Futures auf 3-Jahres-Hoch
Trump nimmt US-Farmern die Soja-Angst
Der Markt hatte mit einem Dämpfer für US-Soja gerechnet. Dann kam Washington mit einer Entscheidung, die den Ausblick für Farmer überraschend dreht.
- EPA verschiebt Ausnahmen und stützt Sojapreise
- Sojabohnen steigen auf den höchsten Stand seit 2023
- Schwache Exporte begrenzen den weiteren Preisanstieg
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US-Sojabohnen sind auf den höchsten Stand seit Dezember 2023 gestiegen – und ausgerechnet eine Entscheidung der Trump-Regierung nimmt amerikanischen Farmern einen Teil ihrer größten Sorge. Wie Bloomberg berichtet, überraschte die US-Umweltschutzbehörde EPA den Markt mit neuen Ausnahmeregeln für kleine Raffinerien. Zwar werden für 2025 insgesamt 1,76 Milliarden Biokraftstoff-Gutschriften erlassen, doch die dadurch wegfallende Nachfrage wird auf die Jahre 2026 und 2027 verschoben. Für Sojabauern bedeutet das: Der befürchtete dauerhafte Nachfrageeinbruch bleibt vorerst aus.
Sojabohnen sind ein wichtiger Rohstoff für Biodiesel. Deshalb reagieren die Futures empfindlich auf Änderungen der US-Biokraftstoffpolitik. Die Chicagoer Kontrakte legten am Dienstag nach der EPA-Entscheidung um knapp 2 Prozent zu und erreichten den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Sojaöl stieg zwischenzeitlich sogar um mehr als 2,4 Prozent.
Der Markt hatte zuvor mit einem deutlich schlechteren Ausgang gerechnet. Die EPA gewährte für 2025 insgesamt 18 vollständige und elf teilweise Ausnahmen für kleine Raffinerien. Entscheidend ist jedoch, dass 100 Prozent der Differenz zwischen den prognostizierten und tatsächlich freigestellten Mengen auf die Biokraftstoffvorgaben für 2026 und 2027 übertragen werden. Die Nachfrage verschwindet damit nicht einfach, sondern wird zeitlich nach hinten verlagert.
"Das ist ein viel positiveres Ergebnis; der Markt hatte sich auf diese massive Anzahl von Ausnahmen für kleine Raffinerien eingestellt", sagte Susan Stroud, Gründerin von No Bull Agriculture. Sie relativierte den Effekt zugleich: "Was für 2025 zurückgegeben wurde, wird tatsächlich auf 2026 oder 2027 verschoben, sodass der Nettoeffekt nicht wirklich so groß ist."
Ganz verschwunden sind die Risiken für US-Farmer allerdings nicht. Nach Daten des US-Landwirtschaftsministeriums lagen die jüngsten Sojabohnen-Exportlieferungen 49 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch der Zustand der Ernte hat sich etwas verschlechtert: Nur noch 58 Prozent wurden zuletzt als "gut" oder "ausgezeichnet" eingestuft. Gleichzeitig meldete das USDA einen neuen Exportverkauf über 159.000 Tonnen an einen nicht genannten Abnehmer.
Damit bekommt der Sojamarkt kurzfristig Unterstützung aus Washington, während die Exportseite weiter schwach bleibt. Für Anleger ist genau dieser Gegensatz entscheidend: Die US-Biokraftstoffpolitik schützt einen wichtigen Nachfragekanal, doch für einen nachhaltigen Preisanstieg müssen auch die Exporte wieder stärker werden.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

