Dafür seien "Investitionen in Milliardenhöhe“ nötig, schrieb De Haan auf X. Auch die von Trump genannten 65 Milliarden Barrel könnten nicht einfach kurzfristig gefördert werden. "Die 65 Milliarden, auf die sich der Präsident bezieht, sind das, was Geologen schätzen, was Venezuela möglicherweise hat, aber das Bohren und Fördern dieses Öls wird sehr lange dauern – Änderungen bei den Kraftstoffpreisen werden nicht über Nacht oder gar innerhalb von Monaten eintreten", erklärte der Analyst.
Auch andere Energieexperten rechnen mit Jahren, bevor das Projekt größere Mengen zusätzliches Öl liefern könnte. Noch ist zudem ungeklärt, welches private Unternehmen die Felder betreiben und wer die nötige Infrastruktur finanzieren soll. Chevron und Exxon Mobil könnten langfristig zu den Profiteuren gehören, haben sich zu einer Beteiligung bislang aber nicht bekannt. Die politischen, vertraglichen und finanziellen Risiken bleiben erheblich.
Nach Angaben der venezolanischen Regierung sollen zunächst 17 Ölfelder entwickelt werden. Ziel ist es, die Förderung im Rahmen der Kooperation auf mehr als 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Die USA sollen über Beteiligungen und Bezugsrechte auf einen großen Teil der Förderung zugreifen können. Ein Teil des Öls soll in die strategische Erdölreserve fließen. Diese lag Ende August nur noch bei rund 289,7 Millionen Barrel und damit auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.
Für Autofahrer kommt der Deal ausgerechnet in einer Phase, in der der Krieg zwischen den USA und Iran und die Störungen an der Straße von Hormus die Energieversorgung belasten. Dazu kommt: Die weltweiten Raffineriekapazitäten sind begrenzt. Selbst deutlich mehr venezolanisches Rohöl würde deshalb nicht automatisch schnell an der Zapfsäule ankommen. Trumps Deal könnte die amerikanische Ölversorgung langfristig verändern – für niedrigere Benzinpreise in den kommenden Monaten ist er aber kaum eine Lösung.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

