Es geht weiter abwärts
Siemens Energy: Geplante Abspaltung lässt die Kurse purzeln
Die Aktie von Siemens Energy verliert weiter an Boden und rutscht unter 145 Euro. Der wichtigste Kursfaktor ist aktuell die angekündigte Abspaltung der Industriesparte TI.
- Siemens-Energy-Aktie fällt unter 145 Euro
- Abspaltung von Transformation of Industry belastet
- Rekordaufträge und erstmals schwarze Zahlen bei Gamesa
- Report: KI braucht Strom
Siemens Energy gerät an der Börse zunehmend unter Druck. Die Aktie gab am Montag rund 3,5 Prozent nach und rutschte auf ein Niveau von etwa 144,40 Euro.
Die runde Marke von 150 Euro lässt sich derzeit weder verteidigen noch schnell zurückerobern, kurzfristig ein Warnsignal für einen Abwärtstrend. Das 52-Wochen-Hoch aus dem April liegt mittlerweile schon mehr als 30 Prozent entfernt.
Auslöser der Konsolidierung ist die angekündigte Abspaltung der Sparte Transformation of Industry. In der vergangenen Woche hatte Siemens Energy bekanntgegeben, die Einheit rechtlich und operativ verselbstständigen zu wollen. Sie beschäftigt 17.000 Mitarbeiter und kam 2025 auf einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro bei einer Marge von 11,3 Prozent.
Für die Zukunft prüft der Konzern mehrere Wege, von einer Investorenbeteiligung bis zu einem Börsengang. Eine Entkonsolidierung ist das Ziel, eine wesentliche Minderheitsbeteiligung soll aber bei Siemens Energy verbleiben. Nach der Trennung wäre Siemens Energy stärker mit GE Vernova vergleichbar, das mit höheren Multiplikatoren gehandelt wird.
Bloomberg berichtete, dass mehrere große Finanzinvestoren an einer Mehrheitsbeteiligung an der Dampfturbinensparte interessiert seien, darunter CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR. Ein kompletter Verkauf für womöglich mehr als 10 Milliarden Euro fand am Markt offenbar zu wenig Anklang. Die Freigabe der Abspaltung unter dem Namen Omterra durch den Aufsichtsrat sorgte zusätzlich für Verunsicherung.
Operativ läuft es dagegen rund. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordvolumen von rund 162 Milliarden Euro, im dritten Quartal kamen allein 17,9 Milliarden Euro an neuen Aufträgen hinzu. Auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa meldete Positives: Mit einem EBITDA von 75 Millionen Euro schrieb sie erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen.
Morningstar bewertet den Schritt positiv. Die Analysten halten die Abspaltung für sinnvoll, da Transformation of Industry über keinen wirtschaftlichen Burggraben verfüge und anders als Gas Services und Grid Technologies nicht von den Trends bei Elektrifizierung und Rechenzentren profitiere.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

