September-Fluch
Krypto stürzt in den neuen Monat – wird "Red September" Wirklichkeit?
Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana starten mit deutlichen Verlusten in den Monat. Die Aussicht auf höhere US-Zinsen schürt die Sorge vor einem "Red September".
- Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana verlieren deutlich
- Bitcoin verlor in acht von 13 September-Monaten
- Höhere US-Zinsen erhöhen den Druck auf Kryptowerte
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Der Kryptomarkt startet rot in den September. Bitcoin verliert am Mittwochmorgen 1,56 Prozent und fällt auf 77.504 US-Dollar. Noch stärker erwischt es Ethereum. Die zweitgrößte Kryptowährung gibt um 2,29 Prozent auf 2.412 US-Dollar nach.
Bei XRP sieht es ähnlich aus, mit einem Minus von 2,41 Prozent fällt die Kryptowährung auf 1,34 US-Dollar. Den größten Rückschlag unter den führenden Kryptowährungen verzeichnet jedoch Solana mit einem Minus von 3,61 Prozent.
Die Schwäche zieht sich damit durch weite Teile des Marktes. Die Gesamtmarktkapitalisierung sinkt um 1,42 Prozent auf 2,61 Billionen US-Dollar.
"Red September": Die Statistik spricht gegen Bitcoin
Ist der schwache Monatsauftakt der Beginn eines historisch schwierigen Septembers? Unter Krypto-Tradern hat sich für dieses saisonale Phänomen der Begriff "Red September" etabliert.
Seit 2013 beendete Bitcoin acht von 13 abgeschlossenen September-Monaten mit Verlusten. Die Erfolgsquote liegt damit bei lediglich 38,5 Prozent. Im Durchschnitt verlor Bitcoin in diesem Zeitraum 2,97 Prozent.
Ganz anders präsentiert sich dagegen der Oktober. Der unter Anlegern als "Uptober" bekannte Monat brachte Bitcoin historisch einen durchschnittlichen Kursgewinn von knapp 20 Prozent und zählt damit zu den stärksten Monaten des Jahres.
Doch auch für den September gibt es Hoffnung für die Bullen. Die vergangenen drei September schloss Bitcoin jeweils mit Kursgewinnen ab. Zudem folgt der aktuelle Rücksetzer auf einen außergewöhnlich starken August. Allein im vergangenen Monat legte Bitcoin 23 Prozent zu und verbuchte damit die beste Monatsperformance seit November 2024.
Der schwache Start in den September muss daher nicht zwangsläufig den Beginn einer größeren Abwärtsbewegung markieren.
September-Effekt trifft nicht nur Kryptowährungen
Das Phänomen ist keineswegs auf Bitcoin beschränkt. Auch an der Wall Street gilt der September traditionell als schwieriger Monat. Der S&P 500 verlor seit 1945 im September durchschnittlich etwa 0,6 Prozent und ist damit der einzige Monat mit einer langfristig negativen Durchschnittsrendite.
Fed wird zum Risiko
Zusätzlichen Druck erzeugt die Geldpolitik. Nach den jüngsten hawkischen Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh wächst an den Märkten die Sorge, dass die US-Notenbank ihren Kampf gegen die Inflation mit weiteren Zinserhöhungen fortsetzen muss.
Für den Fed-Zinsentscheid am 16. September preisen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent für eine Anhebung um 25 Basispunkte ein. Eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende könnte folgen. Damit könnte die Fed Funds Target Range Ende 2026 bei 4,00 bis 4,25 Prozent liegen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

