Rote Bilanz
Palo-Alto-Aktie fällt nach Zahlen – Quartalsverlust überschattet Umsatzsprung
Palo Alto hat neue Zahlen veröffentlicht und die Erwartungen übertroffen. Die Aktie fällt dennoch, belastet vom Nettoverlust durch die CyberArk-Übernahme.
- Palo Alto übertrifft Analystenprognose beim Umsatz
- CyberArk-Übernahme verursacht einen Quartalsverlust
- KI-Angriffe treiben Wachstum und höhere Prognosen
- Report: KI braucht Strom
Der Cybersecurity-Spezialist Palo Alto Networks hat im vierten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent von 2,54 Milliarden auf 3,41 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten lediglich mit 3,35 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Unter dem Strich schrieb Palo Alto allerdings rote Zahlen. Das Unternehmen meldete einen Nettoverlust von 282 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,35 US-Dollar je Aktie. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte noch ein Nettogewinn von 254 Millionen US-Dollar zu Buche gestanden.
Die Aktie fiel nach Vorlage der Zahlen nachbörslich 1,9 Prozent auf 355,21 US-Dollar. Zuvor hatte sie den regulären Handel bereits 5,24 Prozent im Minus beendet. Seit Jahresbeginn notiert die Aktie dennoch über 96 Prozent im Plus.
Übernahmen belasten Ergebnis
Palo Alto Networks treibt seine Expansion mit weiteren Übernahmen voran. Zuletzt kündigte der Konzern den Kauf des KI-Start-ups Console an. Zuvor hatte Palo Alto bereits rund 25 Milliarden US-Dollar für den Identity-Security-Spezialisten CyberArk sowie knapp 3,4 Milliarden US-Dollar für Chronosphere auf den Tisch gelegt.
Die Einkaufstour hinterlässt allerdings Spuren in der Bilanz. Der ausgewiesene Quartalsverlust hängt vor allem mit Sondereffekten im Zusammenhang mit der CyberArk-Übernahme zusammen.
KI-Angriffe werden zum Wachstumstreiber
CEO Nikesh Arora sieht künstliche Intelligenz als langfristigen Wachstumsmotor für die gesamte Cybersecurity-Branche. Leistungsfähigere KI-Agenten können Cyberangriffe zunehmend selbstständig planen und koordinieren. Unternehmen müssen deshalb ihre Sicherheitsmaßnahmen schneller modernisieren.
Palo Alto Networks hat laut Arora inzwischen mehr als 2.000 Kundengespräche zu diesem Themenkomplex geführt, nachdem im vorherigen Quartal noch 1.200 gemeldet worden waren.
Bis zum Geschäftsjahr 2030 will Palo Alto Networks mit Next-Generation Security einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar erreichen. Im abgelaufenen Quartal stieg dieser bereits um 63 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar.
Prognose über Erwartungen
Für das erste Geschäftsquartal stellt Palo Alto Networks einen Umsatz zwischen 3,30 Milliarden und 3,31 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Analysten hatten lediglich 3,22 Milliarden US-Dollar erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 0,96 und 0,98 US-Dollar liegen und damit ebenfalls über dem Konsens von 0,93 US-Dollar.
Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert das Management einen Umsatz von 14,10 Milliarden bis 14,20 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 4,16 und 4,19 US-Dollar.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Palo Alto Networks Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,23 % und einem Kurs von 308,7USD auf Tradegate (02. September 2026, 08:25 Uhr) gehandelt.

